Extreme Müdigkeit: Die Wahrheit über Burnout

Ständiger Stress erhöht das Burnout-Risiko bekanntlich deutlich. Es gibt jedoch noch mehr Risikofaktoren – PraxisVITA erklärt, welche das sind
Hinter dem Gefühl des Ausgebranntseins steckt häufig Stress – aber nicht immer. Experten wissen: Auch unsere Wirbelsäule oder ein Vitaminmangel können eine Rolle spielen, wenn uns extreme Müdigkeit und Erschöpfung quälen. PraxisVita erklärt, welche Risikofaktoren einen Burnout fördern und wie jeder vorbeugen kann.

Zeit- und Leistungsdruck, Ärger mit Kollegen, Schwierigkeiten in der Familie: Hin und wieder erlebt jeder von uns solche und ähnliche Situationen. Nehmen die Probleme jedoch Überhand, können sie extreme Müdigkeit verursachen und zur totalen Erschöpfung führen. Dann fällt es Betroffenen zum Beispiel immer schwerer, Nein zu sagen, ihnen reißt schnell der Geduldsfaden oder ihre Geräuschempfindlichkeit nimmt zu. Ärzte sprechen dann von einem Burnout. Doch was steckt überhaupt dahinter? Verantwortlich dafür ist eine Störung des vegetativen (unwillkürlichen) Nervensystems. Seine Hauptbestandteile sind der Sympathikus (Leistungsnerv) und der Parasympathikus (Ruhenerv). Tägliche Anforderungen, Stress und seelische Belastungen aktivieren den Sympathikus. Die Folge: Der Herzschlag nimmt zu, der Blutdruck steigt, Verdauungsprozesse verlangsamen sich. Genau das Gegenteil bewirkt der Parasympathikus: Wenn wir entspannt sind, werden Herzschlag und Atmung verlangsamt, die Darmtätigkeit wird angeregt. Wirken Belastungen zu stark und dauerhaft auf das vegetative Nervensystem, entsteht ein ungesundes Ungleichgewicht zwischen Sympathikus und Parasympathikus.

Die Symptome können vielfältig sein

Organismus und Psyche reagieren dann besonders empfindlich: Die Arbeit wird zur Qual, bei Betroffenen stellen sich extreme Müdigkeit und Lustlosigkeit ein – sie haben das Gefühl, in einem Hamsterrad zu stecken. Auch die Anfälligkeit für Infektionen und Allergien nimmt zu. Ebenfalls häufiges Symptom bei einem Burnout: anhaltende Magen-Darm-Beschwerden.

Extreme Müdigkeit

Stress im Job ist ein häufiger Auslöser von Burnout. Es gibt aber auch andere Risikofaktoren, die extreme Müdigkeit und Erschöpfung verursachen


Vitaminmangel gilt als Risikofaktor

Die Ursachen für das Ausgebranntsein sind häufig nicht nur psychischer Natur. Was viele nicht wissen: Auch ein Vitaminmangel gilt als möglicher Auslöser. Zu den wichtigsten Vitalstoffen, die einen Burnout verhindern können, zählt Vitamin C (zum Beispiel in Zitrusfrüchten, Paprika und Brokkoli). Es kann die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol um bis zu 35 Prozent senken. Magnesium spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle: Ein Mangel ist oft für Ruhelosigkeit und Nervosität verantwortlich. Der Vitalstoff ist vor allem in Vollkornprodukten, Mineralwasser und Geflügel enthalten. Wichtig ist außerdem eine ausreichende Versorgung mit B-Vitaminen (unter anderem in Spinat, Grünkohl und Fisch). Sie versorgen die Nervenzellen mit Energie. Und: Vielen Burnout-Patienten mangelt es an Glutathion. Das Protein stärkt unter anderem das Immun- und Nervensystem. Damit es der Körper in ausreichender Menge bilden kann, ist er auf bestimmte Nahrungsmittel (zum Beispiel Hafer, Petersilie, Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Tomaten) angewiesen. Diese Lebensmittel sollten daher mindestens zweimal in der Woche auf dem Speiseplan stehen.

Extreme Müdigkeit

Wenn Sie spüren, dass Sie unter Dauerstress stehen, ist es wichtig, dass Sie sich Freiräume schaffen und Abstand von Ihrer Arbeit gewinnen


Extreme Müdigkeit: Künstliches Licht erzeugt Stress

Schlechter oder mangelnder Schlaf sorgt nicht nur für extreme Müdigkeit, er kann auch Antriebslosigkeit verursachen. Für eine erholsame Nachtruhe ist das Hormon Melatonin unentbehrlich. Es wird vor allem bei Dunkelheit vom Körper ausgeschüttet. Licht hemmt die Produktion größtenteils. Häufig ist in diesem Zusammenhang von sogenannter „Lichtverschmutzung“ (künstliche Aufhellung des Nachthimmels durch Straßenlaternen und Leuchtreklame) die Rede. Lichtundurchlässige Vorhänge und Rollläden können dem entgegenwirken und für die wichtige Dunkelheit im Schlafzimmer sorgen.

Instabile Halswirbelsäule behandeln lassen

Bei der Suche nach dem Burnout-Auslöser stoßen Ärzte auch immer wieder auf instabile Halswirbelsäulen (zum Beispiel hervorgerufen durch Schleudertraumata). Sie erhöhen die Produktion von Stickstoffmonoxid (dient unter anderem als Stoffwechselregulator). Dadurch werden die Kraftwerke unserer Zellen, die sogenannten Mitochondrien, geschädigt. Sie versorgen uns mit Energie. Ist ihre Funktion gestört, fühlen wir uns erschöpft und haben nach körperlichen und seelischen Belastungen einen deutlich längeren Regenerationsbedarf. Daher ist die Behandlung einer instabilen Halswirbelsäule mittels Physiotherapie beziehungsweise Krankengymnastik unbedingt empfehlenswert.

Nicht nur extreme Müdigkeit und Erschöpfungszustände deuten auf einen Burnout hin. Aber was können wir tun, damit es gar nicht erst so weit kommt? Das erfahren Sie in unserer Bildergalerie.

Und im Video erfahren Sie noch einmal genau, was Burnout eigentlich ist: