Malaria

Die Malaria ist eine durch Fieberschübe gekennzeichnete Tropenkrankheit, die von einzelligen Parasiten – sogenannten Plasmodien – verursacht wird und durch einen Stich der Anopheles-Mücke übertragen werden kann. Malaria ist in nahezu allen tropischen und subtropischen Ländern verbreitet, insbesondere in Afrika. Bei geeigneter, rechtzeitiger Behandlung heilen auch komplizierte Malaria-Formen vollständig aus.

Was ist Malaria?

Die Malaria, die umgangssprachlich auch als Sumpf- oder Wechselfieber bezeichnet wird, ist eine fieberhafte Infektionskrankheit. Sie wird durch verschiedene einzellige Parasiten aus der Gattung Plasmodium ausgelöst. Deren Entwicklung verläuft in zwei Phasen: einer geschlechtlichen Phase in der Anopheles-Mücke und einer ungeschlechtlichen im Menschen. Der Begriff Malaria leitet sich aus dem Italienischen ab (mal = schlecht, aria = Luft) und geht auf die früher verbreitete Ansicht zurück, dass die schlechte Luft in Sumpfgebieten die Malaria auslöse.

90 Prozent aller Malaria-Infektionen treten in Afrika auf

Malaria ist die weltweit häufigste Tropenkrankheit, an der jährlich schätzungsweise 250 Millionen Menschen erkranken. Zwischen 800.000 und 1,2 Millionen Menschen sterben an Malaria, etwa die Hälfte von ihnen sind Kinder unter fünf Jahren. Die Malaria kommt fast ausnahmslos in den subtropischen und tropischen Ländern Afrikas, Asiens und Südamerikas vor, wobei 90 Prozent aller Malaria-Infektionen in Afrika auftreten. In den letzten Jahren sind zudem vereinzelte Fälle von Malaria in Südeuropa bekannt geworden, beispielsweise in Griechenland oder im Süden Spaniens.

Malaria wird durch einen Stich der Anopheles-Mücke übertragen

Malaria ist eine Tropenkrankheit und wird durch einen Stich der Anopheles-Mücke übertragen

Darüber hinaus gibt es sehr seltene Sonderformen der Malaria außerhalb des Infektionsgebiets, zu denen die sogenannte Flughafenmalaria und die Baggage-Malaria zählen. Bei beiden Formen erfolgt die Infektion durch importierte, infektiöse Mücken, entweder im Flugzeug, im Flughafen oder im Reisegepäck.

Malaria-Formen, je nach Art des Erregers

  • Malaria quartana: Sie gilt als die leichteste Malaria-Form und ist durch charakteristische, rhythmische Fieberschübe im Abstand von etwa 72 Stunden gekennzeichnet. Der Erreger dieser Malaria-Form ist Plasmodium malariae.
  • Malaria tertiana: Sie ist oft mit Komplikationen verbunden, verläuft aber in den seltensten Fällen tödlich. Die Fieberschübe treten bei dieser Malaria-Form im Abstand von 48 Stunden auf. Sie wird durch Plasmodium vivax und Plasmodium ovale übertragen.
  • Malaria tropica: Sie ist die gefährlichste Malaria-Erkrankung. Charakteristisch ist die Tatsache, dass die Fieberschübe unregelmäßig auftreten, weswegen die Malaria tropica häufig zu spät erkannt und behandelt wird. Unbehandelt führt sie in etwa 30 Prozent der Fälle zum Tod. Der Erreger ist Plasmodium falciparum.

Neben den wesentlichen, verbreiteten Malaria-Formen gibt es die Plasmodium knowlesi-Malaria: Sie ist selten, kommt ausschließlich in Südostasien vor und ist durch tägliche Fieberschübe sowie hohen Parasitenzahlen im Blut gekennzeichnet. Der Erreger ist das namensgebende Plasmodium knowlesi.

Periodische Fieberschübe geben ersten Hinweis auf Malaria-Erkrankung

Eine Malaria beginnt mit plötzlichem, hohem Fieber, das von weiteren Symptomen wie Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Schweißausbrüchen, mitunter auch von Durchfall begleitet ist. Diese Symptome sind allerdings sehr unspezifisch und treten auch bei einer Grippe oder anderen Infektionskrankheiten auf. Periodische Fieberschübe geben einen ersten Hinweis darauf, dass eine Malaria-Erkrankung vorliegt. Dies gilt allerdings nur für die Malaria tertiana und die Malaria quartana. Bei der Malaria tropica sind die Fieberschübe unregelmäßig und wenig charakteristisch.

Bei unklaren, grippeähnlichen Symptomen sollten sich Betroffene deswegen immer auch vergegenwärtigen, ob sie sich in letzter Zeit in einem potenziellen Malaria-Gebiet aufgehalten haben, selbst wenn dieser Aufenthalt bereits Wochen oder Monate zurück liegt. Die gesicherte Diagnose stellt der Arzt bei Malaria in der Kombination aus den auftretenden Symptomen, Informationen zu möglichen Auslandsaufenthalten und einer mikroskopischen Untersuchung des Blutes, die den Erreger sichtbar macht.

Zur Behandlung der Malaria stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, beispielsweise die Wirkstoffe Mefloquin, Chloroquin oder Chinin. Da die Malaria-Erreger in vielen Gebieten Resistenzen gegen bestimmte Malaria-Medikamente entwickelt haben, muss der behandelnde Arzt das passende Medikament sorgfältig auswählen.

Zur sogenannten Malaria-Prophylaxe, also der Vorbeugung einer Malaria-Infektion, empfiehlt es sich zum einen, bestimmte Medikamente vor und während des Aufenthalts nach Anweisung des Arztes einzunehmen (Chemoprophylaxe). Da die vorbeugende Einnahme von Medikamenten keinen hundertprozentigen Schutz bietet, ist es zum anderen wichtig, durch verschiedene einfache Maßnahmen, Mückenstichen vorzubeugen (Expositionsprophylaxe).