Mandelentzündung: was hilft? – Drei Experten antworten

Halsschmerzen, geschwollene Lymphknoten, Fieber – die typischen Anzeichen einer Mandelentzündung. Um schnell wieder auf die Beine zu kommen, helfen vor allem Bettruhe, genügend Vitamine und Schmerzmittel.

Mandelentzündung: was hilft? Das empfiehlt der Arzt

Dr. Wolfgang Vahle, Facharzt für HNO, Paderborn

Dr. Wolfgang Vahle, Facharzt für HNO, Paderborn

„Bei der Frage Mandelentzündung: was hilft, ist zunächst zu klären, ob eine bestehende Mandelentzündung durch Bakterien oder Viren ausgelöst wird. Im Falle einer bakteriellen, eitrigen Infektion helfen Antibiotika. Diese sollten zehn Tage eingenommen werden – so wird verhindert, dass sich die Erreger ausbreiten und andere Bereiche wie das Herz angreifen können. Bei jeder – bakteriellen oder viralen – Mandelentzündung lindern entzündungshemmende Schmerzmittel wie beispielsweise „Ibuprofen“ die Beschwerden. Wichtig: Vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten! Nutzen Sie Ihre Kraftreserven lieber für die Heilung. Sollte die Mandelentzündung jedoch chronisch sein, muss diese meistens operativ behandelt werden. Sonst breiten sich die Keime im Körper aus.“

 

Mandelentzündung: was hilft? Das empfiehlt die Heilpraktikerin

Heilpraktikerin Susanne Stieler, Hamburg

Heilpraktikerin Susanne Stieler, Hamburg

„Um wieder gesund zu werden, sollten sich Betroffene mit einer Mandelentzündung strikte Bettruhe gönnen. So kann sich der Körper voll auf die Bekämpfung der Erreger konzentrieren. Zusätzlich empfehle ich, mindestens zwei Liter Wasser täglich zu trinken. Keime werden so aus dem Körper geleitet. Patienten, die häufiger unter einer Mandelentzündung leiden, empfehle ich ein sogenanntes Konstitutionsmittel, das von einem Homöopathen individuell verschrieben wird. Dieses stärkt das geschwächte Immunsystem des Körpers und unterstützt den Heilungsprozess. Oftmals helfen auch Präparate mit einem Vitamin-C-Komplex (Apotheke oder Reformhaus) oder gesunde Smoothies aus verschiedenen Obstsorten.“

 

Mandelentzündung: was hilft? Das empfiehlt die Apothekerin*

„Starke Halsschmerzen und Schluckbeschwerden lindern Lutschpastillen mit dem örtlich betäubenden Wirkstoff Benzocain. Ebenfalls direkt im Hals wirken lösliche Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen. Als Brausetablette werden sie in einem Glas Wasser aufgelöst und getrunken oder als Gurgellösung angewandt. Außerdem senken die Schmerztabletten das Fieber, das oft mit einer Mandelentzündung einhergeht. Aus der Naturheilkunde empfehle ich bei der Frage Mandelentzündung: was hilft,  Lutschtabletten mit Paprikaextrakt. Die Scharfstoffe der Pflanze wirken entzündungshemmend und desinfizierend. Sind die Lymphknoten stark angeschwollen, hilft eine Salbe mit Arnika, die auf die Haut aufgetragen wird. Ein wärmender Schal um den Hals unterstützt die Wirkung.“

* Apothekerin Silke Boehmann, Westerstede

Hausmittel gegen Mandelentzündung

Ein Essigwickel hilft bei Halsschmerzen, die eine Erkältung begleiten, aber auch bei einer Mandelentzündung. Was Sie für den Wickel brauchen und wie Sie ihn nutzen, lesen Sie hier: "Essigwickel lindern Mandelentzündung".

Homöopathische Mittel können dabei helfen, natürlich gegen die Schmerzen vorzugehen: Bei einer Mandelentzündung werden sogenannte organotrope Mittel oder auch Schüßler-Salze eingesetzt. Welche Präparate hier genau effektiv sind und wie Sie diese dosieren, erfahren Sie in unserem Artikel: "Schmerzhafte Entzündungen im Hals auf sanfte Weise lindern". Außerdem können Sie hier nachlesen, warum auch pflanzliche Antiobiotika eine sinnvolle Therapie sind. Besonders wirkungsvoll bei einer Mandelentzündung sind Tabletten aus Kapuzinerkressenkraut und Meerettichwurzel.    

7 Tipps gegen Halsschmerzen sehen Sie in folgendem Video: