Juckreiz am After – ein Knoten ist Schuld

Eine Analvenenthrombose kann zu einem Juckreiz am After führen
Eine Analvenenthrombose kann zu einem Juckreiz am After führen
Juckt es am Po, denken viele, sie hätten Hämorrhoiden. Doch damit liegen sie oft falsch. Erfahren sie hier von einer häufigen, aber wenig bekannten Krankheit.

Es gibt Krankheiten, über die spricht man nicht so gerne. Ein starkes Jucken am Po zählt wahrscheinlich dazu. Viele schweigen und denken, sie hätten Hämorrhoiden. Doch juckende und schmerzhafte Knötchen am After deuten meist auf eine andere Krankheit hin: Analvenenthrombose. Bei der Analvenenthrombose handelt es sich um ein Blutgerinnsel, das eine Vene im Anus oder an dessen Rand verstopft.

Analvenenthrombose ruft Juckreiz am After hervor

Dr. Bernhard Lenhard, Hautarzt und Proktologe in der Praxis für Enddarmerkrankungen in Heidelberg: „Vor allem starkes Pressen bei der Stuhlentleerung zählt zu den Hauptauslösern. Aber auch intensiver Druck auf den Beckenboden wie zum Beispiel bei der Entbindung oder häufiges schweres Heben können eine Analvenenthrombose hervorrufen.“

Die juckenden Knötchen am After können unterschiedlich groß sein – vom Stecknadelkopf bis hin zur Pflaume. Im Gegensatz zu der lebensbedrohlichen, tiefen Beinvenenthrombose ist die Analvenenthrombose völlig ungefährlich. Zwar baut der Körper auch ohne Therapie das geronnene Blut im Laufe einiger Wochen langsam wieder ab. Aber meistens beginnt zügig eine gezielte Behandlung. „Die Analvenenthrombose verursacht in der Regel sehr heftige Schmerzen. Das treibt die Patienten schnell zum Arzt“, weiß Dr. Lenhard.

Eine Salbe hilft gegen den Juckreiz am After

Eine Salbe hilft gegen den Juckreiz am After Sehr große und schmerzhafte Knoten müssen operativ entfernt werden – am besten gleich zu Beginn der Beschwerden. Dr. Lenhard beruhigt: „Es reicht eine örtliche Betäubung aus, um den Knoten vorsichtig wegzuschneiden.“ Bei kleineren juckenden Thrombosierungen am After helfen abschwellende Kortisonsalben und gegebenenfalls Schmerzmittel.

Vorbeugen ist im gewissen Rahmen möglich. Eine ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend Flüssigkeit bringen den Darm in Schwung und verhindern Verstopfungsbeschwerden – Pressen wird unnötig. Wer häufiger unter Analvenenthrombosen leidet, sollte versuchen herauszubekommen, bei welchen Gelegenheiten die Beschwerden auftreten. Diese Situationen – wie starkes Pressen bei der Stuhlentleerung – sollten vermieden werden.