Legasthenie (Lese- und Rechtschreibstörung)

Menschen mit Legasthenie (Lese-Rechtschreibstörung) fällt es schwer, lesen und schreiben zu lernen. Eine Legasthenie fällt zumeist im Grundschulalter auf; Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung ziehen sich bei vielen Betroffenen aber bis ins Erwachsenenalter. Mit einer gezielten, fördernden Therapie lässt sich den Symptomen der Legasthenie entgegenwirken.

Was bedeutet Legasthenie?

Legasthenie – diesen Begriff verbinden die meisten Menschen spontan mit Kindern, die mit Schulproblemen und vielen Rechtschreibfehlern zu kämpfen haben. Doch häufig ist nicht ganz klar, was genau darunter zu verstehen ist, und es kursieren außerdem Begriffe wie Lese-Rechtschreibstörung, Lese-Rechtschreibschwäche, Lese-Rechtschreibprobleme und Dyslexie. Wo liegen nun die Unterschiede, was macht die Legasthenie genau aus und was können Betroffene tun?

Menschen mit Legasthenie haben Probleme beim Lesenlernen und/oder beim richtigen Schreiben. In der Schul- und Entwicklungspädagogik wird dies auch als Lese-Rechtschreibstörung bezeichnet. Experten gehen davon aus, dass vier bis fünf Prozent der Bevölkerung Legastheniker sind – das schließt auch Erwachsene mit ein, denn sehr vielen Betroffenen fällt flüssiges Lesen und eine weitgehend korrekte Rechtschreibung auch im Erwachsenenalter noch schwer. Insgesamt leiden Jungen häufiger an Legasthenie als Mädchen. Wichtig  ist, dass die Symptome sich nicht auf eine allgemeine Intelligenzminderung, körperliche oder geistige Behinderung zurückführen lassen. Abgesehen von ihren Problemen beim Lesen und Schreiben sind Legastheniker also kaum oder überhaupt nicht in ihrer Intelligenz beeinträchtigt, viele entwickeln auch große Begabungen in anderen Bereichen. Dennoch bereitet die Legasthenie in der Schule neben dem Deutschunterricht meist auch in anderen Fächern Schwierigkeiten, sobald es um Hausaufgaben, schriftliche Arbeiten und Klausuren geht.

Maedchen Probleme bei den Hausaufgaben Legasthenie faellt oft schon im Grundschulalter auf

Legasthenie fällt oft erstmals im Grundschulalter auf. Mit der richtigen Förderung lässt sich die Lese-Rechtschreibschwäche aber abmildern

Manchmal ist das Lesen- und Schreibenlernen bei einem Kind vorübergehend durch eine andere Erkrankung oder äußere Umstände (z. B. Abwesenheit vom Unterricht) beeinträchtigt. Dann sprechen Kinderpsychologen und -psychiater von einer Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS), um dies von der eigenständigen Störung Legasthenie abzugrenzen. Häufig werden die Begriffe jedoch umgangssprachlich synonym verwendet. Von einer Dyslexie ist im Deutschen zumeist dann die Rede, wenn Menschen zum Beispiel nach einem Schlaganfall oder einem Schädel-Hirn-Trauma Probleme beim Lesen und Schreiben haben.

Eine Legasthenie tritt zumeist in der Grundschule zutage, wobei es Symptome gibt, die bereits im Vorschulalter auf eine sich anbahnende Störung hinweisen können. Bei manchen Kindern fällt die Legasthenie auch erst sehr spät auf, da sie von den eigentlichen Symptomen zum Beispiel mit besonders „bockigem“ oder zurückgezogenem Verhalten ablenken. Es gibt auch eine relativ hohe Schnittmenge von Kindern, die gleichzeitig von einer Aufmerksamkeitsdefizit-(Hyperaktivitäts)-Störung – AD(H)S – betroffen sind. AD(H)S sorgt für Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, welche die Symptome der Legasthenie verstärken können. Die Diagnose dieser Störungen sollte jedoch immer ein Experte stellen, zum Beispiel ein Kinder- und Jugendpsychiater oder Kinder- und Jugendpsychologe.