Epilepsie

Der Betroffene verliert das Bewusstsein, fällt zu Boden und fängt an, unkontrolliert zu zucken. Dies ist das bekannteste Bild eines epileptischen Anfalls. Doch Epilepsien, die durch Funktionsstörungen des zentralen Nervensystems entstehen, können sich auch ganz anders äußern. Eine Heilung der Erkrankung gibt es bislang nicht, aber durch Medikamente lassen sich die Anfälle bei vielen Betroffenen vermindern und zum Teil ganz verhindern.

Was ist eine Epilepsie?

Eine Epilepsie ist eine neurologische (= „Nerven“-) Erkrankung, die in sehr verschiedenen Formen auftreten kann. Medizinisch korrekt wird deshalb auch nicht von der „einen“ Erkrankung Epilepsie, sondern von „den“ Epilepsien als Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen gesprochen. Wichtig ist dabei, zwischen dem Krankheitsbild, der Epilepsieform, und dem – in der Regel einige Minuten dauernden – epileptischen Anfall als Symptom der Erkrankungen zu unterscheiden.

Epileptische Anfälle sind nicht beeinflussbare Funktionsstörungen des sogenannten zentralen Nervensystems (ZNS, bestehend aus Gehirn und Rückenmark), die durch vorübergehende unnormale Entladungen größerer Verbände von Nervenzellen an der Oberfläche des Gehirns hervorgerufen werden. Während des Anfalls ist die Kommunikation der Nervenzellen untereinander gestört, sodass alle Funktionen, für die sie eigentlich zuständig sind, ebenfalls gestört sind.

Epilepsien sind die häufigsten chronischen (dauerhaften) Erkrankungen des zentralen Nervensystems

Epilepsien sind die häufigsten chronischen (dauerhaften) Erkrankungen des zentralen Nervensystems. In vielen Fällen entsteht eine Epilepsie aufgrund einer Schädigung des Gehirns als Folge verschiedener Erkrankungen, wie z. B. einer Stoffwechselstörung des Gehirns


Epilepsie kann in jedemAlter auftreten

Je nachdem, welcher Bereich des Gehirns betroffen ist, kann sich die Epilepsie daher sehr unterschiedlich äußern. Wenn die Anfälle nur von einem bestimmten, klar umschreibbaren Bereich des Gehirns ausgehen, sprechen Ärzte von fokalen Anfällen. Betreffen sie dagegen das ganze Gehirn, handelt es sich um einen so genannten generalisierten Anfall. Nach dem epileptischen Anfall kehrt das Gehirn wieder zu seiner Ausgangsfunktion zurück.

Epilepsien sind die häufigsten chronischen (dauerhaften) Erkrankungen des zentralen Nervensystems. In Deutschland sind zurzeit etwa 500.000 Menschen erkrankt, was einem Bevölkerungsanteil von rund 0,6 Prozent entspricht. Jährlich erkranken etwa 47 von 100.000 Menschen neu an einer Epilepsie. Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten. Sehr häufig beginnt sie allerdings in den ersten Lebensjahren oder nach dem 60. Lebensjahr. Neben der Krankheit Epilepsie können auch einmalige epileptische Anfälle, beispielsweise aufgrund von übermäßigem Alkoholgenuss, hohem Fieber oder starker Übermüdung, auftreten. Diese so genannten Gelegenheitsanfälle kommen bei etwa fünf Prozent aller Menschen einmal im Leben vor.