Kinderlähmung (Polio)

Auch wenn der Name es anders vermuten lässt, können an einer Kinderlähmung auch Erwachsene erkranken. In den meisten Fällen verursacht die Infektion mit dem Polio-Virus keinerlei Symptome, allerdings kann die Erkrankung auch zu Lähmungen des ganzen Körpers und sogar zum Tod führen. Sicheren Schutz vor einer Ansteckung bietet eine Schutzimpfung.

Was ist eine Kinderlähmung?

Die Kinderlähmung ist eine hoch ansteckende Erkrankung, die durch eine Infektion mit dem Polio-Virus ausgelöst wird und zu dauerhaften Lähmungen des Körpers führen kann. Medizinisch wird die Krankheit Poliomyelitis anterior acuta, oder auch kurz Polio genannt. Der Name Kinderlähmung lässt sich darauf zurückführen, dass die Erkrankung meist schon im Kindesalter auftritt. Am häufigsten sind Kinder unter fünf Jahren davon betroffen, allerdings können auch Erwachsene an Polio erkranken.

Symptome von Kinderlähmung

Erste Symptome einer kinderlähmung können Übelkeit, Fieber und Muskelschmerzen sein


Schutzimpfung gegen Kinderlähmung

Polio-Viren, die Erreger der Kinderlähmung, sind weltweit verbreitet. Nachdem durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den 1980er Jahren ein Programm zur Beseitigung der Kinderlähmung mithilfe einer Schutzimpfung eingeführt wurde, sind die Erkrankungszahlen allerdings stark zurückgegangen. Während 1988 weltweit noch etwa 350.000 Menschen an der Kinderlähmung erkrankten, wurden 2013 nur noch 406 Fälle gemeldet. Der letzte Fall einer in Deutschland erworbenen Kinderlähmung wurde 1990 registriert. Die letzten beiden importieren Fälle, bei denen sich Erkrankte in Ägypten und Indien angesteckt hatten, traten 1992 auf. Nur in wenigen Ländern (wie Nigeria, Afghanistan und Pakistan) kommt es heutzutage noch zu größeren Ausbrüchen der Erkrankung, sogenannten Kinderlähmungs-Endemien.

Übrigens: In Deutschland muss der Arzt den Verdacht auf Kinderlähmung, den Tod aufgrund der Poliomyelitis oder den Nachweis von Polio-Viren sofort an das Gesundheitsamt melden.