Divertikulitis

Dauerhafte Verstopfung, faserarme Ernährung, zunehmendes Alter – all das kann dazu führen, dass der Darm an einigen Stellen „ausleiert“ und Ausstülpungen, sogenannte Divertikel, ausbildet. Wenn sich diese Ausstülpungen entzünden – was bei jedem Fünften Betroffenen der Fall ist – sprechen Mediziner von einer Divertikulitis. Bauchschmerzen, Blähungen und Fieber deuten auf die Diagnose hin.

Was ist eine Divertikulitis?

Bei einer Divertikulitis (Divertikel-Krankheit) kommt es zu einer Entzündung von Divertikeln im Darm (die Endung „-itis“ am Ende des Worts steht in der Medizin für eine Entzündung). Divertikel sind Ausstülpungen der Darmwand, die aufgrund von dauerhafter Verstopfung, ballaststoffarmer (faserarmer) Ernährung und mit zunehmendem Alter gehäuft auftreten. Wenn mehrere Divertikel im Darm vorhanden sind, handelt es sich um eine Divertikulose.

Die Divertikel sind an sich harmlos und bereiten meist keine Beschwerden. Erst wenn sie sich – meist durch einen Stau von Stuhl im Darm bei Darmträgheit – entzünden, kommt es in der Regel zu Symptomen wie heftigen Bauchschmerzen, Blähungen, Verdauungsstörungen und Fieber.

Schmerzhafte Bauchkrämpfe sind ein typisches Symptom der Divertikulitis

Schmerzhafte Bauchkrämpfe sind ein typisches Symptom der Divertikulitis


In Asien und Afrika kommt Divertikulitis selten vor

In 90 Prozent aller Fälle finden sich Divertikel im Colon sigmoideum – dem „Sigma“- beziehungsweise S-förmigen, letzten Abschnitt des Dickdarms (Colon) im linken Unterbauch. Dementsprechend ist von einer Sigma-Divertikulitis die Rede.

In den Industrieländern wie Deutschland weisen rund 60 Prozent aller Menschen über 70 Jahre Divertikel im Darm auf. Etwa 20 Prozent von ihnen – also jeder Fünfte – entwickelt eine Divertikulitis. In Asien und Afrika hingegen ist die Erkrankung selten – die Lebensgewohnheiten, allen voran die Ernährung, scheinen eine bedeutende Rolle bei der Entstehung von Divertikeln zu haben.