Durchblutungsstörungen

Die Finger kribbeln oder die Beine fühlen sich an, als würden Millionen Ameisen darüber laufen? Der Grund können Durchblutungsstörungen sein. Häufig treten sie vorübergehend auf, sind in der Regel harmlos und verschwinden von selbst. Es gibt aber auch Erkrankungen, die mit Durchblutungsstörungen verbunden sind und zum Teil lebensgefährlich sein können.

Was sind Durchblutungsstörungen?

Ist die Durchblutung gestört, erhalten die Gewebe und Organe nicht ausreichend Sauerstoff und andere Nährstoffe. Bei kurzfristigen, vorübergehenden Durchblutungsstörungen ist dies unproblematisch. Wird das Gewebe jedoch dauerhaft nicht richtig durchblutet, stirbt es ab. Je nachdem, welche Region des Körpers betroffen ist, hat dies unterschiedliche Auswirkungen. Durchblutungsstörungen können plötzlich (akut) oder dauerhaft (chronisch) auftreten. Ein Beispiel für akute Durchblutungsstörungen ist ein plötzlicher Venenverschluss. Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) gehört dagegen zu den anhaltenden Durchblutungsstörungen. Allerdings kann sie ebenfalls zu akuten Problemen führen.

Verschiedene Arten von Durchblutungsstörungen

  • Venöse Durchblutungsstörungen betreffen die Venen – also die Blutgefäße, die sauerstoffarmes Blut von den Organen zum Herzen transportieren.
  • Bei arteriellen Durchblutungsstörungen fließt das Blut in den Arterien nicht richtig – das sind die Blutgefäße, in denen sauerstoffreiches Blut vom Herzen zu den Organen gelangt.

Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) – auch als „Schaufensterkrankheit“ bekannt – verursacht häufig anhaltende Durchblutungsstörungen. Engstellen oder Verschlüsse in den Venen sorgen dafür, dass das Blut nicht ungehindert fließen kann.

Durchblutungsstörungen

Schmerzen oder Kribbeln in den Beinen können ein Hinweis auf Durchblutungsstörungen sein

Diese Durchblutungsstörungen treten an den Gliedmaßen auf, in mehr als neun von zehn Fällen in den Beinen. Die pAVK kommt vor allem bei älteren Menschen vor: Bei den über 60-Jährigen sind etwa 15 Prozent davon betroffen, zum Teil ohne es zu bemerken. Zu Beschwerden führt die pAVK bei etwa fünf Prozent der Personen über 60 Jahre. Männer haben häufiger eine periphere arterielle Verschlusskrankheit als Frauen.

Weitere Durchblutungsstörungen der Gliedmaßen

Neben der pAVK gibt es verschiedene Erkrankungen, die ebenfalls mit Durchblutungsstörungen in den Armen und Beinen verbunden sind. Diese kommen jedoch deutlich seltener vor als die periphere arterielle Verschlusskrankheit, zum Beispiel:

  • Raynaud-Syndrom: hauptsächlich an den Armen und Händen auftretende Durchblutungsstörungen
  • Akrozyanose: betrifft sowohl Arme/Hände als auch Beine/Füße
  • Erythromelalgie: tritt sowohl an den Armen/Händen als auch an den Beinen/Füßen auf

Arterielle Verschlusskrankheit (AVK)

Sind die Durchblutungsstörungen nicht auf die Arme und Beine beschränkt, sprechen Ärzte von einer arteriellen Verschlusskrankheit. Grundsätzlich können alle Arterien betroffen sein. Im Gegensatz zur pAVK führt die arterielle Verschlusskrankheit dazu, dass innere Organe nicht ausreichend durchblutet sind. Dies kann lebensgefährlich sein.

Ist zum Beispiel eine Hirnarterie teilweise oder komplett verschlossen, wird das Gehirn nicht ausreichend mit Blut versorgt – ein Schlaganfall kann die Folge sein. Durchblutungsstörungen der Arterien im Herzen sind typisch für die Koronare Herzkrankheit (KHK) und können zu einem Herzinfarkt führen. Bei einer AVK der Blutgefäße, welche die Bauchorgane versorgen, können zum Beispiel Teile des Darms absterben. Ein akuter Gefäßverschluss ist ein medizinischer Notfall!