Helicobacter-Ursache: Schuld ist ein Bakterium

Die Helicobacter-Ursache ist eine Besiedlung der Magenschleimhaut mit dem Bakterium Helicobacter pylori. Wie das Bakterium die Infektion auslöst, erfahren Sie bei Praxisvita.

Das Bakterium Helicobacter pylori gehört zu den wenigen Keimen, die trotz des äußerst feindlichen Milieus im Magen überleben und die Magenschleimhaut infizieren können. Die Natur hat das Bakterium bestens ausgerüstet, um zur Helicobacter-Ursache zu werden.

Helicobacter-Ursache: Ein zähes Bakterium

Mithilfe eines speziellen Enzyms, der Urease, kann Helicobacter pylori den im Magen vorkommenden Harnstoff in Ammoniak umwandeln. Das Ammoniak neutralisiert die aggressive Magensäure in der unmittelbaren Umgebung des Bakteriums und verschafft Helicobacter pylori so genügend Zeit, in die dicke, schützende Schleimschicht, die den Magen von innen auskleidet, einzudringen. Mit Hilfe von Geißeln, also fadenförmigen Gebilden, die der Fortbewegung dienen, kann sich das Bakterium einen Weg durch den zähen Schleim bahnen, der die darunter liegende Magenschleimhaut sonst sehr wirksam vor dem Eindringen von Krankheitserregern schützt.

Helicobacter pylori

Als Helicobacter-Ursache gilt das Bakterium Helicobacter pylori: Es kann Geschwüre fördern und Gastritis auslösen

Sobald das Bakterium an der Magenschleimhaut angekommen ist, bildet es Anker-ähnliche Strukturen aus, mit denen es sich fest an die Zellen der Schleimhaut anheftet. Unter dem Magenschleim ist es optimal von der Magensäure abgeschirmt. Außerdem ist das Bakterium in der Lage, Angriffe durch das Immunsystem weitgehend abzuwehren, das den Krankheitserreger sonst schnell aus dem Körper entfernen würde. So kann Helicobacter pylori über Jahrzehnte auf der Magenschleimhaut überleben, sich nach und nach über die ganze Oberfläche ausbreiten und wird zur Helicobacter-Ursache.

Helicobacter ist die häufigste Ursache bei einer Gastritis

Eine Helicobacter pylori Infektion gilt als Ursache für verschiedene Erkrankungen des Magens und des angrenzenden Zwölffingerdarms. Zunächst löst das Bakterium durch seine Anheftung an die Magenschleimhaut eine chronische Entzündung aus. Weltweilt ist die Helicobacter-Ursache am häufigsten für eine Gastritis (Magenschleimhautentzündung) veranwortlich; etwa 85 Prozent aller Erkrankungen gehen auf das Konto des Bakteriums. Die Entzündung verläuft bei vielen Menschen ohne Symptome, sie kann jedoch langfristig zu Komplikationen führen: Über einen noch nicht bekannten Mechanismus steigert das Bakterium Helicobacter pylori die Produktion von Magensäure durch die Magenschleimhautzellen und  hemmt gleichzeitig die Produktion der Schleimschicht, welche die Magenschleimhaut vor der aggressiven Magensäure schützt. Infolgedessen ist die Magenschleimhaut dem Angriff der im Überfluss vorhandenen Magensäure mit der Zeit schutzlos ausgesetzt. Dies begünstigt die Entstehung von Geschwüren im Magen und im Zwölffingerdarm. In wesentlich selteneren Fällen ist eine Helicobacter pylori Infektion die Ursache für die Entstehung von bösartigen Tumoren der Magenschleimhaut (Magenkrebs) oder des umgebenden Lymphgewebes.