Salbei – der vielseitige Wohltäter

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Sabei (Salvia Officinalis) hilft bei Wechseljahresbeschwerden und Infekten
Diese kleine Pflanze stand einst in dem Ruf, ewiges Leben zu verleihen. Tatsächlich hält der Salbei viele Krankheitserreger von uns fern – und lenkt sogar unsere Gedanken in die richtige Bahn.

„Cur moriatur homo, cui salvia crescit in horte?“ – „Warum stirbt der Mensch, wenn Salbei im Garten wächst?“, war ein geflügelter Satz, den im 14. Jahrhundert die Heilkundigen in der angesehenen Medizinerschule von Salerno einander zuraunten. Die Pflanze, die den Begriff Heilen (lat.: salvare) schon im Namen trägt, galt im Mittelalter als Mutter der Kräuter. Der Legende nach fand die Heilige Familie auf der Flucht nach Ägypten Schutz vor ihren Verfolgern hinter einem Salbeistrauch, woraufhin Gott der bis zu 80 Zentimeter hohen, knorrigen und stark verzweigten Pflanze enorme Heilkraft verliehen haben soll. Und die steckt in den immergrünen Blättern, die das ganze Jahr über geerntet werden können. Sie enthalten ätherische Öle, in denen unter anderem sogenannte Thujone, Kampfer sowie Spurenelemente wie Eisen, Magnesium und Zink stecken. Zusammen mit seinen Gerbstoffen und Flavonoiden hemmen diese Bestandteile des Salbeis das Wachstum und die Vermehrung von Viren, Pilzen und Bakterien.

Wohltat, nicht nur in den Wechseljahren

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Salbei unterdrückt starkes Schwitzen, indem es die Wärmeregulation des Körpers beruhigt

Genau dieser Effekt soll sogar vier Dieben während einer Pestepidemie in Toulouse 1640 das Leben gerettet haben: Sie hatten sich mit Salbeiessig eingerieben (Rezept unten). Seine desinfizierende Wirkung verbreitet Salbei auch in Räumen, indem man einige getrocknete Blätter zu einem Bündel rollt und auf einer feuerfesten Unterlage anzündet. Hildegard von Bingen schätzte Salvia officinalis als Mittel gegen Koliken, da die Bitterstoffe krampflösend auf den Verdauungsapparat wirken. Salbei unterdrückt starkes Schwitzen, hilft damit in den Wechseljahren, indem es die Wärmeregulation des Körpers beruhigt. Derzeit wird erforscht, ob Salbei auch östrogene Eigenschaften hat und die Befruchtung der Eizelle begünstigt. Bei Erkältungen hilft Gurgeln mit Salbeitee, sollte jedoch nicht bei trockenem Reizhusten benutzt werden, da Salbei bei wiederholter Anwendung die Schleimhäute noch mehr austrocknet. Studien britischer Neurowissenschaftler ergaben, dass Salbeiöl-Kapseln zudem die Gedächtnisleistung verbessern können. Die Wirkstoffe hemmen ein Enzym, das den Botenstoff Acetylcholin abbaut. Und Alzheimer ist durch einen Mangel an ebendiesem Botenstoff gekennzeichnet.
 

Salvia Officinalis

Die Gattung Salbei umfasst bis zu 1100 verschiedene Arten. Medizinische Nutzung finden der Echte oder Garten-Salbei (Salvia officinalis) und der aus Griechenland stammende Dreilappige Salbei (S. triloba). Seine Heilkraft in Form von ätherischen Ölen findet sich in den robusten, mit einem schützenden Pelz versehenen Blättern. Im Mai blüht der Salbei blauviolett.

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Salbei-Tee wehrt Infektionskrankheiten ab. Gurgeln mit Salbei-Tee macht die Schleimhäute abwehrfähiger und ist daher eine gute Vorbeugemaßnahme


Salbei-Tee, der unser Wohlbefinden stärkt und Krankheiten abwehrt

Einen Teelöffel Salbeiblätter mit einer Tasse heißem, nicht mehr kochendem Wasser übergießen und für die innere Anwendung nicht länger als drei Minuten ziehen lassen, da die Gerbstoffe sonst den Magen reizen könnten. Dreimal täglich eine Tasse trinken. Da seine Thujone bei längerem Verzehr toxisch wirken können, den Tee nur maximal vier Wochen lang trinken. Zur äußeren Anwendung, etwa zum Gurgeln, den Tee zehn Minuten ziehen lassen.

Salbei-Essig, der uns bei Erkältungen frei atmen lässt

In einen Dreiviertelliter Obstessig je einen Esslöffel Salbei, Thymian, Lavendel und Rosmarin geben. Zwei Wochen stehen lassen, zwischen- durch schütteln, dann abseihen. Reibt man sich damit bei Erkältungen Brust und Rücken ein, fördert das die Durchblutung.