Lungenentzündung

Eine Lungenentzündung – in der Fachsprache Pneumonie – ist eine relativ häufige Erkrankung, bei der sich das Gewebe der Lunge entzündet. Die Auslöser sind in der Regel Bakterien und Viren, aber auch Strahlung, schädliche Gase, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Fremdkörper in den Bronchien können eine Pneumonie verursachen. Verlauf und Prognose einer Pneumonie hängen stark vom Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Betroffenen ab.

Was ist eine Lungenentzündung (Pneumonie)?

Als Pneumonie bezeichnen Ärzte eine Lungenentzündung. Eine Lungenentzündung gehört weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten; Experten gehen von 400.000 bis 600.000 Menschen aus, die jedes Jahr in Deutschland in ihrem alltäglichen Leben an einer Pneumonie erkranken. Dazu kommt noch eine schwer bestimmbare Anzahl von Betroffenen, die sich während eines Krankenhausaufenthalts mit einer Lungenentzündung anstecken (nosokomiale Pneumonie). Diese Infektionen verlaufen häufiger schwerer, da viele der Patienten bereits durch ihre Erkrankungen und Therapien geschwächt sind. Außerdem sind nicht selten sogenannte „Krankenhauskeime“ im Spiel, welche sich nur schwer mit Medikamenten bekämpfen lassen.

Lungenentzündung

Die Lungenentzündung (Pneumonie) ist eine oft schwere entzündliche Erkrankung des Lungengewebes


Lungenentzündung: Nicht immer ist eine Behandlung im Krankenhaus notwendig

Generell ist es heute dank moderner Antibiotika in den meisten Fällen möglich, die Keime in den Griff zu bekommen und die Lungenentzündung so erfolgreich zu behandeln. Bei jungen und abwehrstarken Menschen verläuft eine Lungenentzündung oft unkompliziert und ist binnen zwei bis drei Wochen ausgestanden. Für ältere und vorerkrankte Menschen sowie Neugeborene und Babys ist die Lungenentzündung aber nach wie vor eine ernste Erkrankung, die meistens im Krankenhaus behandelt werden muss.

Symptome wie Fieber und Husten begleiten fast jede Lungenentzündung

Zähne herausnehmen schützt vor Lungenentzündung

Gebissträger, die nachts ihre dritten Zähne herausnehmen, haben laut einer neuen Studie ein 56 Prozent geringeres Risiko, eine Lungenentzündung zu bekommen. Grund: Beim Essen kann etwas zwischen den Zähnen oder der Prothese hängenbleiben – Bakterien können dann leicht Infektionen oder Karies auslösen. Zudem sollte die Prothese zweimal täglich gereinigt werden. Bei hartnäckigen Belägen helfen spezielle Reinigungstabletten (Apotheke oder Drogerie).

Damit eine Lungenentzündung ohne Komplikationen abheilt, sind die richtige Diagnose sowie eine schnelle und gezielte Therapie besonders wichtig. Eine „klassische“ Lungenentzündung äußert sich durch ein deutliches Krankheitsbild mit hohem Fieber, starkem Krankheitsgefühl und Husten. Immer häufiger werden allerdings atypische Pneumonien, die weniger alarmierend verlaufen. Gerade bei älteren Menschen kann es so durchaus vorkommen, dass eine Lungenentzündung zunächst übersehen wird.

Auf dem Röntgenbild zeigt sich auch, dass eine Lungenentzündung nicht immer gleich aussieht: Bei den meisten Betroffenen sind vor allem die kleinen Lungenbläschen, in denen der Gasaustausch stattfindet, mit Eiter gefüllt und entzündet (alveoläre Pneumonie). Bei anderen ist hingegen das Bindegewebe betroffen, welches die Lungenbläschen umgibt (interstitielle Pneumonie). Eine interstitielle Pneumonie verläuft meist eher atypisch, also mit weniger starken Symptomen. Welche Bereiche der Lunge entzündet sind und wie die Pneumonie verläuft, ist unter anderem abhängig vom auslösenden Krankheitserreger.

Die 3 häufigsten Fragen zur Lungenentzündung

Ab wann wird die Impfung gegen eine Lungenentzündung empfohlen?

Häufigster Erreger einer bakteriellen Lungenentzündung sind Pneumokokken. Gegen sie kann man impfen. Eine Impfung gegen Pneumokokken wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Kinder ab dem vollendeten 2. Lebensmonat empfohlen. Auch Menschen ab dem vollendeten 60. Lebensjahr, Immungeschwächte (z. B. bei Krebs) und chronisch Kranke (z. B. bei Asthma, Diabetes, Lungenerkrankungen) sollten sich schützen.

Übrigens: Wenn Sie bereits einmal eine bakterielle Lungenentzündung hatten, sind Sie nur immun gegen einen Pneumokokken-Stamm. Die Impfung hingegen immunisiert Sie gegen alle bekannten 23 Stämme. Vor Lungenentzündungen, die durch Pilze oder Viren verursacht werden, schützt sie allerdings auch nicht.

Ist eine Lungenentzündung heilbar?

Ja! Die Behandlung erfolgt je nach Ursache. Bakterielle und mykotische (durch Pilze verursachte) Lungenentzündungen behandelt ein Arzt mit Antibiotika. Zusätzlich können noch fiebersenkende Maßnahmen (Wadenwickel), eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindestens zwei Liter am Tag) und Inhalationen die Therapie unterstützen. 

Kann sich aus Husten eine Lungenentzündung entwickeln?

Eine Erkältung dauert ohne Behandlung sieben Tage, mit Behandlung eine Woche: Wohl kaum ein Mythos über Schnupfen und Husten hält sich so hartnäckig wie dieser. Dabei haben ihn Wissenschaftler inzwischen längst widerlegt: An einer Virusinfektion der Atemwege leiden wir durchschnittlich 18 Tage. In den meisten Fällen ist sie lästig, heilt jedoch von selbst aus. Ein Husten kann aber auch gefährlich werden – vor allem für ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Bei ihnen kann der Husten chronisch werden oder sich sogar zur Lungenentzündung entwickeln.