Fibrom (Stielwarze)

Ein Fibrom ist ein gutartiger Knoten, der aus Bindegewebe besteht. Meist entstehen Fibrome ohne erkennbare Ursache auf der Hautoberfläche. Eine Behandlung ist häufig nicht erforderlich, da sie in der Regel keinerlei Beschwerden verursachen. Trotzdem empfiehlt es sich, vor allem bei neu aufgetretenen Knoten, einen Arzt aufzusuchen – harmlose Fibrome kann er oft schon auf einen Blick erkennen. Eine mögliche Behandlung besteht in der Entfernung des Fibroms.

Fibrome können von jedem Bindegewebe ausgehen

Fibrome sind gutartige Knoten („Neubildungen“), die aus Binde- oder anderem Stützgewebe bestehen. Fibrome sind Ausdruck einer überschießenden Aktivität von Zellen, die Bindegewebe bilden, den sogenannten Fibroblasten. Diese Zellen befinden sich in allen Bindegeweben des menschlichen Körpers.

Fibrome sind gutartig, also kein Krebs. Es gibt allerdings auch bösartige Bindegewebsknoten, die als Fibrosarkom bezeichnet und von den Fibromen abgegrenzt werden. Fibrome kommen in der Regel vereinzelt und nur an bestimmten Stellen des Körpers vor; wenn sie sich hingegen über den ganzen Körper erstrecken, sprechen Mediziner von Fibromatose.

Fibrome werden unterteilt

Nach dem Ort ihres Entstehens oder der geweblichen Beschaffenheit, werden Fibrome in verschiedene Unterarten eingeteilt.

  • Weiche Fibrome (Fibroma molle) sind meist mit Stiel versehene Ausstülpungen (Fibroma pendulum) der Haut, die sich sonst im Aussehen nur wenig bis gar nicht vom umliegenden Gewebe unterscheiden. Diese Anhängsel befinden sich bevorzugt an den Augenlidern, am Hals oder an den Achseln fast jeden Menschens im mittleren Alter. Sie können wenige Millimeter bis mehrere Zentimeter groß und manchmal auch bräunlich gefärbt sein.
  • Harte Fibrome (Fibroma durum) ragen hingegen nur gering über das Hautniveau heraus (Papel), da sich das Bindegewebe hier in einer tieferen Hautschicht vermehrt. Sie können hautfarben, rosa oder braun gefärbt sein und treten vornehmlich an den Beinen auf.
  • Gefäßreiche Fibrome (Angiofibrome) sind aufgrund ihrer übermäßigen Durchblutung häufig rötlich gefärbt. Sie befinden sich meist auf den Wangen und der Nase. Auf den Händen können sie als längliche Variante vorkommen.
  • Perifollikuläre Fibrome entstehen im Bereich von Haarfollikeln und präsentieren sich, wie harte Fibrome, nur wenig über das Hautniveau erhaben.
  • Neurofibrome sind vom Nervensystem ausgehende Gewebevermehrungen, die sowohl als Anhängsel als auch in der Haut vorkommen. Ihr vermehrtes Auftreten ist häufig mit anderen Erkrankungen vergesellschaftet.

Der Hautarzt kann Fibrome zweifelsfrei von anderen Hautknoten unterscheiden

Der Hautarzt kann Fibrome zweifelsfrei von anderen Hautknoten unterscheiden


Wie sehen Fibrome aus?

Auch bei Narben handelt es sich letztendlich um eine Vermehrung von Bindegewebe in Bereichen, in denen das ursprüngliche gesunde Gewebe zerstört wurde (zum Beispiel durch einen Operationsschnitt, eine Verletzung oder eine Verbrennung). Diese vom Körper gewollte Reaktion (die Vernarbung) kann auch überschießen – die Narbe wird dann „wulstig“ und als hypertrophe Narbe bezeichnet. Breitet sich die überschießende Vernarbung auf umliegende, vormals gesunde Körperpartien aus, wird dies als Keloid bezeichnet. Das Narbenkeloid ist eine haut- oder fleischfarbene knotige, wulstige Narbenwucherung, die vor allem am Oberkörper auftritt.

Auch am Knochen können sich Fibrome bilden

Zum Stützgewebe gehört auch das Knochen- und Knorpelgewebe, sodass sich auch hier Fibrome bilden können. Sie sind jedoch deutlich seltener als Fibrome der Haut. Am Knochen kommt das sogenannte nicht-ossifizierende Knochenfibrom vor, der häufigste gutartige Knochentumor. Meist wird es zufällig bei einer Röntgen-Untersuchung der Beine diagnostiziert und bildet sich von alleine zurück. Vorwiegend im Bereich des Schienbeins bei Kindern, und des Unterkiefers bei Erwachsenen, entsteht das sogenannte knochenbildende ossifizierende Knochenfibrom.