Schlaftabletten werden immer häufiger verwendet, um Schlafstörungen zu bekämpfen. Doch Schlafmittel haben negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Wir klären über die Gefahren auf und nennen natürliche Alternativen.

Jeder Vierte leidet unter Schlafstörungen. Die Folgen sind oft so belastend, dass der Griff zu Schlaftabletten naheliegt. Doch Forscher wie Prof. Jürgen Zulley warnen: „Medikamente sollten immer das letzte Mittel gegen Schlafstörungen sein.“

Natürliche Alternativen bei Schlafstörungen

Baldrian: Nach 14-tägiger Einnahme kann Baldrian die Tiefschlafphase deutlich verlängern.

Hopfen: Wirkt wie das körpereigene Schlafhormon Melatonin (am besten in Kombination mit Baldrian).

Lavendel: Seine ätherischen Öle wirken entspannend (hilft als Bad gegen Einschlafstörungen).

Passionsblume: Verstärkt die Wirkung des Entspannungs-Hormons GABA im zentralen Nervensystem.

Was Sie über Schlaftabletten wissen sollten

Chemische Wirkstoffe in den Schlaftabletten verändern den Schlaf: Die wichtigen Traumphasen werden verkürzt, der Schlaf ist weniger erholsam. Nach dem Aufwachen verspürt man häufig ein Kater-Gefühl. Pflanzliche Präparate sind hingegen meist frei von Nebenwirkungen, es gibt keinen „Schlaf-Kater“.

Generell sollten Schlaftabletten nur bei akutem Stress in Kombination mit einer Schlafstörung eingenommen werden. Zwar ist der künstliche Schlaf nie so erholsam wie der natürliche, aber immerhin besser als gar keiner. Wichtig zu wissen: Praktisch alle chemischen Schlafmittel können abhängig machen, die Dosis muss in der Regel nach kurzer Zeit erhöht werden.

Natürliche Arzneien in Kombination mit Schlaftabletten

Da pflanzliche Arzneien oft erst nach einigen Tagen wirken, ist es bei starken Schlafstörungen empfehlenswert, sie anfangs parallel zu den chemischen Schlaftabletten einzusetzen. Wenn Sie diese nach zehn bis 14 Tagen absetzen, zeigen Baldrian und Co. ihre Wirkung, die Gefahr, abhängig zu werden, wird erheblich reduziert.

Schlecht schlafen

Schlaftabletten bei Schlafstörungen sollten nur eine kurzfristige Lösung sein. Stattdessen sollte mit ärztlicher Hilfe nach den Ursachen des Problems gesucht werden


Was, wenn ich in die Abhängigkeit rutsche?

Da die Wirkung von Schlaftabletten häufig schnell nachlässt, erhöhen Patienten meist nach und nach die Dosis – und rutschen so in manchen Fällen in eine Abhängigkeit. Um davon loszukommen, sollte die Dosis zunächst jede Woche um eine halbe Tablette reduziert werden, bis man nach etwa acht bis zehn Wochen keine Tabletten mehr benötigt. Es sollte jedoch nicht der Fehler gemacht werden, auf andere Mittel auszuweichen – auch nicht auf pflanzliche Präparate. Das Einschlafen wird dagegen zum Beispiel durch ein Glas warmer Milch mit Honig gefördert. Welche Getränke noch beim Einschlafen helfen, erfahren Sie in unserem Artikel „Diese Getränke helfen wirklich beim Einschlafen“. Parallel zum Ausschleichen der Tabletten sollte auf auf psychotherapeutischem Wege herausgefunden werden, warum der Schlaf so schlecht ist. Dabei kann zunächst der Hausarzt weiterhelfen.