Sie gehört zu den häufigsten Krankheiten im Kindesalter: die Neurodermitis. Schon Säuglinge können daran erkranken und weisen einen sogenannten Milchschorf auf. Später kommt es zu trockener, schuppender Haut mit einem häufig sehr starken Juckreiz.

Was ist Neurodermitis?

Die Neurodermitis, auch atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem genannt, ist eine chronische Hauterkrankung, die nicht ansteckend ist. Je nach Patient kann die Neurodermitis sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Meist wird sie von einem starken Juckreiz begleitet. Dieser kann manchmal Schul- und Arbeitsleistungen beeinträchtigen, zu Schwierigkeiten im sozialen Umfeld oder sogar zu Depressionen führen.

In den meisten Fällen tritt die Neurodermitis in einer leichten Form auf. Nur selten nimmt die Erkrankung schwere Verlaufsformen an, die die Lebensqualität langfristig und deutlich mindern. Häufige Komplikationen können Infektionen durch Bakterien, Viren oder Pilze sein.

Worauf eine Neurodermitis zurückzuführen ist, wurde bislang nicht vollständig geklärt. Eine genetische Veranlagung könnte Ursache sein, dass die Schutzfunktion der äußeren Hautschicht gegenüber der Umwelt beeinträchtigt ist und somit Reizstoffe besser eindringen können. Die Folge: eine gesteigerte Entzündungsbereitschaft.

Mädchen mit Neurodermitis

Neurodermitis zählt zu den häufigsten Krankheiten im Kindesalter


Neurodermitis vor allem bei Kindern

Die Neurodermitis tritt vor allem bei Kindern auf. In Europa leiden bis zur Einschulung etwa 10 bis 15 Prozent der Kinder zumindest zeitweilig unter der Erkrankung. Damit gehört die Neurodermitis zu den häufigsten Krankheiten im Kindesalter. Bei Erwachsenen kommt die Hautkrankheit deutlich seltener vor als bei Kindern – in Deutschland sind 1,5 bis 3 Prozent erkrankt.

In den letzten fünfzig Jahren hat die Häufigkeit der Neurodermitis deutlich zugenommen. So waren in den 1950-er und 1960-er Jahren nur zwei bis drei Prozent der noch nicht schulpflichtigen Kinder erkrankt. Die Gründe für diese enorme Zunahme werden zurzeit noch diskutiert, man geht aber unter anderem von Veränderungen der allgemeinen Lebensbedingungen als Ursache aus.