Keuchhusten (Pertussis)

Ein anfallsartig auftretender, bellender Husten mit einem Würgereiz ist typisch für Keuchhusten. Dieser zählt zu den häufigsten Infektionskrankheiten bei Kindern. Doch auch immer mehr Erwachsene leiden an dieser hochansteckenden Infektionskrankheit der Atemwege. Eine Schutzimpfung kann, wenn sie regelmäßig aufgefrischt wird, die Krankheit verhindern oder stark abschwächen.

Was ist Keuchhusten?

Keuchhusten, auch Pertussis genannt, ist eine sehr ansteckende, akute Infektionserkrankung der Atemwege. Sie zählt weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten bei Kindern, gilt aber nicht mehr als klassische Kinderkrankheit, da immer mehr Jugendliche und Erwachsene davon betroffen sind.

Keuchhusten kann ganzjährig auftreten. In Mitteleuropa wird Pertussis aber vor allem im Herbst und Winter beobachtet. In Deutschland kam es in den alten Bundesländern in den Jahren 1974 bis 1991 zu einem Anstieg der Häufigkeit von Keuchhusten auf bis zu 160 Erkrankungen pro 100.000 Einwohnern. Grund war der Wegfall der Impfempfehlung für Keuchhusten.

Durch die allgemeine Impfempfehlung für Säuglinge und Kleinkinder im Jahr 1991 erreichte der Durchimpfungsgrad bei eingeschulten Kindern im Jahr 2007 wieder etwa 93 Prozent. Die Anzahl der Krankenhausaufenthalte aufgrund von Keuchhusten ging seitdem deutlich zurück. Im Jahr 2012 erkrankten nur noch etwa 42 von 100.000 Einwohnern. Außerdem zeigte sich eine Verschiebung der Erkrankungen in das Jugend- und Erwachsenenalter. Während das Durchschnittsalter 1995 noch bei 15,1 Jahren lag, stieg es bis zum Jahr 2008 auf 41,7 Jahre an.

Weltweit sterben etwa 300.000 Menschen pro Jahr an Keuchhusten. Meist handelt es sich dabei um sehr kleine Kinder, die noch nicht geimpft werden können. 2011 gab es in Deutschland drei Tote durch Keuchhusten, zwei davon Kinder unter einem Jahr. Zwischen 2001 und 2011 starben insgesamt 12 Menschen an Pertussis.

Seit März 2013 besteht für Keuchhusten eine Meldepflicht gemäß §6 und §7 des Infektionsschutzgesetz (IfSG). Danach müssen der Krankheitsverdacht, die Erkrankung, ein Tod an Keuchhusten sowie der direkte oder indirekte Nachweis des Erregers an das Gesundheitsamt gemeldet werden. In der Regel kümmert sich der behandelnde Arzt darum.