Gehörschutz im Alltag – Tinnitus vermeiden

Schon gehört? Lärm kann krank machen – doch mit dem richtigen Gehörschutz beugen Sie Beschwerden wie Tinnitus, Hörsturz, Schwerhörigkeit und Migräne vor
Die Fakten sprechen für sich: Tinnitus und Schwerhörigkeit sind zur Volkskrankheit geworden. 15 Prozent der Jugendlichen hören bereits so schlecht wie 50-Jährige. Pro Jahr gibt es 6000 neue Fälle lärmbedingter Schwerhörigkeit, die als Berufskrankheit anerkannt werden.

Mit Gehörschutz Krankheiten vorbeugen

Hinzu kommen weitere Gesundheitsgefahren. Der Forschungsverbund Lärm und Gesundheit wertete mehrere Studien aus. Das Ergebnis: Bei Menschen, die durch Lärmbelästigung unter Schlafstörungen leiden, steigt das Risiko für Allergien, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Migräne deutlich. Alarmierende Gründe, sich mit Gehörschutz auseinander zu setzen.

Viele Menschen setzen sich aber auch freiwillig Lärmbelastungen aus oder wissen nicht, wie sie ihre Ohren schützen. "Das gilt für den zu lauten MP3-Player bei Jugendlichen genauso wie für die Schlagbohrmaschine oder den Laubsauger bei Erwachsenen", warnt Dr. Martin Liedtke, Lärmexperte am Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Er rät, auch in der Freizeit für Lärm- und Gehörschutz zu sorgen.

Wie laut ist Ihr Alltag?

Gerade in der Freizeit und im Berufsalltag fällt uns häufig gar nicht auf, wie viel Lärm wir ausgesetzt sind und dass wir eigentlich Gehörschutz benötigen. In dieser Bildergalerie finden Sie Beispiele für Alltagsgeräusche mit Dezibel-Angaben und Tipps, welcher Gehörschutz wann geeignet ist, um Hörschäden zu vermeiden.

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Wie kann ich mein Gehör noch schützen?

Mehr als 20 Millionen Deutsche leiden unter Hörproblemen. Zu den ersten Anzeichen zählt das Überhören der Klingel, manche können Gesprächen nicht mehr so gut folgen. Die gute Nachricht: Gehörschutz ist gar nicht so schwer!

Gehörschutz

Ein Föhn ist lauter, als man glauben könnte. Daher sollte er für einen guten Gehörschutz mindestens 20 Zentimeter vom Kopf weggehalten und nur auf niedrigster Stufe benutzt werden


Lautstärke regulieren

Stellen Sie Fernseher oder Radio ständig auf Maximal-Lautstärke, schädigt das die empfindlichen Härchen und Sinneszellen im Ohr. Besser den Ton so einstellen, dass Umgebungsgeräusche noch gut zu hören sind. Und: Ein Föhn auf höchster Stufe ist mit bis zu 100 Dezibel fast so laut wie ein Pressluft-Hammer. Den Haartrockner besser ausschließlich auf niedrigster Stufe verwenden.

Sanfte Nachtruhe

Während wir schlafen, erholt sich nicht nur der Körper, sondern auch das Ohr. Das geht am besten in einer geräuscharmen Umgebung. Wohnen Sie jedoch an einer stark befahrenen Straße oder in der Nähe eines Flughafens? Dann sollten Sie mit Vorhängen, Rollläden und schalldichten Fenstern die Außengeräusche dämmen. Zusätzlich kann ein Gehörschutz wie Ohrstöpsel für einen tiefen, erholsamen Schlaf sorgen.

Die richtige Ohrpflege

Das Ohrenschmalz dient zur Selbstreinigung. Aber zu viel davon kann einen Pfropf bilden und wir hören schlechter. Wichtig: Auf gar keinen Fall Wattestäbchen verwenden. Dadurch kann das Sekret zu tief in den Gehörgang geschoben werden, was die Pfropfbildung verstärkt. Tipp für die Reinigung: Einen Tropfen Olivenöl vorsichtig mit dem Finger auf den äußeren Gehörgang tupfen. Das macht das Sekret geschmeidig und es lässt sich dann leicht mit einem warmen Lappen oder Kosmetiktuch entfernen. Wenn das nicht hilft, macht der Hals-Nasen-Ohren-Arzt eine sanfte Ohrenspülung.

Gute Durchblutung

Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen (zum Beispiel Diabetes) begünstigen eine Mangeldurchblutung. Folge: Die Nervenzellen im Innenohr werden schlechter mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt – wir hören weniger. Eine ausgewogene Ernährung mit Folsäure und Vitamin B12, reichlich in Hülsenfrüchten, Fisch, Brokkoli und Milchprodukten, beugt vor. Dies regt die Durchblutung an: Legen Sie Ihre Zeige- und Mittelfinger direkt hinter die Ohren und massieren Sie diese Bereiche durch kreisförmige Bewegungen.