Endlich Ruhe – wirksame Hilfe gegen Piepen im Ohr

Tinnitus kann therapiert werden
Das lästige Piepen im Ohr kann erfolgreich therapiert werden – etwa mit Kortison, Softlaser oder Musiktherapie
Meist kommt es ganz plötzlich: ein Piepen im Ohr, das nicht mehr weggeht. Eine schnelle Behandlung ist wichtig, um sich von den lästigen Ohrgeräuschen zu befreien. Die häufigsten Ursachen der Volkskrankheit Tinnitus sind Stress, Bluthochdruck, Virus-Infektionen, eine hohe Lärmbelastung oder ein Hörsturz. Aber mit der richtigen Therapie sind die Chancen auf Heilung groß.



Bei einigen Patienten ist das Piepen im Ohr zunächst nur leise und wird erst mit der Zeit immer lauter. Bei anderen ist es gleich von Anfang an intensiv. Oft werden die Pieptöne auch begleitet von einem Brummen oder Rattern. Ständiger Tinnitus ist für die Betroffenen eine Qual: Viele haben Probleme, sich zu konzentrieren und können nicht mehr gut schlafen. Wir erklären, welche Therapien es gibt und wie sie gegen Piepen im Ohr wirken.

Erste Hilfe bei Piepen im Ohr: Kortison



Akutes Piepen im Ohr mit Kortisonspritze behandeln

Bei akutem Piepen im Ohr kann eine frühzeiteige Behandlung mit Kortison-Spritzen helfen

Ein Tinnitus sollte möglichst schnell mit Medikamenten behandelt werden. Besonders effektiv wirkt Kortison. Es wird in hoher Dosierung gespritzt, als Infusion oder auch direkt in das Mittelohr verabreicht. Es fördert die Durchblutung, wirkt entzündungshemmend und abschwellend. Die Kortison-Therapie dauert in der Regel zehn Tage. Alternativ wird eine Medikamenten-Lösung zur Vergrößerung des Blutvolumens als Infusion verabreicht. So gelangen mehr Nährstoffe in das Innenohr – es wird besser versorgt. Zudem können geschädigte Haarzellen im Ohr heilen. Diese Behandlung ist allerdings nur in den ersten drei Monaten sinnvoll. Dann wird der Tinnitus chronisch und die Wahrscheinlichkeit, ihn vollständig zu heilen, nimmt ab.



Laser-Therapie für eine bessere Durchblutung



Aber auch für dauerhaft Betroffene gibt es wirksame Therapien, zum Beispiel mit einem Softlaser: Dabei wird der Laserstrahl direkt am Ohr angesetzt und durchdringt die tiefen Unterhautschichten. Dort fördert er die Durchblutung und beschleunigt die Erholung der geschädigten Hörsinneszellen. Der Arzt muss das Gerät, das wie ein Kopfhörer aussieht, einmal gemeinsam mit dem Patienten testen. Danach lässt sich die Therapie problemlos zu Hause durchführen. Die Softlaser-Behandlung sollte täglich 20 Minuten angewendet werden. Sie ist unkompliziert und schmerzfrei. Lediglich ein Wärmegefühl ist im Ohr spürbar. Der Softlaser kann in der Apotheke für drei Monate gemietet werden (Kosten: etwa 175 Euro). Das Gerät wird auch im Internet für circa 250 Euro angeboten. Bei über der Hälfte der Betroffenen zeigt die Methode bereits nach kurzer Zeit deutliche Erfolge.



Hör-Übungen schulen das Gehirn



Piepen im Ohr mit Musiktherapie lindern

Piepen im Ohr mit Musiktherapie lindern: Dabei trainieren Betroffene ihr Gehirn, das Ohrgeräusch zu "überhören"

Eine Therapie aus den USA gilt ebenfalls als erfolgreich. Ein sogenannter Noiser oder Rauscher berieselt den Gehörgang mit Tönen aller Frequenzen. Dadurch wird die Aufmerksamkeit vom Piepen im Ohr abgelenkt. Die Dauergeräusche werden zumindest teilweise ausgeblendet. Experten setzen auch auf eine magnetische Stimulation. Durch eine Reizung von Hirnregionen kann das Rauschen kurzfristig unterdrückt werden.

Musiktherapie gegen Piepen im Ohr

Viele HNO-Ärzte und Reha-Einrichtungen bieten zudem Musiktherapien an: Über Kopfhörer wird den Betroffenen ein Konzert vorgespielt. Wenn alle Musiker gleichzeitig spielen, haben Sie die Aufgabe, sich auf den Solo-Geiger zu konzentrieren. Sie lernen so, auf Dauer die anderen Spieler kaum noch wahrzunehmen. Diese Übung trainiert die Fähigkeit des Gehirns, Hintergrund-Geräusche wie das lästige Piepen im Ohr gezielt auszublenden. Bei chronischem Tinnitus bezahlen auch die meisten gesetzlichen Kassen diese Behandlung.