Skoliose

Die Skoliose ist eine orthopädische Erkrankung, die am häufigsten während der Wachstumsphase in der Pubertät auftritt. Betroffene zeigen eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule, die zu Fehlhaltungen und Schmerzen führen kann. Ist die Skoliose nur leicht ausgeprägt, hilft Krankengymnastik oder ein Korsett. Bei größeren Verkrümmungen ist meist eine Operation notwendig, um die Wirbelsäule wieder aufzurichten.

Was ist eine Skoliose?

Eine Skoliose ist eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule um mehr als zehn Grad. Gleichzeitig verdrehen sich einzelne Wirbelkörper um ihre eigene Achse, da sie aufgrund der Krümmung der Wirbelsäule nicht mehr vollständig aufgerichtet werden können.

Die Wirbelsäule bei einer Skoliose sieht unterschiedlich aus

Die Verkrümmung der Wirbelsäule bei einer Skoliose kann unterschiedlich aussehen: Sie kann C-förmig (nur nach einer Seite), S-förmig (Krümmung mit einer Gegenkrümmung) oder doppel-S-förmig sein. Außerdem kann die Verkrümmung in verschiedenen Bereichen der Wirbelsäule liegen. Bei der thorakalen Skoliose liegt der Wendepunkt der Krümmung im Bereich der Brustwirbelsäule, bei der lumbalen Skoliose im Bereich der Lendenwirbelsäule und bei der thorakolumbalen Skoliose im Übergangsbereich zwischen Brust- und Lendenwirbelsäule.

Mädchen mit Skoliose

Skoliose-Betroffene zeigen eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule, die zu Fehlhaltungen und Schmerzen führen kann


Formen der Skoliose

Neben einer seitlichen Krümmung der Wirbelsäule ist auch eine Verbiegung nach vorne möglich. Diese Verkrümmung wird als Kyphose bezeichnet. Eine Verbiegung nach hinten wird Lordose genannt. Je nachdem, wie stark die Wirbelsäule verkrümmt ist, teilen Ärzte die Skoliose in vier verschiedene Grade ein.

Gradeinteilung der Skoliose

  • Winkel bis 40 Grad: leichte Skoliose
  • Winkel 40 Grad bis 60 Grad: mittelschwere Skoliose
  • Winkel 60 Grad bis 80 Grad: schwere Skoliose
  • Winkel über 80 Grad: sehr schwere Skoliose

Skoliose entsteht meist in der Pubertät

Eine Skoliose entsteht häufig bereits im jungen Alter, vor allem während der Wachstumsschübe in der Pubertät. Je nach Erkrankungsalter werden Skoliosen eingeteilt in infantile Skoliosen (bis vier Jahre), juvenile Skoliosen (bis zehn Jahre) und adoleszente Skoliosen (ab zehn Jahren). Am häufigsten wird die Verkrümmung der Wirbelsäule erstmals im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren festgestellt. Mädchen sind etwa viermal so häufig wie Jungen davon betroffen. So leiden etwa vier Prozent aller 16-jährigen Mädchen unter einer Verkrümmung der Wirbelsäule von mehr als zehn Grad. Insgesamt lässt sich schätzungsweise bei bis zu 13 Prozent der Bevölkerung eine Skoliose feststellen.