Darmträgheit

Darmträgheit ist durch harten und trockenen Stuhl sowie seltenen Stuhlgang gekennzeichnet. Sie zählt zu den häufigsten Magen-Darm-Beschwerden, verstärkt sich mit zunehmendem Alter und ist eine der Hauptursachen für Verstopfung. Darmträgheit geht auf eine verlangsamte Bewegung des Darms, vor allem des Dickdarms zurück. Sie kann durch bestimmte Erkrankungen oder Medikamente ausgelöst werden.

Was versteht man unter Darmträgheit?

Darmträgheit geht auf eine verlangsamte Bewegung des Darms, insbesondere des Dickdarms zurück und gehört zu den häufigsten Magen-Darm-Beschwerden. Sie zählt neben den sogenannten Entleerungsstörungen zu den wesentlichen Ursachen für eine Verstopfung. Darmträgheit tritt mit zunehmendem Alter verstärkt auf, insbesondere nach dem 65. Lebensjahr. Frauen leiden wesentlich häufiger unter Darmträgheit und ihren Folgen als Männer.

Im Alter kann der Dickdarm träge werden

Bei vielen Erkrankungen und im Alter kann der Dickdarm träge werden

Eine Darmträgheit geht auf eine verlangsamte Bewegung des Darms, vor allem des Dickdarms zurück. Außerdem kann sich der Darm nicht mehr so kräftig zusammenziehen. Die Folge: Darminhalt, der normalerweise durch wellenförmige Bewegung der Darmmuskulatur (Darmperistaltik) in Richtung Enddarm geschoben wird, staut sich an. Verdauungsbestandteile, die aus dem Dünndarm kontinuierlich nachrücken, verdichten den Stuhl zusätzlich. Zudem hat der Dickdarm mehr Zeit, dem Stuhl Wasser und Salze zu entziehen. Menschen mit Darmträgheit haben deswegen einen trockenen und harten Stuhl sowie seltenen Stuhlgang.

 

Dauert die Darmträgheit an, so kann sich aus ihr eine Verstopfung entwickeln. Von ihr spricht der Arzt dann, wenn Betroffene über Verdauungsbeschwerden durch harten und trockenen Stuhl klagen und sie weniger als dreimal pro Woche Stuhlgang haben. Auch Säuglinge und Kleinkinder können von Darmträgheit betroffen sein, in deren Folge sich eine Verstopfung ausbildet. Hier gilt: Einmal pro Woche Stuhlgang oder weniger sowie ein harter, trockener Stuhl deuten auf eine Verstopfung hin. Dauert eine Verstopfung länger als drei Monate an, dann handelt es sich um eine chronische Verstopfung. 

Für Darmträgheit gibt es verschiedene Ursachen. Nicht selten geht die mangelnde Darmtätigkeit auf eine Funktionsstörung des Darms selbst zurück. Eine genaue Ursache lässt sich nicht feststellen. Entwickelt sich in Folge dieser Funktionsstörung eine Verstopfung, so spricht der Arzt von einer primären, funktionellen Verstopfung. Bei der Mehrzahl der Betroffenen wird die Darmträgheit durch verschiedene Grunderkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus (sog. Zuckerkrankheit), Morbus Parkinson oder ein Reizdarm-Syndrom verursacht. Auch können hormonelle Schwankungen den Darm träge machen, wie sie während einer Schwangerschaft oder in Folge einer Schilddrüsenunterfunktion auftreten. Verschiedene Medikamente, zum Beispiel gegen Asthma, Bluthochdruck, Depressionen oder starke Schmerzen können je nach Wirkstoff bei regelmäßiger Einnahme zu Darmträgheit führen. Entsteht hieraus in der Folge eine Verstopfung, so handelt es sich um eine sekundäre Verstopfung.

Pflaumen helfen gegen Verstopfung

Es gibt etwas zu essen, was unsere Darmwand ein bisschen anstupst und zur Arbeit motiviert: Ballaststoffe. Sie werden nicht im Dünndarm verdaut und können so im Dickdarm freundlich an die Wände klopfen und Bescheid sagen, dass jemand da ist, der weitertransportiert werden möchte. Die besten Ergebnisse liefern Flohsamenschalen und die etwas netter schmeckenden Pflaumen

Auch Ernährung und Bewegung spielen bei Darmträgheit eine Rolle, wenn auch nicht als alleinige Ursachen. Experten gehen davon aus, dass die Art der Ernährung und das Bedürfnis nach Bewegung die Darmtätigkeit triggern, sie also anregen oder hemmen können. So kann Bewegungsmangel, wenig Flüssigkeit und ballaststoffarme Ernährung Darmträgheit verstärken. Im Umkehrschluss wirkt sich ein ausgewogener Lebenswandel mit viel Sport und Bewegung sowie einer fettarmen, ballaststoffreichen Ernährung und ausreichend Flüssigkeit anregend auf die Darmtätigkeit und das Wohlbefinden insgesamt aus.

Darmträgheit und Verstopfung betreffen aus verschiedenen Gründen insbesondere ältere Menschen betreffen:

  • Die Darmtätigkeit nimmt mit zunehmendem Alter ab. Es handelt sich dabei um eine natürliche Folge des Alterungsprozesses.
  • Mit steigendem Lebensalter wächst auch das Risiko von Erkrankungen, die als Folge Darmträgheit auslösen.
  • Anzahl und Menge eingenommener Medikamente steigen mit zunehmendem Alter. Eine Vielzahl von Medikamenten gegen verbreitete Erkrankungen wie Bluthochdruck, Depression oder Schmerzen können als Nebenwirkung Darmträgheit und Verstopfung auslösen.
  • Ältere Menschen bewegen sich weniger. Sie sind häufiger bettlägrig und pflegebedürftig, was auch den Darm träge macht.

Die Behandlung der Darmträgheit hängt von der jeweiligen Ursache ab. Kann der Arzt keine organische Ursache finden, so wird er die regelmäßige Einnahme von natürlichen oder löslichen Ballaststoffen empfehlen, wie beispielsweise Flohsamenschalen oder Weizenkleie. Sie lassen den Stuhl aufquellen, der seinerseits verstärkt gegen die Darmwand – insbesondere im Bereich des Dickdarms – drückt und diese dazu anregt, sich mehr zu bewegen. Das Aufquellen bewirkt zudem, dass sich der Wasseranteil im Stuhl erhöht und der Stuhl weicher wird. Verschiedene Abführmittel mit Wirkstoffen wie Macrogol oder Bisacodyl regen die Darmtätigkeit unmittelbar an. Andere verhindern, dass dem Stuhl Wasser entzogen wird. Ein Beispiel hierfür ist der Wirkstoff Lactulose.