Kann Vitamin D Multiple Sklerose lindern?

Vitamin-D-Präparate bei MS-Therapie
Eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung ist bei der MS-Therapie besonders wichtig
Vitamin D kann einer aktuellen Studie zufolge die Behandlung von Multipler Sklerose (MS) sinnvoll unterstützen. Hier erfahren Sie, welche Dosis dazu erforderlich ist.

Niedrige Vitamin-D-Dosis erhöht MS-Risiko

Zahlreiche Studien konnten einen Zusammenhang zwischen einer niedrigen Vitamin-D-Zufuhr und einem erhöhten MS-Risiko belegen. Bekannt ist außerdem, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel bei MS-Patienten die Symptome verstärkt. Inwieweit die Substanz Cholecalciferol, die wir üblicherweise als Vitamin D bezeichnen, für Menschen mit Multipler Sklerose hilfreich sein kann, haben Forscher jetzt untersucht.

Für ihre Studie analysierten Wissenschaftler der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore die Vitamin-D-Versorgung von 40 Erwachsenen im Alter von 18-55 Jahren mit schubförmiger MS. Bei dieser Form der Erkrankung können sich die Symptome vollständig zurückbilden, sie können aber auch bleibende Schäden verursachen.

Im Rahmen der Untersuchung erhielten die 40 Patienten über einen Zeitraum von sechs Monaten täglich entweder eine sehr hohe Vitamin-D3-Dosis (10 400 Internationale Einheiten – das entspricht etwa 0,26 Milligramm) oder nur eine sehr geringe (800 IE – also 0,02 Milligramm). Das ist nur etwas mehr, als die täglich empfohlene Dosis (600 IE bzw. 0,015 Milligramm).

Mittels eines Bluttests wurden nach drei und sechs Monaten die Vitamin-D-Spiegel sowie die MS-bezogenen T-Zellreaktionen der einzelnen Teilnehmer gemessen. Bei Multipler Sklerose greifen Immunzellen, die sogenannten T-Zellen, die Myelinschicht an. Diese Isolierschicht, die auch Markscheide bezeichnet wird, dient dem Schutz der Nervenfaser und regt dadurch eine schnelle Weiterleitung der elektrischen Signale an. Werden die T-Zellen befallen, ist die Übertragung von Reizen unterbrochen. Die Folge: Nervenzellen sterben ab und die Betroffenen haben mit Koordinationsschwierigkeiten und Lähmungserscheinungen zu kämpfen.

Vitamin D bremst das Immunsystem

Wie verhindert Vitamin D das Fortschreiten der Krankheit? Der Wissenschaftler Dr. Peter A. Calabresi und sein Team kommen zum folgenden Ergebnis: Die Einnahme einer hohen Vitamin-D3-Dosis stoppt die fehlgeleiteten Immunzellen, die das Nervensystem angreifen. Das ist auch der Grund dafür, warum sich die Anzahl fehlgeleiteter T-Zellen nur im Blut jener Patienten verringerte, die eine hohe Vitamindosis bekommen hatten. Jede Erhöhung um 0,005 Milligramm Vitamin senkte die T-Zell-Menge um ein Prozent.

Wie viel Vitamin D sollten MS-Patienten zu sich nehmen?

Experten empfehlen MS-Patienten einen Wert von 0,05 Milligramm Vitamin D3 täglich – in Absprache mit dem behandelnden Arzt.

Hamburg, 4. Januar 2016