Feigwarzen (Condylomata acuminata)

Feigwarzen (Condylomata acuminata) zählen zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten. Die kleinen Hautwucherungen besiedeln vor allem den Genital- und Afterbereich. Wie sie entstehen, erfahren Sie auf Praxisvita.de.

Was sind Feigwarzen?

Feigwarzen oder Genitalwarzen gehören mit jährlich 30 Millionen Neuerkrankungen zu den weltweit am weitesten verbreiteten Geschlechtskrankheiten. In Deutschland haben etwa ein bis zwei Prozent der sexuell aktiven Menschen zwischen 15 und 49 Jahren Feigwarzen. Dabei ist die Infektion, die ihnen zugrunde liegt, noch verbreiteter: Es handelt sich bei den Erregern um bestimmte Typen von Humanen Papillomviren (HPV). Diese müssen sich nicht unbedingt in Genitalwarzen äußern. Manchmal kann das körpereigene Abwehrsystem die Viren soweit im Schach halten, dass es nicht zu Wucherungen kommt (latente Infektion).

Gerade jene HPV-Typen, die als nicht krebsauslösend gelten („Low-Risk“-Viren), führen jedoch oft zu sichtbaren Feigwarzen. Mediziner bezeichnen die Wucherungen auch als Condylomata acuminata oder eingedeutscht als Kondylome. Sie äußern sich als kleine weiße oder rötliche Knötchen, die ohne Behandlung mit der Zeit zu Warzen bis hin zu großen, blumenkohlartigen Gebilden heranwachsen können. Betroffen sind bei Frauen vor allem die Schamlippen, bei Männern die Penisfurche und die Vorhaut. Kondylome können sich aber auch im Afterbereich bilden oder das Innere der Vagina sowie den Enddarm besiedeln.

Feigwarzen meist im Genitalbereich

Feigwarzen treten in der Regel im Genitalbereich auf


Wie verbreiten sich Feigwarzen?

Feigwarzen übertragen sich in den meisten Fällen durch ungeschützten Geschlechtsverkehr; die Viren können aber auch über Berührung mit den Händen oder über gemeinsam genutzte Hygieneartikel (z. B. Handtücher) von einem Menschen auf den anderen übergehen. Je öfter eine Person die Geschlechtspartner wechselt, umso höher ist ihr Risiko für eine Infektion mit Genitalwarzen.

Mit Kondomen und einigen Hygieneregeln ist es möglich, sich bis zu einem gewissen Grad vor Feigwarzen zu schützen. Auch eine HPV-Impfung, die eigentlich Gebärmutterhalskrebs vorbeugen soll, kann teilweise ebenso Kondylome verhindern. Es kommt dabei jedoch auf den eingesetzten Impfstoff an, denn die Impfungen decken nicht die ganze Bandbreite von Humanen Papillomviren ab und richten sich in erster Linie gegen die potentiell krebsauslösenden Typen („High-Risk“-Viren).