Neue Therapien bei Prostatabeschwerden

Sägepalme
Die Sägepalme ist ein hochwirksames pflanzliches Therapeutikum bei gutartiger Prostatavergrößerung. In Kombination mit Brennnesselwurzel-Extrakt ergänzen sich die Wirkungen gegen BPH-bedingte Beschwerden beim Wasserlassen
Mit zunehmendem Alter sind immer mehr Männer von häufigem Harndrang betroffen, da die gutartige Vergrößerung der Prostata auf die Blase drückt. Eine neue Studie beweist: Die Sägepalme lindert die Beschwerden auf natürliche Weise.

Zu früh, zu spät oder quälend langsam: Jeder fünfte Mann ab 50 hat Probleme mit dem Wasserlassen. Von den über 70-Jährigen sind etwa zwei Drittel betroffen. Ursache ist meistens eine gutartige Vergrößerung der Prostata – was bedeutet, dass keine bösartige Krebswucherung vorliegt. Trotzdem kann die Erkrankung den Alltag sehr belasten. Medikamente helfen gegen das übermäßige Wachstum. Vor allem die häufig verschriebenen sogenannten Alpha-Blocker sind allerdings dafür bekannt, mitunter schwere Nebenwirkungen hervorzurufen, wie z. B. Erektionsstörungen und depressive Verstimmungen. Spanische Wissenschaftler haben daher in Zusammenarbeit mit urologischen Klinikambulanzen den Einfluss eines pflanzlichen Therapeutikums auf die gutartige Prostatavergrößerung wissenschaftlich untersucht.

Sägepalme lindert Prostatabeschwerden

Das Ergebnis: Sägepalme-Extrakt war bei Patienten mit gutartiger Prostatavergrößerung (BPH) vergleichbar wirksam wie Alpha-Blocker und Reduktase-Hemmer – bei besserer Verträglichkeit. An der Studie nahmen 1.713 BPH-Patienten über 40 Jahre teil. Davon erhielten 153 (8,9 Prozent) zunächst keine Therapie (Watchful Waiting), 1.204 (70,3 Prozent) eine Monotherapie bestehend aus einem Alpha-Blocker, einem Sägepalme-Extrakt oder einem Reduktase-Hemmer, 356 (20,8  Prozent) erhielten eine Kombinationstherapie bestehend aus einem Alpha-Blocker und Sägepalme-Extrakt oder einem Alpha-Blocker und einem Reduktase-Hemmer.


Sägepalmpräparate sind sehr gut verträglich

Vegane Ernährung schützt vor Prostatakrebs

Wer sich vegan ernährt, hat ein niedrigeres Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken

Die Beschwerden wurden mithilfe des sogenannten Prostatic Hyperplasia Impact Index (BII) erfasst. Nach sechs Monaten zeigten sich vergleichbare Verbesserungen in allen drei Therapiegruppen; die medikamentöse Therapie war Watchful Waiting deutlich überlegen. Der Sägepalme-Extrakt war deutlich besser verträglich als die synthetischen BPH-Substanzen: Keine Nebenwirkungen unter Sägepalme-Extrakt (keine Beeinflussung von Blutdruck und Sexualfunktion). Dagegen Nebenwirkungen unter Alpha-Blocker-Monotherapie (Ejakulationsstörungen, unerwünschter Blutdruckabfall) und unter Reduktase-Hemmer-Monotherapie (Erektile Dysfunktion). Die Gesamtrate der Nebenwirkungen lag unter der Kombinationstherapie von Alpha-Blockern und Reduktase-Hemmern mit 30,5 Prozent deutlich höher als bei der Monotherapie. Die Kombination des Sägepalme-Extrakts mit einem synthetischen Wirkstoff führte hingegen nicht zur Zunahme der Nebenwirkungsrate.

Sägepalme und Brennnessel: Eine erfolgreiche Pflanzenkombination

In dem urologischen Fachtitel „World Journal of Urology“ wurde eine neue Analyse klinischer Studiendaten publiziert: Demnach kann die Häufigkeit nächtlicher Blasenentleerungen (Nykturie) bei Männern mit BPS durch die Phytokombination aus Sägepalmenfrüchte- und Brennesselwurzel-Extrakt vergleichbar reduziert werden, wie durch gängige synthetische BPS-Präparate (α-Rezeptoren-blocker, 5α-Reduktasehemmer). Das Pflanzenduo wird bereits seit Jahren erfolgreich zur Behandlung der Beschwerden eingesetzt, weil es zum einen Entzündungsreaktionen, die bei BPH häufig im Prostatagewebe begleitend auftreten, hemmen kann und zum anderen besonders verträglich ist. Das ist gerade für die vielen BPH -Patienten wichtig, die parallel Medikamente wie beispielsweise Blutdrucksenker einnehmen müssen. Laut der Untersuchung treten bei einer gleichzeitigen Gabe eines Kombipräparates aus Sägepalme und Brennnessel in diesen Fällen keine Wechselwirkungen auf. Alle Studienergebnisse wurden im Magazin MMW – Fortschritte der Medizin vorgestellt.

Vegane Ernährung senkt Risiko für Prostata-Krebs um 35 Prozent

Forscher haben jetzt herausgefunden: Wer bei seiner Ernährung ausschließlich auf pflanzliche Produkte setzt und alle Lebensmittel, die tierischen Ursprungs sind, meidet, kann sein Risiko für Prostata-Krebs um 35 Prozent senken. Das ist das Ergebnis einer Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift „The American Journal of Clinical Nutrition“ veröffentlicht wurden. Forscher von der Loma Linda University (USA) analysierten die Essgewohnheiten von 26.000 Männern, um zu schauen, wie diese mit dem Krebsrisiko zusammenhängen. Dabei konnten sie 1.079 Fälle von Prostatakrebs zählen. Nur acht Prozent waren Verfechter der veganen Ernährungsform. Veganer unterscheiden sich vor allem darin, dass sie mehr Obst, Gemüse, Nüsse und Sojaprodukte essen.