Lebensmittelvergiftung

Eine Lebensmittelvergiftung ist eine Magen-Darm-Erkrankung, die infolge des Verzehrs von giftigen, verunreinigten oder bakteriell kontaminierten Nahrungsmitteln auftritt. Symptome einer Lebensmittelvergiftung sind Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Durchfall und Bauchkrämpfe.

Was ist eine Lebensmittelvergiftung?

Der Begriff Lebensmittelvergiftung bezeichnet Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt, die durch den Verzehr von giftigen, verunreinigten oder bakteriell kontaminierten Lebensmitteln und Speisen verursacht werden. Lebensmittelvergiftungen treten in den Sommermonaten gehäuft auf, da die Erhöhung der Außentemperaturen die Vermehrung entsprechender Keime beschleunigt. Zudem sind die Kühlketten in dieser Zeit häufiger unterbrochen, zum Beispiel durch den Transport von Lebensmitteln in einem aufgeheizten Auto nach dem Einkauf im Supermarkt. Proteinreiche Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch oder Milch- und Eiprodukte sind dabei besonders anfällig für die Besiedelung durch Bakterien, weil sie einen ausgezeichneten Nährboden liefern. 

Lebensmittelvergiftung durch Fleisch

Mett gehört zu den leicht verderblichen Speisen und kann, zum Beispiel unzureichend gekühlt, eine Lebensmittelvergiftung verursachen


Verschiedene Arten von Lebensmittelvergiftung

Grundsätzlich lassen sich bei der Lebensmittelvergiftung aufgrund der Art der zugrunde liegenden Vergiftung verschiedene Formen unterscheiden. Eine Lebensmittelvergiftung infolge einer Lebensmittelintoxikation geht auf Giftstoffe zurück, die durch Bakterien im Lebensmittel selbst gebildet werden. Die Keimbesiedlung geht hier zum Beispiel auf mangelnde Hygienebedingungen in der Küche oder bei der Zubereitung im Allgemeinen zurück. Zu den Bakterien, die eine Lebensmittelintoxikation verursachen können, zählen Staphylococcus aureus, Clostridium botulinum, Bacillus cereus und Schimmelpilze. Infolge der erhöhten Giftkonzentration treten die ersten Beschwerden bereits kurz nach dem Verzehr des jeweiligen Lebensmittels auf.

Im Unterschied dazu wird eine Lebensmittelvergiftung durch eine Lebensmittelinfektion von den Erregern selbst verursacht. Sie nutzen Speisen oder Getränke als Transportmittel, um in den Körper der Betroffenen zu gelangen. Dort setzen sie sich fest, vermehren sich und lösen die krankheitstypischen Symptome aus. Beispielsweise können Bakterien der Gattung Salmonella Lebensmittelinfektionen verursachen, die als Salmonellosen bezeichnet werden. Hierbei genügt bereits eine geringe Anzahl an Keimen, um die Erkrankung auszulösen.

Bei einer Lebensmittelvergiftung durch eine sogenannte Toxi-Infektion nehmen Betroffene Krankheitserreger wie beispielsweise Enteritis-Salmonellen über den Verzehr von Lebensmitteln oder das Trinken von kontaminierten Getränken auf. Die Keime vermehren sich im Körper und bilden hauptsächlich dort die Giftstoffe, die zur Lebensmittelvergiftung und ihren Symptomen führen.

Neben bakteriellen Giftstoffen kommen weitere Auslöser für eine Lebensmittelvergiftung in Betracht

  • Pilzgifte wie zum Beispiel Muskarin oder Amatoxin
  • Schimmelpilzgifte, zu denen Aflatoxin und Mutterkorn-Alkaloide gehören
  • Pflanzliche Giftstoffe wie Atropin oder Scopolamin
  • Metalle oder Metallverbindungen wie Arsen, Blei und Zink
  • Giftstoffe aus Fischen und Schalentieren, zum Beispiel Tetrodotoxin

Symptome einer Lebensmittelvergiftung

Die typischen Symptome einer Lebensmittelvergiftung sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchkrämpfe, Fieber, Schüttelfrost sowie schmerzhafter Stuhl- oder Harndrang. Aufgrund der Vielzahl und der Unterschiedlichkeit an Auslösern gesellen sich weitere Symptome hinzu, die für die jeweilige Lebensmittelvergiftung charakteristisch sind. So kann eine Vergiftung durch das Botulinum-Toxin aus dem Bakterium Clostridium botulinum im Verlauf der Erkrankung zu Muskellähmungen, einem Verlust der Sehschärfe sowie Sprach- oder Schluckstörungen führen.

Diagnose Lebensmittelvergiftung

Bei einer Lebensmittelvergiftung stellt der Arzt die Diagnose in der Regel anhand einer eingehenden Befragung des Betroffenen zu konsumierten Speisen und Getränken. In Kombination mit den auftretenden Symptomen liefern sie ihm deutliche Hinweise auf die jeweilige Ursache. Der labordiagnostische Nachweis erfolgt in der Regel erst auf einen konkreten Verdacht hin, da eine Vielzahl von möglichen Ursachen infrage kommt.

Wie wird eine Lebensmittelvergiftung behandelt?

Bei einer einfachen Lebensmittelvergiftung konzentriert sich die Behandlung darauf, die Flüssigkeits- und Elektrolytverluste auszugleichen, die infolge von Durchfall und Erbrechen entstanden sind. Es gilt also, ausreichend elektrolythaltige Getränke (wie Mineralwasser, gegebenenfalls mit einem Elektrolyt-Pulver aus der Apotheke) zu sich zu nehmen. Zusätzlich sollten Betroffene leicht verdauliche Kost wie Zwieback, Salzstangen oder Weißbrot essen, um die Darmschleimhaut zu regenerieren und die Darmfunktion zu aktivieren. Erbrechen und Durchfall werden nur nach sorgfältiger Abwägung durch den Arzt durch Medikamente unterbunden, da beide Reaktionen die Ausscheidung von Giftstoffen aus dem Körper fördern.

Mädchen wäscht Geschirr

Einer Lebensmittelvergiftung lässt sich vorbeugen, indem bestimmte Hygieneregeln in und um die Küche sowie beim Kochen beachtet werden


Manchmal ist der Einsatz von Antibiotika nötig

Unter Umständen kann bei einer Lebensmittelvergiftung auch der Einsatz von Antibiotika notwendig sein, allerdings nur bei schweren Verläufen, wie sie beispielsweise infolge von Salmonellen- oder Listerien-Infektionen möglich sind. Der labordiagnostische Erregernachweis ist hier Voraussetzung für die Therapie. Ausgesprochen starke Gifte wie das Botulinum-Toxin machen die Gabe eines Gegengifts (Antidot) notwendig, um einen lebensbedrohlichen Verlauf zu vermeiden. Zudem müssen Betroffene intensivmedizinisch versorgt und überwacht werden.

Lebensmittelvergiftung vorbeugen

Einer Lebensmittelvergiftung lässt sich vorbeugen, indem bestimmte Hygieneregeln in und um die Küche sowie beim Kochen beachtet werden. Es gilt außerdem, auf den passenden, sorgfältigen Umgang mit den unterschiedlichen Lebensmitteln zu achten.