HIV

Das Humane Immundefizienz-Virus, abgekürzt HIV, ist ein Virus, dass das Immunsystem schwächt. Eine HIV-Infektion kann zur lebensbedrohlichen Immunschwäche-Krankheit AIDS (engl. für Aquired Immune Deficiency Syndrome, also erworbenes Immunschwäche-Syndrom) führen. HIV wird vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO lebten Ende 2012 weltweit rund 35 Millionen Menschen mit einer HIV-Infektion, die meisten davon in Afrika.

Was ist HIV?

Oftmals werden HIV und AIDS fälschlicherweise als Synonym verwendet. Korrekt ist jedoch, dass eine Infektion mit dem HI-Virus – Erkrankte sind in der medizinischen Sprache HIV-positiv – die tödliche Immunschwächekrankheit AIDS auslösen kann: AIDS ist also das Endstadium der HIV-Erkrankung. Im Laufe der Erkrankung zerstört das HI-Virus bestimmte Zellen des Abwehrsystems (Immunsystems) des Körpers, sodass das Immunsystem zusammenbricht und der Körper schutzlos gegenüber Krankheitserregern und bestimmten Krebsformen ist.

Das HI-Virus gehört zur Familie der sogenannten Retroviren. Es werden zwei Erregertypen unterscheiden: HIV-1 und HIV-2, wobei HIV-1 zuerst entdeckt wurde und weltweit am häufigsten verbreitet ist.

Kondome schuetzen vor HIV

Kondome schützen beim Geschlechtsverkehr vor einer HIV-Infektion

Eine HIV-Infektion verläuft in mehreren Stadien, die mit A, B und C gekennzeichnet sind. Zum Stadium A zählt die sogenannte akute HIV-Infektion: Die ersten Symptome der HIV-Erkrankung treten nach wenigen Tagen bis Wochen auf und ähneln einem grippalen Infekt mit Fieber und geschwollenen Lymphknoten. Das Immunsystem infizierter Personen bildet zwar Abwehrstoffe gegen das HI-Virus, sogenannte Antikörper, die das Virus jedoch nicht ausreichend bekämpfen können. Diese Antikörper sind nach zwei bis zehn Wochen nach der Infektion im Blut nachweisbar. Betroffene gelten dann als HIV-positiv. Die Beschwerden der akuten HIV-Infektion klingen nach Tagen bis wenigen Wochen wieder ab. Es folgt die sogenannte Latenzphase, in der die Krankheit symptomlos verläuft, das Virus sich aber weiter vermehrt. Diese Phase dauert durchschnittlich zehn Jahre lang an. Im Stadium B erkranken HIV-Infizierte Personen vermehrt an den sogenannten „Nicht-AIDS-definierenden Erkrankungen“, also Krankheiten, die durch eine Immunschwäche begünstigt werden, aber nicht in direktem Zusammenhang mit AIDS stehen. Im Stadium C , dem Endstadium, ist schließlich von AIDS die Rede.

Weltweit leben mehr als 35 Millionen Menschen mit HIV

Die ersten Fälle von AIDS wurden in den 1980er Jahren in den USA beobachtet, zwei Jahre später wurde HIV als Krankheitsursache erkannt. Die Krankheit breitete sich in den 80er Jahren von Zentralafrika in die USA und von dort nach Europa und andere Regionen weltweit aus. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO lebten Ende 2012 weltweit mehr als 35 Millionen Menschen mit HIV, der Großteil davon in armen Ländern, vor allem in der Sub-Sahara-Region in Afrika. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts lebten in Deutschland Ende 2012 rund 78.000 Menschen mit einer HIV-Infektion, davon rund 63.000 Männer und rund 15.000 Frauen.

Die Übertragung von HIV erfolgt hauptsächlich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Person. Da die Erreger auch über das Blut übertragbar sind, besteht ein Übertragungsrisiko zudem für Drogenabhängige, die sich Spritzen teilen oder bei ungetesteten Blutprodukten wie Bluttransfusionen. Auch eine Übertragung von der Mutter auf das Kind vor und während der Geburt ist möglich.

Eine HIV-Erkrankung ist noch nicht heilbar, aber durch Fortschritte in der Medizin gibt es heutzutage spezielle Medikamente (sog. antiretrovirale Medikamente), die das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen und die Lebenserwartung von HIV-Infizierten deutlich erhöhen.