Rückenschmerzen (Dorsalgie)

Rückenschmerzen zählen zu den häufigsten Gesundheitsproblemen in Deutschland. Studien legen nahe, dass jeder zweite bis dritte Deutsche mehr oder weniger starke Rückenbeschwerden hat. Es ist sehr wahrscheinlich, irgendwann einmal selbst die Erfahrung mit Rückenschmerzen zu machen – im Laufe seines Lebens bleibt schätzungsweise nur jeder Fünfte von solchen Beschwerden verschont.

Was sind Rückenschmerzen?

Rückenschmerzen sind häufig – jeder zweite bis dritte Deutsche ist Schätzungen zufolge mehr oder weniger stark betroffen. Die meisten Beschwerden bereiten die Kreuz- und Lendenwirbelsäule, also der untere Bereich des Rückens. Neben den Rückenschmerzen am unteren Rücken („Kreuzschmerzen“) sind Beschwerden der Halswirbelsäule häufig. Eher selten schmerzt die Brustwirbelsäule. Häufig steckt keine körperliche Ursache hinter den Schmerzen – der Arzt spricht von „unspezifischen Rückenschmerzen“. Manchmal sind Veränderungen an der Wirbelsäule oder andere Erkrankungen der Grund für die Beschwerden. Beispiele hierfür sind etwa eine Arthrose (Gelenkverschleiß), ein Bandscheibenvorfall oder ein Schiefstand des Rückens (Skoliose).

Rückenschmerzen sind meistens harmlos

Rückenschmerzen beziehungsweise Kreuzschmerzen heilen oft von selbst: In den meisten Fällen sind die Schmerzen zunächst sehr stark, klingen dann aber wieder von alleine ab. Unterstützend hilft eine Schmerzbehandlung. Auch wenn ein akuter Rückenschmerz sehr unangenehm ist und den Alltag anfangs deutlich einschränkt – meist ist er harmlos. Anders sieht es aus, wenn Lähmungen, Gefühlsverlust oder weitere Symptome auftreten. Dann ist ein sofortiger Arztbesuch erforderlich, um die Ursachen zu klären!

Die 5 häufigsten Fragen zu Rückenschmerzen

Wer behandelt Rückenschmerzen?

Wenn Sie unter Rückenschmerzen leiden, ist in der Regel zunächst Ihr Hausarzt der richtige Ansprechpartner. Er kann eine erste Untersuchung vornehmen und Sie, je nachdem welche Ergebnisse vorliegen, gegebenenfalls an einen Spezialisten überweisen. Hier kommt es ganz auf die Ursache für Ihre Rückenschmerzen an. Eventuell werden Sie an einen Orthopäden, an einen Physiotherapeuten oder aber an einen Neurologen verwiesen. Sind die Rückenschmerzen die direkte Folge eines Unfalls, sollten Sie sich natürlich in ein Krankenhaus begeben, um etwaige schwerere Verletzungen ausschließen lassen zu können.

Was ist chronischer Rückenschmerz?

Schmerzen jeglicher Art werden dann als chronisch bezeichnet, wenn sie länger als sechs Monate bestehen. Die eigentlich Ursache ist zu diesem Zeitpunkt häufig nicht mehr erkennbar, aber der Schmerzen ist weiterhin konstant. Mehr über chronische Schmerzen lesen Sie hier.

Was ist besser bei Rückenschmerzen – eine harte oder eine weiche Matratze?

Tatsächlich ist es so, dass die richtige Matratze weder zu hart noch zu weich sein sollte. Richtig – und schonend für den Rücken – ist eine Matratze, die Ihren Körper ganz genau aufnimmt. Das bedeutet: Wenn Sie sich auf Ihr Bett legen, darf die Unterlage an keiner Stelle eine Vertiefung bilden. In diesem Fall werden andere Teile des Körpers nicht optimal gestützt. Weitere Informationen zur richtigen Matratze bei Rückenschmerzen gibt es hier.

Was tun bei Rückenschmerzen in der Schwangerschaft?

