Hustenreiz: Mit gesunden Atemwegen durch den Herbst!

Hustenreiz
Gleich beim ersten Hustenreiz sollten Sie handeln – damit Sie gesund und munter durch den Herbst kommen!
Feuchtkalte Luft ist das pure Wohlfühlklima für Husten-Erreger. PraxisVITA erklärt, wie wir sie bekämpfen können und was gegen Hustenreiz im Akutfall hilft.

Er klingt mal pfeifend, mal rasselnd, zuweilen heiser oder bellend: Wenn wir uns eine Erkältung einfangen, gehört er als lästiges Anhängsel meist dazu: Hustenreiz. Der nervt nicht nur gewaltig, er kann auch zum Dauergast und sogar gefährlich werden.

Was steckt hinter dem Hustenreiz?

Erwischt uns ein Infekt, attackieren Erkältungsviren die Schleimhäute in den Bronchien. Das führt zu Entzündungen sowie vermehrter Schleimproduktion – und löst quälenden Hustenreiz aus. Anfangs ist er meist trocken (Reizhusten), später geht er über in den produktiven Husten, der unsere Bronchien vom zähen Schleim befreit.

Nur ein Husten – oder schon Bronchitis?

Hartnäckige Hustenattacken sind das SOS-Signal Nr. 1 einer akuten Bronchitis. Hinzu kommen Müdigkeit, Abgeschlagenheit, oft auch Fieber, Kopf-, Glieder- oder Muskelschmerzen. Bei diesen Symptomen sollten wir unbedingt zum Arzt gehen. Denn aus einer verschleppten Bronchitis kann sich schnell eine Lungenentzündung entwickeln! Schuld daran ist oft eine sogenannte Superinfektion: Bakterien nutzen das von Viren geschwächte Immunsystem aus und greifen unsere Atemwege an. Vor allem Kindern, älteren Menschen und Personen mit geschwächter Abwehr droht dann möglicherweise ein problematischer Krankheitsverlauf.

Wie schützen wir uns vor Komplikationen?

Experten empfehlen Menschen über 60 oder mit schweren chronischen Erkrankungen eine Impfung gegen Pneumokokken-Bakterien (in der Regel einmalig) sowie Grippeviren (jährlich) – beide Erreger können direkt oder indirekt für eine Lungenentzündung verantwortlich sein. Darüber hinaus ist es wichtig, das Immunsystem beim ersten Hustenreiz zu unterstützen, um ernstere Folgen zu verhindern. Dafür gönnen wir unserem Körper am besten jede Menge Ruhe und Schonung, auf dem Sofa oder im Bett.

Unsere Bronchien freuen sich über Fenchel-, Anis- oder Kamillentee – sie beruhigen die Schleimhäute. Inhalationen mit Kochsalz fördern das Abhusten. Auch Wickel befreien unsere Lunge: Tuch in heißem Ingwer- oder Spitzwegerichtee tränken, auswringen und etwa 20 Minuten um den Brustkorb legen. Das steigert die Durchblutung und wirkt schleimlösend. Mit diesen Maßnahmen lassen sich die unangenehmen Symptome bereits gut lindern.

Zusätzlich eignen sich pflanzliche Arzneimittel, um Viren zu bekämpfen, die Hustenreiz auslösen können. Studien zufolge ist der Wurzelextrakt der Kapland-Pelargonie in diesen Fällen wirksam – Experten empfehlen daher, bereits beim ersten Kratzen im Hals ein entsprechendes Präparat einzunehmen.

Hustenreiz

Der Extrakt aus einer Pelargonienwurzel kann bei virenbedingtem Hustenreiz die Beschwerden lindern


Vornehm hüsteln oder losbellen?

Das ist keine Frage der Etikette! Wenn wir mit aller Macht abhusten, entstehen kleine Risse auf der Schleimhaut. Deshalb zärtlich hüsteln: leicht geöffnete Faust vor den Mund, Wangen aufblähen und vorsichtig in die Faust hineinhusten. Danach mindestens 30 Sekunden Hände mit Seife waschen, damit wir keine Viren weitergeben. Kein Waschbecken in Sicht? Dann lieber in den Ärmel husten. So bleiben die Hände virenfrei.

SOS-Trick bei Attacken im Theater oder Kino: Akupressur. Der wichtigste Hustenreiz-Punkt liegt in der kleinen Kuhle am oberen Ende des Brustbeins: Mit dem Zeigefinger 5 Minuten mittelstark drücken – das beruhigt die Bronchien. Und: keine tiefen Atemzüge, durch die Nase atmen und die Stimme schonen.

Wann sollte ich mit einer Erkältung zum Arzt gehen?

Tritt innerhalb von einer Woche keine Besserung der Symptome auf oder werden diese sogar schlimmer, kann eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein, um auszuschließen, dass es sich um mehr als eine Erkältung handelt: Tagelanges hohes Fieber und starke Kopf- und Gliederschmerzen deuten zum Beispiel auf eine Grippe hin. Starke Halsschmerzen sind dagegen ein Anzeichen für eine Mandelentzündung.