Colitis ulcerosa

Bei einer Colitis ulcerosa ist die Dickdarmschleimhaut chronisch entzündet. Im Verlauf der Erkrankung können sich Geschwüre in der Darmschleimhaut bilden. Die Colitis ulcerosa verläuft in Schüben. Sie ist durch Symptome wie krampfartige Schmerzen sowie Durchfälle mit blutigen Beimengungen gekennzeichnet. Die Behandlung lindert die Symptome und verringert das Risiko von Komplikationen. Eine Heilung der Colitis ulcerosa ist bis heute nicht möglich.

Was ist eine Colitis ulcerosa?

Die Colitis ulcerosa ist eine chronische, in Schüben verlaufende Entzündung des Dickdarms, in deren Folge sich Geschwüre der Darmschleimhaut bilden können. Sie führt zu charakteristischen Symptomen wie krampfartigen Schmerzen im Unterbauch und Durchfällen mit schleimig-blutigen Beimengungen. Die Erkrankung beginnt in der Regel am unteren Ende des Dickdarms und breitet sich von dort nach oben aus. Die Häufigkeit der Schübe variiert von Patient zu Patient. Der Begriff „Colitis“ setzt sich aus dem Begriff „Colon“, übersetzt Dickdarm, und der Wortendung „itis“ für Entzündung zusammen. Die Bezeichnung „ulcerosa“ leitet sich vom lateinischen Begriff „ulcus“ für Geschwür ab.

Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

Frau mit Colitis ulcerosa

Während eines Krankheitsschubs leiden Menschen mit Colitis ulcerosa unter starken Bauchschmerzen und Durchfall

In Deutschland erkranken jährlich etwa 170.000 Menschen an einer Colitis ulcerosa. Das hauptsächliche Erkrankungsalter liegt zwischen 20 und 34 Jahren. Neben den typischen Symptomen können weitere unspezifische Beschwerden wie beispielsweise Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Fieber oder Gewichtsverlust auftreten. Die Colitis ulcerosa ähnelt, von den Symptomen her, sehr stark einer anderen chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, dem Morbus Crohn. Allerdings ist bei einem Morbus Crohn vor allem der Übergang zwischen Dünn- und Dickdarm entzündet, mitunter sogar der gesamte Darmbereich, während sich die Colitis ulcerosa auf den Dickdarm beschränkt. Auch sind blutige Durchfälle bei Morbus Crohn ausgesprochen selten.

Ursachen der Colitis ulcerosa

Die Ursachen einer Colitis ulcerosa liegen bis heute weitgehend im Dunkeln. Infrage kommende Auslöser sind eine entsprechende genetische Disposition, Infektionen durch bestimmte Bakterien oder Viren, Fehlregulationen des körpereigenen Immunsystems sowie psychische Komponenten, die die Erkrankung zwar nicht auslösen, aber begünstigen.

Diagnose bei Colitis ulcerosa

Die Colitis ulcerosa-Diagnose stellt der Arzt durch die Erhebung der Krankengeschichte und eine eingehende, körperliche Untersuchung. Die sichere Diagnose ist erst durch ergänzende diagnostische Maßnahmen und weitere Untersuchungsmethoden möglich. Zu ihnen gehören die Erstellung eines Blutbilds, Stuhluntersuchungen sowie bildgebende Verfahren wie eine Darmspiegelung, Ultraschalluntersuchung und Röntgenaufnahmen.

Krankheitsschübe verhindern

Die Colitis ulcerosa-Behandlung konzentriert sich vor allem darauf, erneute Krankheitsschübe zu verhindern. Betroffene müssen hierfür individuell und dauerhaft ihre Ernährung umstellen und nehmen zusätzlich entzündungshemmende Medikamente ein. Mitunter ist ein chirurgischer Eingriff unumgänglich, um schwere Komplikationen zu vermeiden. Hierbei wird der gesamte Dickdarm entfernt.

Darmkrebs-Vorsorge

Einer Colitis ulcerosa lässt sich nicht vorbeugen, weil die eigentlichen Auslöser bis heute unbekannt sind. Allerdings kann die kontinuierliche Einnahme sogenannter Salizylate bei einer bestehenden Colitis ulcerosa dazu führen, dass erneute Krankheitsschübe kaum noch oder gar nicht mehr auftreten. Da Menschen mit Colitis ulcerosa ein erhöhtes Risiko für Dickdarmkrebs haben, sollten sie einmal pro Jahr eine Dickdarm-Spiegelung vornehmen lassen.