Pigmentstörungen

Ärzte sprechen von Pigmentstörungen, wenn die Melanozyten nicht richtig funktionieren. Diese Zellen sorgen für die Hautfarbe, indem sie Farbpigmente (Melanin) produzieren. Pigmentstörungen sind in den meisten Fällen aus medizinischer Sicht harmlos, werden von den Betroffenen aber oft als kosmetisches Problem empfunden.

Was sind Pigmentstörungen?

Für die Verfärbung unserer Haut sind die Melanozyten zuständig. Dabei handelt es sich um Zellen, die den Farbstoff Melanin produzieren. Angeregt werden sie dazu, sobald UV-Licht auf die Haut trifft. Das Melanin lagert sich dann schützend um die Zellkerne, um Schäden am Erbgut durch die aggressiven Sonnenstrahlen zu verhindern. Gleichzeitig bildet der Körper weitere Melanozyten, um die Produktion der Farbpigmente erhöhen zu können. Bei regelmäßiger UV-Einstrahlung wird die Haut auf diese Weise immer dunkler. Falls dieses Zusammenspiel nicht funktioniert, kommt es zu Pigmentstörungen.

Pigmentstörung Sommersprossen

Sommersprossen gehören zu den häufigsten harmlosen Pigmentstörungen

Grundsätzlich unterscheiden Experten drei verschiedene Formen von Pigmentstörungen. Bei einer Hyperpigmentierung ist der Melanin-Anteil in bestimmten Hautarealen zu hoch. Meistens ist der Bereich begrenzt, es kann aber auch der gesamte Körper betroffen sein. Typische Beispiele sind Sommersprossen, Leberflecken, Altersflecken und das sogenannte Melasma, bei dem es zu großflächigen Verfärbungen kommt, die bevorzugt im Gesicht auftreten. Die braunen Flecken entstehen entweder dadurch, dass die Produktion der Melanozyten grundsätzlich zu hoch ist, oder dass Melanin verstärkt in der Oberhaut angelagert wird.

Die Produktion der Farbpigmente kann aber auch zu niedrig sein. Dann handelt es sich bei den Pigmentstörungen um eine Hypopigmentierung, wie bei der Vitiligo („Weißfleckenkrankheit“). Bei der Hypopigmentierung ist entweder die Zahl der Melanozyten zu niedrig oder es sind ausreichend Zellen vorhanden, die jedoch zu wenig Melanin herstellen.

Albinismus ist eine Sonderform unter den Pigmentstörungen

Eine Sonderform unter den Pigmentstörungen stellt der genetisch bedingte Albinismus dar. Die Bildung des Melanins findet hier gar nicht statt, weswegen die Betroffenen ungewöhnlich helle Haut und weiße Haare haben. Außerdem fehlt ihnen ein wichtiger Bereich des natürlichen Sonnenschutzes, weswegen sie auf Lichteinstrahlung extrem empfindlich reagieren und ein erhöhtes Risiko für verschiedene Hautkrankheiten (zum Beispiel Hautkrebs) haben.

Pigmentstörungen sind in den meisten Fällen harmlos, auch wenn sie häufig als kosmetisches Problem gesehen werden. Ungewöhnliche Verfärbungen sollten jedoch immer vom Arzt untersucht werden, da es für den Laien in vielen Fällen nicht erkennbar ist, ob ernsthafte Erkrankungen dahinter stecken. Bei braunen Flecken kann es sich zum Beispiel um ungefährliche Pigmentstörungen handeln oder um Zellwucherungen, bei denen die Melanin-Bildung ebenfalls erhöht ist (zum Beispiel Schwarzer Hautkrebs). Bei ungewöhnlich hellen Hautarealen können auch Pilzerkrankungen die Ursache sein, die entsprechend behandelt werden müssen.