Nierensteine entstehen, wenn bestimmte Salze und Mineralien im Urin in so hoher Konzentration vorhanden sind, dass sie sich aneinanderlagern und Kristalle bilden. Während sehr kleine Steine oft unbemerkt mit dem Urin nach außen gelangen, können große Steine bei ihrem Abgang starke Schmerzen auslösen oder im Harnleiter steckenbleiben und den Abfluss des Urins behindern.

Was sind Nierensteine?

Die Nieren sind paarige Organe, die beiderseits der Wirbelsäule in Höhe des Rippenansatzes liegen. Sie entgiften unseren Körper, indem sie bestimmte Abfallprodukte des Stoffwechsels, wie zum Beispiel Harnstoff und Harnsäure, aus dem Blut filtern und sie über den Urin aus dem Körper ausscheiden. Neben diesen Giftstoffen enthält der Harn Salze und Mineralien wie Kalzium, Phosphat oder Oxalsäure, die normalerweise im Urin gelöst sind. Unter bestimmten Umständen steigt die Konzentration dieser Stoffe aber so stark an, dass sie sich in der Niere, im Harnleiter oder in der Harnblase zu festen, unlöslichen Kristallen zusammenlagern. Auf diese Weise entstehen Nierensteine, die anfangs noch sehr klein sind,  im Laufe der Zeit durch immer weitere Anlagerungen aber eine erstaunliche Größe erreichen können. Manche Nierensteine sind mehrere Zentimeter groß und füllen das ganze Nierenbecken aus. Anhand der Zusammensetzung unterscheiden Mediziner verschiedene Arten von Nierensteinen.

Nierensteine

Nierensteine, die von der Niere über den Harnleiter in die Blase gelangen, verursachen bei ihrer Wanderung oft starke Schmerzen


Nierensteine setzen sich aus verschiedenen Stoffen zusammen

  • Kalziumoxalat
  • Kalziumphosphat
  • Magnesium-Ammonium-Phosphat (Struvit)
  • Harnsäure
  • Zystin

Steine aus Kalziumoxalat machen mit ungefähr 75 Prozent den größten Teil aller Nierensteine aus, gefolgt von Steinen aus Struvit mit zehn Prozent und Steinen aus Kalziumphosphat und Harnsäure mit einem Anteil von jeweils fünf Prozent. Zystinsteine sind hingegen sehr selten.

Fünf Prozent der Deutschen haben Nierensteine

Insgesamt kommen Nierensteine relativ häufig vor. Ungefähr fünf Prozent aller Deutschen leiden an der Nierensteinerkrankung, Männer sind mehr als doppelt so oft betroffen wie Frauen. Meistens bilden sich die Steine zwischen dem 30. und dem 60. Lebensjahr, Kinder leiden hingegen fast nie an Nierensteinen. Da eine eiweißreiche Ernährung die Bildung von Nierensteinen begünstigt, ist es nicht verwunderlich, dass Nierensteine in den wohlhabenden westlichen Ländern immer mehr zunehmen. In Entwicklungsländern, in denen oft eine Mangelernährung herrscht, spielen sie hingegen kaum eine Rolle.