Forscher entwickeln Ibuprofen-Pflaster

Ibuprofen-Pflaster von Forschern der University of Warwick
Britische Wissenschaftler haben ein Pflaster entwickelt, das den Wirkstoff Ibuprofen über die Haut abgibt
Wenn das Knie oder der Rücken schmerzt, müssen Betroffene vielleicht bald keine Schmerztabletten mehr schlucken – sondern können sich stattdessen ein Pflaster auf die schmerzende Stelle kleben. Denn britische Forscher haben ein Pflaster entwickelt, das das Schmerzmittel Ibuprofen durch die Haut abgibt.

Das Schmerzmittel Ibuprofen kann, auf Dauer eingenommen, starke Nebenwirkungen wie Magengeschwüre haben. Das Problem: Um die schmerzende Stelle im Körper zu erreichen, muss der Wirkstoff zunächst den Verdauungstrakt durchlaufen – „unterwegs“ kann er Schäden im Körper anrichten. Zwar gibt es schon Ibuprofen-Gel, das diesen Nachteil umgeht. Doch Anwender stehen dann vor einer neuen Schwierigkeit: Der Wirkstoff muss immer wieder aufgetragen werden, um eine konstante Linderung des Schmerzes zu erreichen. Das ist meist schwer möglich.

Wissenschaftler der University of Warwick in England entwickelten jetzt eine Methode, die beide Probleme behebt: ein Pflaster, das auf die schmerzende Stelle geklebt wird, gibt den Wirkstoff über zwölf Stunden verteilt langsam an die Haut ab. Patienten mit chronischen Rücken- oder Gelenkschmerzen könnte so eine langfristige orale Einnahme des Schmerzmittels erspart bleiben.

Pflaster gibt Wirkstoff langsam ab

Das transparente Pflaster ist mit einer Art chemischen Gerüst ausgestattet, das den Wirkstoff enthält. Sobald es auf die Haut geklebt wurde, beginnt es, ihn in Intervallen abzugeben. Die Erfinder planen, weitere Pflaster mit anderen schmerzstillen Wirkstoffen zu entwickeln.

Professor David Haddleton von der University of Warwick: „Viele kommerzielle Pflaster enthalten überraschenderweise überhaupt keine schmerzstillenden Wirkstoffe, sie lindern die Beschwerden nur durch einen Wärmeeffekt. Unsere Technologie bedeutet, dass wir zum ersten Mal Pflaster produzieren können, die effektive Dosen aktiver Wirkstoffe wie Ibuprofen enthalten.“

Die Hersteller rechnen damit, ihr Produkt in rund zwei Jahren auf den Markt zu bringen – ab wann es in Deutschland erhältlich sein wird, ist noch nicht bekannt.

Hamburg, 10. Dezember 2015