Kribbeln

Jeder kennt das unangenehme Kribbeln, wenn ein „eingeschlafener“ Arm wieder zum Leben erwacht. Kribbeln kann aber auch Symptom einer Erkrankung sein. Erfahren Sie, welche Hausmittel helfen und wann Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen sollten!

Vor allem, wenn es sehr häufig auftritt oder über einen langen Zeitraum anhält, sollte ein Arzt nach den Ursachen für das Kribbeln suchen und diese nach Möglichkeit behandeln.

Was ist Kribbeln?

Ein Kribbeln auf der Haut, das nicht von einem erkennbaren äußeren Reiz ausgelöst wird, zählt medizinisch zu den sogenannten Parästhesien. Es kann am ganzen Körper, von der Nase bis zu den Füßen, auftreten. Häufig wird das Kribbeln von Betroffenen als ein „Ameisenlaufen“ auf der Haut beschrieben. Es kann auch von weiteren Missempfindungen wie einer Pelzigkeit, einem Prickeln, Jucken, Gefühl der Schwellung oder einer Kälte- oder Wärmeempfindung begleitet sein.

Kribbeln ist eine Missempfindung

Kribbeln ist eine Missempfindung, die ohne einen äußeren Reiz auftreten kann

Reize auf der Haut, zum Beispiel Berührungen oder Kälte, werden normalerweise über Nervenbahnen an das Gehirn gesendet. Die verantwortlichen Nerven werden als sensorische Nerven bezeichnet. Zu ihnen gehören alle Nervenfasern in der Haut, die dem Gehirn über Schmerzen, Lage von Armen und Beinen, Berührungen oder allen anderen Sinneseindrücke berichten. Sie befinden sich fein verästelt in der Haut und verlaufen von dort, indem sie sich zu immer dickeren Nervenbahnen vereinigen, bis zu den Nervenwurzeln, die seitlich an der Wirbelsäule austreten. Von dort laufen die Signale über das Rückenmark bis zum Gehirn. Ist die Reizweiterleitung gestört – durch verschiedenste Ursachen – und werden deshalb Sinnesreize verstärkt an das Gehirn übertragen, kann es zu Missempfindungen wie einem Kribbeln kommen.

Warnsignal Beinkribbeln

Oft stecken eingeschlafene Beine hinter dem Kribbeln. Ursache sind abgedrückte Nerven, etwa durch übereinandergeschlagene Beine. Das Gefühl verschwindet dann schnell wieder von selbst. Manchmal ist es aber auch ein Warnsignal. Man sollte den Arzt aufsuchen, wenn das Kribbeln ohne erkennbaren Grund einsetzt, besonders stark ist oder länger anhält. Wenn dann auch noch Taubheitsgefühle auftreten, ist das ein Hinweis auf einen Bandscheibenvorfall. Kribbeln die Beine vor allem abends und in Ruhe, spricht das für das Restless-Legs-Syndrom (unruhige Beine). Dieses lässt sich mit Medikamenten behandeln. Treten bei Diabetikern zusätzlich Gefühllosigkeit und starkes Brennen auf, kann das auf eine beginnende Nervenstörung hinweisen.