Bei niedrigem Blutdruck (Hypotonie) liegen die Blutdruckwerte unter 100-110/60 mmHg. Solange dabei keine Beschwerden auftreten, gilt ein zu niedriger Blutdruck nicht als behandlungsbedürftige Erkrankung. Manche Menschen haben von Natur aus einen eher geringen Gefäßdruck, es können jedoch auch verschiedene Erkrankungen dahinterstecken.

Was ist niedriger Blutdruck?

Zu den häufigsten Gesundheitsproblemen in den westlichen Industrienationen zählen erhöhte Blutdruckwerte. Gar nicht so selten ist allerdings auch das Gegenteil der Fall: der Blutdruck ist zu niedrig. Als „Idealwert“ gilt im Ruhezustand ein Blutdruck von 120/80 mmHg. Liegen die Werte bei Männern dauerhaft unter 110/60 mmHg oder bei Frauen unter 100/60 mmHg, sprechen Ärzte von einer arteriellen Hypotonie, also niedrigem Blutdruck. Bei jedem Menschen kann zudem der Blutdruck auch einmal plötzlich stark abfallen (akute Hypotonie) – zum Beispiel wenn das Herz nicht mehr ordentlich pumpt, wir sehr viel Blut verlieren oder sich die Blutgefäße plötzlich weit stellen. In solchen Schock-Situationen besteht das Risiko, dass der Kreislauf zusammenbricht.

Niedriger Blutdruck vor allem bei jungen Frauen

Ein niedriger Blutdruck ohne organische Ursachen kommt vor allem bei Jugendlichen und jungen Frauen vor

Allgemein ist zu niedriger Blutdruck im Gegensatz zu Bluthochdruck allerdings weitgehend ungefährlich und birgt kein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder andere Komplikationen. Stecken keine ernsten Krankheiten hinter der Hypotonie, besteht in der Regel kein Handlungsbedarf – es sei denn, der Betroffene fühlt sich durch die Symptome belastet.

Je nach Ursache unterscheiden Mediziner verschiedene Formen von niedrigem Blutdruck:

  • Primäre Hypotonie: Dauerhaft zu niedriger Blutdruck ohne Grunderkrankungen.
  • Sekundäre Hypotonie: Der Blutniedrigdruck wird durch eine Krankheit oder Medikamente hervorgerufen.
  • Orthostatische Hypotonie: Bei dieser Sonderform fällt der Blutdruck nur bei einem Lagewechsel (v. a. beim Aufstehen) ab, weil das Blut kurzzeitig in den Beinen „versackt“.

Manchen Menschen bereitet ein zu niedriger Blutdruck kaum oder gar keine Symptome. Vor allem gut trainierte Sportler haben manchmal eher niedrige Blutdruckwerte, die aber nicht zu Problemen führen. Wenn Sie sich jedoch sehr müde und abgeschlagen fühlen, häufig Schwindel und Kopfschmerzen haben oder Ihnen schwarz vor Augen wird, ist es sinnvoll, das Gespräch mit einem Arzt zu suchen.

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