Keime? Mit diesen Tipps haben sie keine Chance!

Bakterium Helicobacter pylori
Eine Infektion mit Helicobacter-pylori-Viren kann Gastritis und Magengeschwüre hervorrufen
Winzig klein und doch so bedrohlich: Keime können uns sehr krank machen. Wir haben Erreger-Steckbriefe für sie angelegt – damit Magengeschwüre, Herpes und Masern erst gar keine Chance bei uns haben.

Für unsere Augen sind sie unsichtbar, doch ihre Schlagkraft ist enorm: Keime. Nie waren Viren und Bakterien so gefährlich wie heute, immer häufiger werden scheinbar harmlose Hals-, Rachen- oder Darminfekte zur ernsten Bedrohung.

So haben Experten herausgefunden, dass Magengeschwüre ebenso auf das Konto von Bakterien gehen, wie eine Lungenentzündung oder eine Blutvergiftung (Sepsis). Nach aktuellen Daten ist die Sepsis mittlerweile sogar die dritthäufigste Todesursache in Deutschland, denn einige dieser Bakterienstämme sind unempfindlich gegen Antibiotika geworden. Unsere Erreger-Steckbriefe helfen, die kleinen Körperfeinde effektiver zu bekämpfen – damit Keime keine Chance haben.

Helicobacter-pylori-Bakterien sind gefährliche Keime

Das spiralig gekrümmte Bakterium Helicobacter pylori kann Gastritis, Magengeschwüre und Zwölffingerdarmgeschwüre auslösen.

Ansteckung: Mund zu Mund.

Diagnose: Durch Bluttest bzw. einen Harnstoff-Atemtest. Auch eine Magenspiegelung oder eine Stuhlprobe können Aufschluss geben.

Behandlung: Erfolgreich ist die sieben bis 14-tägige Eradikationstherapie, bestehend aus Antibiotikagaben und Säureblockern. Nach der Therapie erholt sich die Schleimhaut meist wieder gut, Schäden heilen ab.

Herpesviren

Herpesviren

Per Bluttest oder Schleimhautabstrich können Herpesviren diagnostiziert

Für den Lippen beziehungsweise Genitalherpes sind die Herpes-Simplex-Viren Typ 1 und Typ 2 verantwortlich.

Ansteckung: Durch direkten Hautkontakt mit einem an Herpes Erkrankten (zum Beispiel durch Küssen oder Schmusen).

Diagnose: Per Schleimhautabstrich und/oder Bluttest.

Behandlung: Ohne Behandlung klingen die Beschwerden nach 1-3 Wochen ab. Antivirale Substanzen (etwa Aciclovir, Penciclovir) sollen den Heilungsverlauf beschleunigen. Bei stärkeren Beschwerden gibt es die Virostatika auch als Tabletten und Infusion.

Influenzaviren

Influenzaviren

Der Influenza-Virus wird durch direkten Hautkontakt übertragen und kann eine „echte“ Grippe auslösen

Auslöser der "echten" Grippe bzw. Virusgrippe sind Viren aus den Gattungen Influenza-Virus A oder B.

Ansteckung: Durch Tröpfcheninfektion beziehungsweise direkten Hautkontakt (zum Beispiel durch Küssen oder Händeschütteln), gelangen die Keime in den Körper.

Diagnose: Nasen- oder Rachenabstrich bzw. Bluttest.

Behandlung: Bei Verdacht auf Influenza sofort zum Arzt, dann Bettruhe. Rechtzeitig eingenommen, können Neuraminidasehemmer die Virenverbreitung eindämmen, den Krankheitsverlauf abschwächen und Komplikationen (zum Beispiel Herzmuskel-Entzündung) verhindern.

Masernviren

Sie sind verantwortlich für die hochansteckende Infektionskrankheit Masern.

Ansteckung: Übertragen werden die Keime über die Luft, auch über weite Strecken. Daher nennt man sie auch eine "fliegende Infektion".

Diagnose: Bei Masern stellt der Arzt die Diagnose anhand des typischen Krankheitsverlaufs wie zweimaliges sehr hohes Fieber (zweigipflige Fieberkurve) und dem charakteristischen Ausschlag (Exanthem).

Behandlung: Schonung und Bettruhe. Fieber, Schmerzen und Husten lassen sich durch Medikamente mildern.

Pneumokokken-Bakterien

Am häufigsten verursachen sie Lungenentzündungen.

Ansteckung: Durch Tröpfchen.

Diagnose: Blutbild oder Hustenauswurf.

Behandlung: Die Pneumokokken-Pneumonie lässt sich mit Penicillin behandeln. Ist eine Lungenentzündung auf atypische, bakterielle Auslöser (zum Beispiel Legionellen) zurückzuführen, kommen Makrolid-Antibiotika zum Einsatz. Um Folgeerkrankungen wie eine Blutvergiftung auszuschließen, wird Patienten ab 60 und chronischen Atemwegspatienten alle sechs Jahre eine Pneumokokken-Impfung empfohlen.

Rhinoviren

Sie sind für 35 Prozent aller Erkältungen verantwortlich.

Ansteckung: Auf direktem Wege, zum Beispiel über infizierte Hände oder über Gegenstände (Schmierinfektion).

Diagnose: Bluttests und Röntgen geben Aufschluss über mögliche Komplikationen (Atemnot, Brustschmerzen).

Behandlung: Medikamente (zum Beispiel Nasensprays, Inhalationen) zur Symptomlinderung. Wichtig ist immer Schonung. Denn auch scheinbar banale, durch Keime ausgelöste Infekte können, wenn sie nicht richtig auskuriert werden, auf andere Organe überspringen. Besonders anfällig ist der Herzmuskel.