Gerät misst, wann Fettabbau beginnt

Eine Frau bläst beim Sport in ein Röhrchen
Schweizer Forscher haben ein Gerät entwickelt, das misst, wann beim Sport der Fettabbau beginnt
Ab wann beginnt mein Körper Fett abzubauen? Das kann jeder bald mit einem handlichen Gerät während des Sports selbst messen.

Die beste Art, überschüssiges Körperfett loszuwerden, ist Bewegung. Doch wie viel muss ich mich bewegen, damit mein Körper mit dem Fettabbau beginnt? Die Antwort auf diese Frage ist bei jedem Menschen unterschiedlich und war bisher nur mit aufwendigen Messmethoden zu erlangen, beispielsweise der Analyse spezieller Biomarker im Blut.

Wissenschaftler der ETH Zürich (Eidgenössische Technische Hochschule Zürich) und der Universitätsklinik in Zürich entwickelten nun eine Methode, die es deutlich einfacher macht zu bestimmen, wann beim Sport der Fettabbau beginnt.

Sensor misst Fettabbauprodukte in der Atemluft

Grundlage für ihre Forschung war die Erkenntnis, dass Fett, das vom Körper abgebaut wird, über die Atemluft ausgeschieden wird. Denn Fett wird nicht etwa in Wärme umgewandelt, wie der Ausdruck „Fettverbrennung“ vermuten lässt. Das hatten australische Forscher in einer Studie herausgefunden – Praxisvita berichtete. Unter den Stoffwechselprodukten, die beim Fettabbau in die Atemluft gelangen, ist das sogenannte Azeton. Das Züricher Team um Andreas Güntner entwickelte einen besonders empfindlichen Sensor, der einzelne Azeton-Moleküle in der Atemluft nachweisen kann.

Bei dem Sensor handelt es sich um einen Chip etwa in der Größe einer 1-Cent-Münze, der mit einer Schicht aus speziellen Nanopartikeln überzogen ist. Diese Partikel bestehen aus Wolframtrioxid. Der Hintergrund: In früheren Untersuchungen hatten die Züricher Forscher herausgefunden, dass Nanopartikel dieses Stoffs mit Azeton wechselwirken. Kommt der Chip mit Azeton in Berührung, verringert sich sein elektrischer Widerstand und er gibt „Meldung“, dass der Fettabbau begonnen hat.

Fettverbrennung beginnt zu unterschiedlichen Zeitpunkten

Güntner und sein Team überprüften die Funktion ihres Sensors bei 20 Probanden, die jeweils 90 Minuten mit zwei kurzen Pausen auf einem Ergometer trainierten. Während des Trainings bliesen die Sporttreibenden immer wieder in ein Röhrchen, das mit dem Azeton-Sensor verbunden war.

Dabei zeigte sich: Die Fettverbrennung setzte bei den Probanden zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten ein – bei einigen erst kurz vor Ende des Trainings, bei anderen bereits viel früher. Blutproben der Probanden, die nach den herkömmlichen Messmethoden auf Biomarker untersucht wurden, kamen zu denselben Ergebnissen wie der Sensor-Chip.

Fettverbrennung beim Sport messen – bald auch im Alltag möglich

Die Forscher arbeiten nun daran, ihre Technik so weiterzuentwickeln, dass der Chip in ein handliches Gerät eingesetzt werden kann, das Sportler im Alltag verwenden können. So könnte jeder bald selbst im Fitnessstudio oder beim Joggen messen, wann bei ihm der Fettabbau einsetzt.

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