Osteoporose (Knochenschwund) ist weit verbreitet. Vor allem bei Frauen, ebenso bei älteren Menschen, ist die Knochensubstanz zum Teil deutlich verringert. Dadurch kommt es häufiger zu Knochenbrüchen. Doch zu Beginn bleibt eine Osteoporose meist unbemerkt. Aber mit der richtigen Vorbeugung und Früherkennungsmaßnahmen lassen sich schwerwiegende Folgen verhindern oder zumindest verzögern.

Was ist Osteoporose?

Bei Osteoporose handelt es sich um eine Form von Knochenschwund. Die Knochen verlieren an Substanz. Die Knochendichte verringert sich. In der Folge werden die Knochen porös und brechen leichter als normal. Geringe Belastungen wie ein unglückliches Auftreten oder Stolpern können bei fortgeschrittener Osteoporose schon zu einem Knochenbruch führen.

Osteoporose ist eine verbreitete Erkrankung. Sie tritt häufiger im Alter auf, weil sich die Knochensubstanz natürlicherweise im Laufe des Lebens verringert. Bereits ab 30 beginnt die Knochendichte abzunehmen. Weiterhin kommt der Knochenschwund bevorzugt bei Frauen vor. Schätzungsweise jede fünfte Frau ist von Osteoporose betroffen.

Wechseljahre erhöhen das Osteoporose-Risiko

Mit den Wechseljahren erhöht sich das Osteoporose-Risiko

Besonders nach den Wechseljahren (Menopause) verringert sich die Knochendichte deutlich, da die weiblichen Geschlechtshormone (Östrogene) einen wichtigen Einfluss auf den Knochenstoffwechsel haben: Sie schützen die Knochen. Lässt die Hormonproduktion nach, fehlt dieser Knochenschutz. Dennoch: Osteoporose und Osteopenie, ein beginnender Knochenschwund, sind durchaus auch bei Männern und im jüngeren Alter verbreitet.

Was aber geschieht bei Osteoporose? Dazu ein Blick auf die Knochen: Sie bringen Struktur in unseren Körper und sie schützen und stützen uns. Auch ermöglichen sie uns Bewegung, da Muskeln über Sehnen am Knochen verankert sind. Knochen können so zum Beispiel als Hebel fungieren. Auf unsere Knochen wirken unterschiedlichste Kräfte, unter anderem unser Körpergewicht und Zugkräfte durch Muskelarbeit. Um diesen Kräften Stand zu halten, sind gesunde Knochen zum einen elastisch (durch Bindegewebe) und zum anderen fest (durch Mineralsalze: Kalzium, Phosphat und Magnesium).

Das Innere der Knochen besteht aus verschiedenen Arten von Gewebe, vor allem aus dichter („Compacta“) und schwammartiger Substanz („Spongiosa“). Genauer betrachtet sind bei der Spongiosa gut die sogenannten Knochenbälkchen (Trabekel) zu sehen. Dies sind längliche Strukturen aus fester Knochensubstanz. Außen sind die Knochen von Knochenhaut umgeben.

Bei der Knochenstruktur gilt das Prinzip: Das „Design“ folgt der Funktion (Belastung). So verlaufen die Knochenbälkchen der Spongiosa in Richtung der Kräfte, die auf den Knochen wirken. Wenn ein Knochen belastet wird, festigt er sich nachfolgend, um sich den Anforderungen anzupassen. Umgekehrt verliert er an Substanz, wenn wir überwiegend sitzen und uns schonen.

Knochen sind dynamische Systeme: Einige Zellen bauen Knochensubstanz auf (Osteoblasten), andere wieder ab (Osteoklasten). Halten sich Auf- und Abbau die Waage, ist die Bilanz ausgeglichen. Bei Osteoporose übersteigt der Knochenabbau den Knochenaufbau auf längere Sicht deutlich – die Knochendichte verringert sich dann kritisch.

Die Symptome einer Osteoporose zeigen sich meist erst im späteren Verlauf. Unter dem Körpergewicht können die geschwächten Wirbelkörper regelrecht in sich zusammenfallen („sintern“, Sinterbruch). Auf dem Röntgenbild sind veränderte Wirbel zu erkennen, sogenannte Keil- und Fischwirbel. Durch die veränderte Form ist auch der Verlauf der Wirbelsäule betroffen. Die Haltung verändert sich, Betroffene wirken in sich zusammengekrümmt (sog. „Witwenbuckel“). Dadurch nimmt auch die Körpergröße ab.

Um eine Osteoporose frühzeitig zu erkennen, eignen sich bildgebende Verfahren. Eine Knochendichtemessung liefert konkrete Zahlenwerte und ermöglicht es dem Arzt, den Knochenschwund und seinen Verlauf einzuordnen. Liegt eine Osteoporose vor, sind die Ziele einer Therapie klar: den Knochenaufbau zu fördern und den Knochenabbau zu hemmen.