Die Mehrzahl der Frauen leidet in der Schwangerschaft unter Rückenschmerzen. Ein effektives Mittel gegen anhaltende Beschwerden ist ganz klar Bewegung. Sportarten wie Schwimmen oder Yoga helfen, den Rücken zu entlasten, indem Sie ihn sanft stärken. Weitere Tipps gegen Rückenschmerzen in der Schwangerschaft finden Sie in unserer Bildergalerie.

Was hilft bei Rückenschmerzen?

Es gibt verschiedene Methoden, um Rückenschmerzen zu lindern. Zunächst ist es aber wichtig, die Ursache für die Beschwerden zu kennen. Wer nicht genau weiß, was der Grund für seine Rückenschmerzen sind, sollte sich beispielsweise Rat bei einem Osteopathen suchen. Dieser bezieht bei seiner Suche den ganzen Körper mit ein. So könnte es zum Beispiel sein, dass der Osteopath aufdeckt, dass die Störung eines inneren Organs die Rückenschmerzen auslöst. Natürlich gibt es aber auch noch weitere Verfahren und Spezialisten, die Ihnen weiterhelfen und Rückenschmerzen vorbeugen können.

Rückenschmerzen durch falsches sitzen

Falsches Sitzen am Arbeitsplatz ist häufiger Auslöser von Rückenschmerzen


Rückenschmerzen können chronisch werden

Neben akuten Schmerzen besteht die Möglichkeit, dass Rückenschmerzen chronisch verlaufen. Dahinter stecken manchmal körperliche Ursachen, häufig aber auch unspezifische Rückenschmerzen. Chronische Schmerzen werden dann zu einer eigenen Erkrankung. Wichtig ist daher, aktiv zu werden und gegen die „Schmerzspirale“ vorzugehen.

Ein Blick auf die Wirbelsäule hilft zum Verständnis von Rückenschmerzen: Die Wirbelsäule stützt den Rumpf und schützt wichtige Nervenbahnen, allen voran das Rückenmark. Von oben nach unten gliedert sie sich in die Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule, Lendenwirbelsäule, das Kreuzbein und das Steißbein. Seitlich betrachtet fällt auf, dass die Wirbelsäule mehrfach geschwungen ist. Dadurch kann sie gleichermaßen Belastungen abfedern und ist in sich stabil.

Die Wirbelsäule gleicht einem geschwungenen Stab, auf den sich abwechselnd Wirbel und Bandscheiben aufreihen. Die Wirbel sind über ihre Fortsätze miteinander verbunden; diese Fortsätze bilden die Wirbelgelenke (Facettengelenke). Durch ihre Form umschlingen die Wirbelknochen das Rückenmark und schützen teilweise auch abzweigende Nervenäste, die vom Rückenmark austreten.

Flexionsdistraktion gegen Rückenschmerzen

 

 

 

Dr. med. Uwe Diedrich, Arzt und Chirotherapeut in Norderstedt, erklärt die Flexionsdistraktion und zeigt im Video, wie sie genau abläuft.

Zwischen den Wirbelknochen liegen die Bandscheiben. Sie puffern wie Gelkissen Belastungen ab, die auf die Wirbelsäule wirken. Auch halten sie die Wirbel auf Abstand und sichern die Beweglichkeit. Die Bandscheiben haben keine eigene Blutversorgung. Sie brauchen abwechselnde Entlastung und Belastung, um sich zu ernähren und Abfallstoffe auszuscheiden. Werden die Bandscheiben zu wenig entlastet, schrumpfen sie und verändern ihre Konsistenz – manchmal verrutschen sie (Bandscheibenvorfall).

Muskeln und Bänder stabilisieren die Wirbelsäule. Die großen äußeren Rücken- und Bauchmuskeln spüren wir, wenn wir den Rücken bewegen – oder auch, wenn wir nach einem stressigen Tag verspannen. Zusätzlich gibt es die feinen Muskeln zwischen den Wirbelknochen, welche die Wirbelsäule justieren. Diese Muskeln sind uns meist weniger vertraut. Sie machen sich aber bemerkbar, wenn sie bei einer sogenannten Blockade abrupt verspannen und Rückenschmerzen auslösen.