Paracetamol in der Schwangerschaft: Risiko aufgedeckt

Eine Schwangere hält sich Kopf und Rücken
Schmerzmittel sollten in der Schwangerschaft nur eingenommen werden, wenn es keine natürliche Alternative gibt
Paracetamol in der Schwangerschaft ist offenbar schädlicher für den Nachwuchs als bisher angenommen: US-Forscher konnten zeigen, dass die Einnahme das Risiko einer verzögerten Sprachentwicklung bei Mädchen erhöht. Welche natürlichen Alternativen gibt es?

Um herauszufinden, wie sich die Paracetamol-Einnahme in der Schwangerschaft auf die Sprachentwicklung des Nachwuchses auswirkt, werteten Forscher der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York Daten von 754 Frauen und ihren Kindern aus, die im Rahmen einer schwedischen Langzeitstudie erfasst worden waren.

Zu Beginn der Studie befanden sich die Frauen zwischen der 8. und 13. Schwangerschaftswoche. Die Wissenschaftler fragten sie nach der Anzahl der Paracetamol-Tabletten, die sie zwischen der Empfängnis und dem Studienbeginn eingenommen hatten und analysierten die Konzentration des Wirkstoffs in Urinproben der Frauen.

Verzögerte Sprachentwicklung bei Mädchen

Im Alter von 30 Monaten wurden die Kinder der Probandinnen Sprachtests unterzogen. Dabei zeigte sich bei insgesamt zehn Prozent eine verzögerte Sprachentwicklung – das heißt, diese Kinder hatten zu diesem Zeitpunkt einen Wortschatz von weniger als 50 Wörtern.

Die Auswertung ergab: Töchter von Müttern, die in der Frühschwangerschaft mehr als sechs Paracetamol-Tabletten genommen hatten, waren fast sechsmal häufiger von Sprachverzögerungen betroffen als Nachwuchs von Müttern, die kein Paracetamol eingenommen hatten. Bei Jungen konnte dieser Zusammenhang nicht beobachtet werden.

Die New Yorker Forscher planen eine erneute Bewertung der Sprachentwicklung der Kinder im Alter von sieben Jahren. Schwangeren Frauen raten sie, ihre Paracetamol-Einnahme auf eine möglichst niedrige Dosis zu beschränken.

Eine Schwangere wird massiert

Rückenschmerzen nehmen im Verlauf der Schwangerschaft häufig zu – eine professionelle Massage kann Linderung bringen


Natürliche Schmerzstiller in der Schwangerschaft

Bisher gilt Paracetamol als Schmerzmittel der Wahl für schwangere Frauen. Doch immer mehr Studien deuten darauf hin, dass der Wirkstoff dem Ungeborenen schaden kann. So wies eine 2016 veröffentlichte Studie einen Zusammenhang zwischen der Paracetamol-Einnahme in der Schwangerschaft und einem erhöhten Asthma-Risiko beim Nachwuchs nach. Eine kürzlich veröffentlichte Meta-Analyse lieferte Hinweise auf eine geschädigte Fruchtbarkeit bei weiblichen Nachkommen – allerdings ist diese Studie umstritten, unter anderem, weil sie ausschließlich mit Nagetieren durchgeführt wurde.

Ganz auf Schmerzmittel zu verzichten kann in der Schwangerschaft eine besonders große Herausforderung sein – gerade Kopf- und Rückenschmerzen plagen werdende Mütter häufig. Mitunter sind in diesen Fällen allerdings gar keine chemischen Arzneien notwendig und die Beschwerden lassen sich auch mit natürlichen Mitteln lindern:

Kälte

Bei Kopfschmerzen ist Kälte ein bewährtes Schmerzmittel: Eine kalte Kompresse auf Stirn, Schläfen oder Nacken wirkt wohltuend und schmerzlindernd.

Wärme

Wärme (beispielsweise in Form einer Wärmflasche) kann bei Rückenschmerzen Verspannungen lösen und so die Beschwerden lindern. Auch bei Ohrenschmerzen hilft Wärme – beispielsweise mit einer Rotlichtlampe, einem erwärmten Kirschkernkissen oder einem Zwiebelsäckchen. Dafür eine gewürfelte Zwiebel erhitzen, (noch warm, aber nicht mehr heiß) in ein Geschirrtuch wickeln und auf das schmerzende Ohr legen.

Massage

Eine professionelle Massage löst Verspannungen und lindert so Kopf- und Rückenschmerzen. Sie sollte von einem Physiotherapeuten durchgeführt werden, der Erfahrung mit der Behandlung von Schwangeren hat.

Ingwer

Ingwer gilt als bewährtes Hausmittel gegen Gliederschmerzen. Studien belegen außerdem seine Wirksamkeit bei Muskel- und Arthroseschmerzen. Die Heilknolle hat noch einen weiteren Vorteil: Sie wirkt gegen Schwangerschaftsübelkeit. Für einen wohltuenden Ingwertee einfach frischen Ingwer mit kochendem Wasser aufgießen. Doch Vorsicht: In hohen Dosen kann Ingwer wehenfördernd wirken – darum in der Schwangerschaft eine tägliche Menge von 6 Gramm frischem Ingwer nicht überschreiten.

Salzwasser

Eine Erkältung mit beißenden Halsschmerzen kann sehr belastend sein, wenn der Griff in den Arzneischrank nicht erlaubt ist. Eine natürliche Alternative ist das Gurgeln mit Salzwasser – das wirkt schmerzlindernd, abschwellend und desinfizierend.