Eine Stunde Laufen verlängert das Leben um sieben Stunden

20.04.2017
Joggerin auf Straße
Regelmäßiges Laufen kann die Lebenszeit um bis zu drei Jahre verlängern
Dass Sport unserem Körper gut tut ist schon lange kein Geheimnis mehr. US-Forscher veröffentlichten nun eine Überblicksarbeit, die das Joggen wohl zur Königsdisziplin kürt.

Wie viele andere Sportarten auch, hält das Laufen unseren Körper fit. So soll es das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Übergewicht senken. Auch zum Stressabbau soll es beitragen können. Trotz dieser vielen positiven Effekte gehen hierzulande nur knapp 23 Prozent zumindest ab und zu mal Joggen. Dabei sprechen die Daten aus dem Cooper Institute in Dallas dafür, dass Laufen die Sportart ist, die uns am Besten vor einem frühzeitigen Tod schützen kann.

Das Forscher-Team rund um Dr. Lee veröffentlichte schon 2014 erste Ergebnisse aus einer Langzeitstudie mit mehr als 50.000 Probanden. Diesen zufolge verringerte Laufen das Risiko eines frühzeitigen Todes um etwa 30 Prozent, sowie das Risiko an einer kardiovaskulären Erkrankung zu sterben um 45 Prozent. Selbst geringe Dosen (fünf bis zehn Minuten pro Tag) oder geringe Lauf-Geschwindigkeiten waren mit einem verminderten Risiko assoziiert. Probanden, die über einen durchschnittlichen Zeitraum von 5,9 Jahren kontinuierlich Laufen waren, konnten ihr Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, sogar um ganze 50 Prozent verringern.

Um sicherzugehen, dass andere Faktoren das Ergebnis nicht beeinflussen, wurde auch das Gesundheitsverhalten sowie Vorerkrankungen bei den Eltern und den Probanden selbst abgefragt und in die Berechnungen einbezogen.

Die jetzt in einer Fachzeitschrift veröffentlichte Überblicksarbeit zu Training und frühzeitigem Tod konnte die bisherigen Ergebnisse bestätigen und neue Informationen liefern. Dem zufolge, hat keine andere Trainingsform so positive Auswirkungen auf die Lebensdauer wie das Laufen. Walking, Radfahren oder andere Aktivitäten, die den Körper ähnlich fordern, konnten das Risiko eines frühzeitigen Todes meist nur um etwa 12 Prozent verringern. Die Probanden, die angaben, mindestens ab und zu laufen zu gehen, lebten im Durchschnitt etwas mehr als drei Jahre länger als die Nicht-Läufer.

Aber wie kommen die Forscher nun auf diese 7 Stunden?

Das ganze lässt sich logisch errechnen. Im Durchschnitt gaben die Läufer an, zwei Stunden pro Woche zu laufen. Geht man diesem Hobby 40 Jahre nach, kommt man auf ganze 4160 verjoggte Stunden. Dafür gibt es nun laut den Studienergebnissen einen durchschnittlichen Zugewinn von 3,2 Jahren (28.032 Stunden). Statistisch gesehen verlängert man sein Leben pro gejoggte Stunde also um etwa sieben Stunden – ein fairer Deal oder?  

Kann man sich also unsterblich Joggen?

Leider nein, aber für die Lauf-Liebhaber gibt es trotzdem Grund zur Freude. Zwar steigt die Lebenserwartung ab etwa vier Stunden Laufen die Woche nicht mehr weiter an, allerdings sinkt sie auch nicht wieder ab, wie einige Kritiker vermuteten.

 

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