Plötzlicher Herztod durch Energydrinks?

Kein Koffein bei Herzrhythmusstörungen
Betroffene einer Herzrhythmusstörung sollten möglichst keine koffeinhaltige Getränke zu sich nehmen
EIn 16-jähriger ist in den USA angeblich an Herzversagen gestorben, nachdem er einen Energydrink, koffeinhaltige Limonade und einen Milchkaffee getrunken hatte – in weniger als zwei Stunden.

Sie sind süß, erfrischend – und extrem beliebt: Fast 70 Prozent der europäischen Jugendlichen trinken mittlerweile regelmäßig Energydrinks. Ob pur, um länger wach zu bleiben, oder mit Alkohol zum Feiern – besonders Teenager und junge Erwachsene trinken das flüssige Aufputschmittel gern, um sich den schnellen Energie-Kick zu holen. Denn neben den belebenden Substanzen Taurin, Inosit und Glucuronolacton ist Koffein der Hauptbestandteil. In Deutschland liegt der maximal zulässige Koffeingehalt in Energydrinks bei 32 Milligramm pro 100 Milliliter. Zum Vergleich: Kaffee enthält je nach Sorte zwischen 65 und 95 Milligramm – mehr als doppelt so viel. Doch während sich der Kaffeekonsum irgendwann durch den bitteren Geschmack oder Magenschmerzen reguliert, kann man von den süßen Energydrinks viel trinken, ohne sofort negative Auswirkungen zu spüren. Was die meisten jedoch nicht wissen: Diese vermeintlich harmlosen Getränke können dem Herz-Kreislauf-System schaden.

Bei übermäßigem Konsum sind Herzrasen, erhöhter Blutdruck oder Übelkeit die Folge, im schlimmsten Fall sogar Nierenversagen oder ein Schlaganfall. Als „übermäßig“ stuft das Bundesinstitut für Risikobewertung mehr als einen halben Liter pro Tag ein. Schon diese Menge lässt den Blutdruck bei jungen Menschen binnen zwei Stunden um rund acht Prozent ansteigen, der Herzschlag beschleunigt sich um fünf bis sieben Schläge pro Minute. Als besonders gefährlich gilt die Kombination mit Alkohol oder ausgeprägter körperlicher Aktivität, denn dann pumpt das Herz das Koffein noch viel schneller durch den Körper.

Was die Energydrinks bei dauerhaftem Konsum – insbesondere bei Heranwachsenden – bewirken, ist bislang nur wenig erforscht. Grundsätzlich gilt deshalb: Gegen gelegentlichen Genuss geringer Mengen ist nichts einzuwenden. Patienten mit Herzrhythmusstörungen, Kinder und Schwangere sollten die koffeinhaltigen Getränke vorsichtshalber ganz meiden.

Wie das traurige Beispiel aus den USA jetzt jedoch zeigt, können auch Menschen, die nicht zu den Risikogruppen gehören, durch übermäßigen Koffeinkonsum gesundheitliche Schäden davontragen. Entscheidend dafür sind die konsumierte Menge und der Zeitraum der Koffein-Aufnahme. Schon knapp zwei Liter mit einer hohen Konzentration können innerhlab von zwei Stunden offenbar tödlich wirken: Bei dem sonst gesunden Jugendlichen Davis Cripe löste die Überdosis Herzrhytmusstörungen aus, die in einem Herzstillstand gipfelten – so das Ergebnis der amtlichen Obduktion.