Die Gastritis ist eine Entzündung der Magenschleimhaut, die akut (plötzlich) oder chronisch (lang andauernd) verlaufen kann und relativ häufig vorkommt. Während die chronische Gastritis oft keine besonderen Beschwerden verursacht, kommt es bei einer akuten Gastritis meist zu unspezifischen Beschwerden im Oberbauch wie Magenschmerzen, Übelkeit, Sodbrennen oder Blähungen.

Was ist eine Gastritis?

Bei einer Gastritis kommt es zu einer Entzündung der Magenschleimhaut, die den Magen von innen auskleidet. Der Magen liegt im Oberbauch zwischen der Speiseröhre und dem Darm. Er zerkleinert die Nahrung, die wir zu uns nehmen, bevor er sie zur weiteren Verdauung in den Darm leitet. Damit der Magen die Nahrung wirksam zersetzen kann, bilden Drüsenzellen in der Magenschleimhaut Verdauungsenzyme sowie Salzsäure, die sie in den Magen hinein ausschütten. Die Salzsäure ist allerdings extrem aggressiv und würde nicht nur die Nahrung, sondern auch die Magenschleimhaut selbst verdauen. Deshalb ist eine weitere Gruppe von Drüsenzellen in der Magenschleimhaut permanent damit beschäftigt, eine dicke Schleimschicht zu produzieren, die die gesamte Magenschleimhaut überzieht und vor einem Angriff durch die Magensäure schützt.

Frau mit Gastritis

Bauchschmerzen, Sodbrennen und Übelkeit gehören zu den typischen Symptomen einer Gastritis


Akute Gastritis: Beschädigte Magenschleimhaut

Aus ganz verschiedenen Gründen kann es passieren, dass diese Schleimschicht geschädigt oder gereizt wird und keinen ausreichenden Schutz mehr bietet. Dann kann die Magensäure die darunter liegende Schleimhaut angreifen und es kommt zu einer akuten Gastritis, bei der sich die Magenschleimhaut entzündet und die Zellen der Magenschleimhaut beschädigt werden. Eine Gastritis kann jedoch auch chronisch verlaufen. Bei der chronischen Magenschleimhautentzündung gibt es drei verschiedene Typen, die sich in ihrer Ursache unterscheiden.

3 Typen der chronischen Gastritis

  • Die Gastritis vom Typ A ist eine Autoimmungastritis, bei der das eigene Immunsystem die Magenschleimhaut angreift. Sie stellt mit ungefähr fünf Prozent aller Fälle die seltenste Form der Magenschleimhautentzündung dar.
  • Die Gastritis vom Typ B ist bakteriell bedingt und wird durch das Bakterium Helicobacter pylori ausgelöst, der die Magenschleimhaut infiziert. Die bakterielle Gastritis ist mit einem Anteil von 85 Prozent die häufigste Form der chronischen Magenschleimhautentzündung.
  • Die Gastritis vom Typ C, die Ärzte auch als chemisch-toxische Gastritis bezeichnen, kommt bei ungefähr zehn Prozent aller Betroffenen vor. Hauptursachen sind bestimmte Medikamente – vor allem Schmerzmittel (sogenannte nicht-steroidale Antirheumatika) – Alkohol oder Gallenflüssigkeit, die unter bestimmten Umständen vom angrenzenden Dünndarm in den Magen zurückfließt und die Magenschleimhaut reizt.

Die Gastritis ist eine relativ häufige Erkrankung. Für die akute Gastritis sind die genauen Zahlen nicht bekannt, von einer chronischen Gastritis sind jedoch über 50 Prozent aller Menschen im Alter von über 50 Jahren betroffen.

Wie behandelt man eine Gastritis?

Die Behandlung einer Gastritis hängt von der Ursache der Erkrankung ab. Oft ist der wichtigste Auslöser die Magensäure, welche die geschwächte Magenschleimhaut angreift. In diesem Fall verschreibt der Arzt die Einnahme von Säureblockern, zum Beispiel in der Form von Protonenpumpenhemmern, Antazida oder H2-Antihistaminika. Bei einer Typ-A-Gastritis hingegen kann es infolge des Vitamin-B12-Mangels zu einer Blutarmut kommen, weshalb Vitamin-B12-Präparate eingenommen werden müssen.

Lange galt Stress als wesentlicher Auslöser für eine Magenschleimhautentzündung. Heute wissen Ärzte jedoch, dass diese oft durch das Bakterium Helicobacter pylori verursacht wird, mit dem die Hälfte aller über 60-Jährigen infiziert ist. Verursacht das Helicobacter eine Gastritis, muss es mit Antibiotika bekämpft werden. Parallel rieten Ärzte jahrelang zu Schonkost. Doch neuere Untersuchungen zeigen: Schonkost ist arm an Vitaminen und Ballaststoffen und führt so oft zu Darmträgheit. Die Empfehlung lautet daher: Essen Sie einfach, was Sie vertragen – gern auch Scharfes mit Chili oder Curry. Diese Gewürze wirken antibakteriell, antientzündlich und schützen den Magen langfristig besser als geschmacksarmer Brei.

Weitere Behandlungsmethoden bei einer Gastritis hat PraxisVita hier für Sie zusammengefasst.

Kann man einer Gastritis vorbeugen?

Im Gegensatz zu einer chronischen Gastritis durch das Helicobacter-Bakterium - diese kann man nicht beeinflussen - ist es durchaus möglich, mit einigen einfachen Schritten einer akuten Gastritis vorzubeugen. Experten raten, auf Nikotin sowie auf Speisen und Getränken, die Ihre Magenschleimhaut angreifen, weitgehend zu verzichten. Zudem sollte Stress und Übergewicht vermieden werden, beispielsweise durch sportliche Aktivitäten oder ausreichend Bewegung an der frischen Luft.