Nahrungsmittel-Intoleranzen im Überblick

Ärzte sprechen von Nahrungsmittelintoleranzen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten, wenn der Körper nicht oder nur teilweise in der Lage ist, bestimmte Lebensmittel-Bestandteile zu verdauen oder abzubauen. Das kann sich unter anderem in Symptomen wie Blähungen, Durchfall, Krämpfen oder Schmerzen im Magen-Darm-Trakt äußern.

Was sind Nahrungsmittelintoleranzen?

Die Begriffe Nahrungsmittelintoleranzen (Nahrungsmittelunverträglichkeiten) und Nahrungsmittelallergien werden häufig in einem Atemzug genannt. Tatsächlich können die Symptome sehr ähnlich sein, aber den beiden Krankheitsbildern liegt ein anderer Mechanismus zugrunde. Bei einer Nahrungsmittelallergie lösen die betreffenden Stoffe (Allergene) eine Überreaktion des Immunsystems aus. Die Symptome reichen von Magenschmerzen und Durchfall, über Hautausschlag und Jucken, bis hin zu Bewusstseinstrübungen und allergischem Schock. Echte Nahrungsmittelallergien können also bedrohlich sein. Dabei wird das Immunsystem bereits bei einer sehr kleinen Menge des Allergens aktiv. Ein typisches Beispiel sind kleine Nuss-Splitter in einem Kuchen, die Symptome bei Nuss-Allergikern auslösen. Glücklicherweise sind Nahrungsmittelallergien relativ selten, Experten schätzen, dass etwa zwei bis drei Prozent der erwachsenen Deutschen betroffen sind.

Etwas häufiger tritt diese Form der Allergie bei Kindern auf, bis zum sechsten Lebensjahr bildet sie sich jedoch in sehr vielen Fällen wieder zurück. Bei Erwachsenen stehen die sogenannten Kreuzallergien im Mittelpunkt. Das heißt: Wer Heuschnupfen hat und zum Beispiel überempfindlich gegenüber Birkenpollen ist, kann häufig keine Haselnüsse essen, weil sich diese Eiweiße im Aufbau sehr ähnlich sind. Kreuzallergien führen jedoch meistens zu zwar unangenehmen, aber eher harmlosen Symptomen wie Juckreiz am Gaumen oder Ausschlag in den Mundwinkeln.

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Bei Nahrungsmittelintoleranzen ist das Immunsystem hingegen nicht direkt beteiligt, dennoch „verträgt“ der Körper den jeweiligen Stoff aus verschiedenen Gründen nicht – deshalb wird auch der Begriff Nahrungsmittelunverträglichkeit verwendet. Die jeweiligen Bestandteile können zum Beispiel im Darm nicht korrekt aufgenommen werden (z. B. bei Fruktose) oder der Abbau über Enzyme funktioniert nicht (z. B. bei Laktose). Andere Nahrungsmittelbestandteile wiederum sind pharmakologisch aktiv, das heißt, sie beeinflussen Prozesse im Organismus und werden deswegen von manchen Menschen nicht oder nur in bestimmten Mengen vertragen (z. B. Histamin in Rotwein oder reifem Käse). Außerdem werden vor allem Fertigprodukten meistens Stoffe zugesetzt, die beispielsweise die Konsistenz beeinflussen oder den Geschmack verstärken. Sie sind zwar prinzipiell ungefährlich, können aber zu Reaktionen führen, die Allergien ähneln, weswegen Ärzte auch von Pseudoallergien sprechen. Was genau dabei im Körper passiert, ist noch nicht geklärt.

Die häufigsten Nahrungsmittelintoleranzen betreffen Milchzucker (Laktose), Fruchtzucker (Fruktose) und Histamin.