Sprachstörungen (Aphasie)

Mediziner sprechen von Sprachstörungen, wenn Betroffene nicht in der Lage sind, Sprache auf gedanklicher Ebene richtig zu erzeugen oder wahrzunehmen. Die Symptome können sowohl im Kindesalter auftreten als auch bei Erwachsenen. Abgegrenzt werden Sprachstörungen von den Sprechstörungen, bei denen aus motorischen Gründen die Bildung von Lauten behindert ist.

Was sind Sprachstörungen?

Sprachstörungen finden im gedanklichen Bereich statt. Die Betroffenen sind nicht in der Lage, grammatikalisch korrekte Sätze zu bilden oder zu begreifen. Die unterschiedlichen Formen der Sprachstörungen lassen sich in verschiedene Entwicklungsebenen unterteilen.

An erster Stelle sind Sprachstörungen zu nennen, die dadurch entstehen, dass bei Kindern eine gesunde Sprachentwicklung in starkem Maße oder sogar vollständig verhindert wird. Das kann rein körperliche Ursachen wie eine Gehörlosigkeit haben oder mit geistigen Behinderungen einhergehen. Auch eine Entwicklungsstörung wie der frühkindliche Autismus führt unter Umständen dazu, dass sich die Sprachfähigkeit nicht richtig ausbildet.

Jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich schnell

Jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich schnell – nicht immer muss es sich um eine Sprachstörung handeln, wenn das Kind später anfängt zu sprechen als andere Kinder

Der Übergang zu Sprachstörungen, die durch Entwicklungsverzögerungen entstehen, ist dabei fließend und die Auslöser sind zum Teil die gleichen. In diesem Fall hinkt das Kind der altersgemäßen Sprachentwicklung hinterher, was in der Regel nur durch intensive Therapien aufgeholt werden kann, wobei ein absolutes Ausgleichen der Sprachstörungen nicht immer möglich ist. Die Ursachen können sowohl körperlicher als auch rein psychischer Natur sein.

Auf der dritten Ebene stehen Sprachstörungen, die mit einem Verlust verbunden sind. Vor allem durch Hirnschäden können bereits erworbene Sprachfähigkeiten in jedem Alter wieder verloren gehen (zum Beispiel durch einen Schlaganfall oder eine Demenz), beziehungsweise sie lassen sich nicht mehr vollständig anwenden.

Die Ausprägungen möglicher Sprachstörungen sind vielfältig. In den Bereich der Grammatik fällt das Unvermögen, die Wörter in die richtige Reihenfolge zu sortieren oder sie korrekt zu beugen, also die Wortendungen im Deutschen dem Fall anzupassen (zum Beispiel: ein gefährlich Auto). Zu den Sprachstörungen gehören aber auch Fehler in der Artikulation (Dyslalie), falls sie nicht auf motorische Probleme der Zunge zurückzuführen sind. Laute werden in diesem Fall falsch aneinandergefügt und durch andere Laute ersetzt. Eine der bekanntesten Sprachstörungen, die zu diesem Bereich gehört, ist das Stottern.

Der Sprachverlust (Aphasie), der ebenfalls zu den Sprachstörungen zählt, kann im Prinzip jedes Gebiet betreffen. Den Betroffenen fällt es in manchen Fällen schwer, Sätze zu bilden, obwohl sie das Gesagte verstehen, oder ihnen fehlen einzelne Wörter. Umgekehrt ist möglicherweise das Sprachverständnis zum Teil verlorengegangen, obwohl die Sprachproduktion ausgezeichnet funktioniert.