Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) raubt uns die Kraft

Müde, schlapp, antriebslos – möglicherweise steckt eine Schilddrüsenunterfunktion dahinter. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion bildet die Schilddrüse nicht ausreichend Hormone. Rechtzeitig erkannt, lässt sie sich aber gut behandeln.

Schilddrüsenunterfunktion – Was ist das?

Unterfunktion der Schilddrüse

Normalerweise ist die Schilddrüse von außen nicht zu erkennen. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kann sie jedoch zum Kropf vergrößert sein

Eine Schilddrüsenunterfunktion liegt vor, wenn die Schilddrüse nicht richtig arbeitet. Doch welche Aufgaben hat die Schilddrüse überhaupt? Die gesunde Schilddrüse (Glandula thyroidea) hat die Form eines Schmetterlings und liegt etwa in der Mitte des Halses. Ihr schmetterlingsähnliches Aussehen erhält sie, weil sie aus zwei Lappen besteht, die durch einen „Balken“ miteinander verbunden sind. Die Aufgabe der Schilddrüse ist es, Hormone zu bilden, genauer gesagt die Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Die Schilddrüsenhormone wirken auf viele verschiedene Vorgänge im Körper ein, zum Beispiel:

  • regulieren Schilddrüsenhormone den Kalorien- und Sauerstoffverbrauch,
  • senken sie den Blutfett- und Cholesterinspiegel im Blut,
  • beeinflussen Thyroxin und Trijodthyronin das Wachstum.

Außerdem schüttet die Schilddrüse das Hormon Calcitonin aus, das den Kalzium- und Phosphathaushalt reguliert und damit unter anderem für das Wachstum und die Knochengesundheit von Bedeutung ist.

Woran kann man eine Schilddrüsenunterfunktion erkennen?

Hinweise auf eine Schilddrüsenunterfunktion sind Antriebslosigkeit, übermäßige Müdigkeit und Kälteempfindlichkeit.  Bestimmte Körpervorgänge können nur noch mit halber Kraft ablaufen – weil durch eine Schilddrüsenunterfunktion zu wenig Hormone ins Blut gelangen. Bei Senioren werden solche Symptome oft mit normalen Altersproblemen verwechselt. Weitere Anzeichen für eine Schilddrüsenunterfunktion sind plötzliche Gewichtszunahme, Haarausfall und trockene Haut. Neben Jodmangel kann die Autoimmun-Erkrankung Hashimoto-Thyreoiditis, dafür verantwortlich sein: Dabei zerstört eine chronische Entzündung das Schilddrüsengewebe.

Dr. Johannes erklärt die Schilddrüsenunterfunktion

 

 

 

Schilddrüsenunterfunktion – angeboren oder erworben

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) sind diese Vorgänge gestört. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann angeboren oder erworben sein. Bei der angeborenen Form der Schilddrüsenunterfunktion ist die Schilddrüse häufig nicht (richtig) angelegt oder funktioniert nicht so, wie sie sollte. Da die Schilddrüse eine wichtige Rolle für die geistige und körperliche Entwicklung spielt, ist es wichtig, dass eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion nach der Geburt bereits schnell entdeckt und behandelt wird. Nur so lassen sich gravierende Folgen der Schilddrüsenunterfunktion vermeiden.

Schilddrüsenunterfunktion bei Neugeborenen

Ob eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt, prüfen Ärzte bereits im Rahmen des sogenannten Neugeborenen-Screenings am dritten Lebenstag eines Kindes. Etwa 1 von 5.000 Neugeborenen kommt mit einer Hypothyreose zur Welt.

Schilddrüsenveränderungen

In Deutschland hat jeder Dritte Schilddrüsenveränderungen ohne es zu wissen