Krätzmilben (Krätze)

Die Krätze, die Mediziner auch als Scabies bezeichnen, ist eine ansteckende, durch die Krätzmilbe ausgelöste Hautkrankheit. Die Krätzmilbe wird durch engen Hautkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Die weibliche Milbe gräbt einen kurzen Gang in die oberste Hautschicht und legt knapp unter der Hautoberfläche ihre Eier ab. Die Eier und der Kot der Milben lösen nach einigen Wochen eine allergische Reaktion aus, wodurch es zu einem stark juckenden Hautausschlag kommt.

Was ist die Krätze?

Die Krätze – auch Scabies genannt – ist ein ansteckender, stark juckender Hautausschlag, der ausschließlich beim Menschen vorkommt. Schuld daran ist die Krätzmilbe – ein winziger, 0,2 bis 0,5 Millimeter großer Parasit, der zu den Spinnentieren gehört. Die Krätzmilbe wird hauptsächlich durch engen Hautkontakt von Mensch zu Mensch übertragen und pflanzt sich auf der Hautoberfläche fort. Während die Männchen direkt nach der Begattung versterben, graben die Weibchen mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen Gänge in die oberste Hautschicht, die Hornhaut. In den meist einige Millimeter langen Milbengängen leben die Weibchen für ungefähr vier bis sechs Wochen und legen pro Tag bis zu vier Eier. Aus diesen schlüpfen bereits nach wenigen Tagen Larven, die sich innerhalb von zwei Wochen zur nächsten geschlechtsreifen Milbengeneration entwickeln.

Die Krätzmilbe ist ein winziger Parasit und wird hauptsächlich durch engen Hautkontakt von Mensch zu Mensch übertragen.

Die Krätzmilbe ist ein winziger Parasit und wird hauptsächlich durch engen Hautkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Die Krätzmilbe pflanzt sich auf der Hautoberfläche fort

Bei den meisten Menschen, die mit der Krätzmilbe infiziert sind, finden sich auf dem Körper nur relativ wenige Milben. Gründe dafür sind eine Abwehrreaktion unseres Immunsystems, die tägliche Körperpflege und das Kratzen an dem stark juckenden Hautausschlag, die allesamt die Milben an einer übermäßigen Vermehrung hindern. Oft findet der Arzt im Rahmen der Diagnose nicht mehr als 10 bis 20 eingegrabene Milbenweibchen. Allerdings bereitet auch ein geringfügiger Befall häufig erhebliche Beschwerden. Die Weibchen schädigen die Haut, und die sich in den Milbengängen ansammelnden Abfallprodukte – insbesondere die Überreste der Eier und der Milbenkot – sorgen einige Wochen nach der Infektion für eine allergische Reaktion. Die Milbengänge entzünden sich und es bildet sich auf großen Bereichen der Haut ein Ekzem mit geröteten Knötchen und Bläschen aus. Je stärker das Immunsystem auf den Milbenbefall reagiert, desto heftiger wird auch der typische Juckreiz, welcher der Krätze ihren Namen eingebracht hat.

Krätzmilben brauchen zur Übertragung engen Hautkontakt

Krätzmilben können ohne ihren Wirt, also den Menschen, nur für sehr kurze Zeit überleben. Vom Menschen getrennt sind die Parasiten bei Raumtemperatur in der Regel nicht länger als 48 Stunden lebensfähig. Deshalb erfolgt eine Infektion meistens nur durch engen Hautkontakt, zum Beispiel beim gemeinsamen Schlafen in einem Bett, beim Kuscheln, beim Spielen oder bei der Körperpflege von kranken und pflegebedürftigen Menschen, während eine Übertragung über Bettwäsche, Kleidung oder andere Gegenstände eher selten ist.

Es gibt keine zuverlässigen Daten darüber, wie viele Menschen mit der Krätzmilbe infiziert sind. Ärzte gehen von ungefähr 300 Millionen Menschen weltweit aus, wobei die Erkrankung in den Entwicklungsländern besonders verbreitet ist. In Mitteleuropa kommt die Krätze nur gelegentlich vor, insbesondere bei Kindern und ihren Müttern oder bei alten oder kranken Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist. In Einrichtungen wie Kindergärten, aber auch in Altersheimen, Krankenhäusern oder anderen Pflegeeinrichtungen kann es durch einen einzelnen infizierten Menschen jedoch schnell zu einem Massenbefall kommen. Dies liegt vor allem daran, dass die ersten Symptome der Krätze erst nach mehreren Wochen auftreten, wenn die Betroffenen bereits seit einiger Zeit ansteckend sind.