Niesreiz

Der Niesreiz führt nicht nur während einer Erkältung zu andauerndem, oft nervigem Niesen. Von Allergikern gleichermaßen gehasst wie gefürchtet, macht er sich bei kleinsten Staubansammlungen bemerkbar oder kommt jedes Jahr mit dem Pollenflug aufs Neue zurück. Beim Niesreiz handelt es sich um einen Schutzreflex des Körpers, der meist bei Allergien unverhältnismäßig oft ausgelöst wird.

Was ist ein Niesreiz?

„Hatschi“ – „Gesundheit!“ – wer kennt das nicht? Gelegentliches Niesen ist völlig normal und kein gesundheitliches Problem. Doch ein ständiger Niesreiz ist für viele Menschen ein lästiger und unangenehmer Begleiter, nicht nur bei einer Erkältung. Vor allem Allergiker können ein Lied davon singen, begleitet sie doch ein ständiger Niesreiz aufgrund unterschiedlicher Ursachen. Egal ob Hausstaub oder Tierhaare – ständiges Niesen ist unangenehm und kehrt häufig jedes Jahr aufs Neue zurück, zum Beispiel mit dem saisonalen Pollenflug.

Doch wie sieht es innerhalb unserer Nase aus? Die Nase gehört zu den oberen Atemwegen. Die Nasenlöcher führen in die Nasenhöhle, welche durch die Nasenscheidewand in zwei Nasenhaupthöhlen aufgeteilt ist. Das Innere der Nase ist fast komplett mit Schleimhaut ausgekleidet. Reizungen in diesem Bereich können einen Niesreiz auslösen. Ein Teil der Schleimhaut ist die sogenannte respiratorische Nasenschleimhaut, die aus einer Schicht ganz spezieller Zellen besteht: dem respiratorischen Flimmerepithel mit feinen Härchen, welche die Luft filtern. Sie dient der ersten Abwehr von fremden Zellen und filtert die Atemluft von grobem Schmutz. In der Nase wird die Luft aber nicht nur gereinigt, sondern auch angefeuchtet und erwärmt und fast auf Körpertemperatur gebracht.

Niesen ist ein Schutzreflex des Körpers

Niesen ist ein Schutzreflex des Körpers

In der Nasenschleimhaut befinden sich kleinste Teilchen (Moleküle), die der Signalübermittlung dienen: sogenannte Mechano- und Chemorezeptoren. Sie reagieren auf mechanische bzw. chemische Reize wie Fremdkörper oder bestimmte Gerüche und lösen den Niesreiz aus, der wiederum zum Niesreflex führt und so das Niesen verursacht. Dabei ist der Niesreflex ein Schutzreflex unseres Körpers, um Fremdkörper aus der Nase zu befördern. Der Niesreflex wird durch einen bestimmten Nerv im Gehirn vermittelt, den sogenannten Trigeminusnerv, dessen freie Nervenenden sich in der Nasenschleimhaut befinden. Er leitet die Niesreize weiter ans Atemzentrum und Rückenmark, in dem sich wiederum Nervenzellen befinden, die das Zwerchfell sowie Teile der Bauchmuskeln und Muskeln zwischen Rippen und Brustwand ansteuern: Beim Niesen ziehen sich dann bestimmte Muskeln des Bauchs und der Brust zusammen. Der Niesreiz ist also ein unwillkürlicher, nicht selbst steuerbarer Prozess. Durch das Niesen werden Staub, Bakterien, Viren und andere Fremdkörper wieder aus der Nase entfernt. Die übermäßige empfindliche Reaktion der Nasenschleimhaut, wie sie bei einer Allergie vorkommt, bezeichnen Mediziner als nasale Hyperreaktivität.