Dem einen schlägt das Wetter auf die Bronchien, der andere wird seit Jahren vom „Raucherhusten“ geplagt: Eine Bronchitis haben die meisten Menschen schon erlebt. Unbehandelt kann die Bronchitis schnell chronisch werden. Eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) kann jedoch nicht aus einer einmaligen Bronchitis entstehen.

Was ist eine Bronchitis?

Im Winter sind wir in der Regel besonders anfällig für Erkältungen – und damit für die akute Bronchitis. Die Bronchitis wird meist durch Viren, selten auch durch Bakterien ausgelöst, die sich – wie überall in unserer Umwelt – auch in der Atemluft befinden. Befallen diese Erreger die Atemwege, bemerken wir erst ein unbestimmtes Reizgefühl im Rachen. Das nächste Stadium ist der Reizhusten, der schließlich in einen produktiven Husten übergeht.

Frau mit Bronchitis leidet unter Reizhusten

Bei einer Bronchitis bemerken Betroffene zunächst ein unbestimmtes Reizgefühl im Rachen, gefolgt von Reizhusten und schließlich produktivem Husten


Warum wir bei Bronchitis husten müssen

Husten ist eine Reaktion auf die entzündeten Schleimhäute, die übermäßig viel Sekret produzieren. Die Flimmerhärchen auf der Schleimhaut, die Fremdkörper normalerweise aus den Atemwegen transportieren, schaffen es dann nicht mehr, diesen Schleim zu beseitigen. Die Folge: Wir beginnen zu husten – eine Art Selbstreinigung des Körpers.

Bei einem Hustenstoß wird die Luft in der Lunge und den Bronchien auf bis zu 400 km/h beschleunigt. Durch den Druck werden auch gesunde Zellen mitgerissen. Die Beschwerden werden dadurch verstärkt. In solchen Fällen sollte der Hustenreiz durch ein Medikament gestoppt werden. So wird verhindert, dass sich die Erreger weiter ausbreiten und aus der Bronchitis schließlich eine Lungenentzündung wird. Je eher wir das entzündliche Sekret loswerden, desto schneller geht es uns wieder gut. Schleimlöser lassen Atemwege abschwellen, mobilisieren die Flimmerhärchen und erleichtern das Abhusten. Auch Hausmittel wie Thymian-Öl haben sich bewährt. Unbehandelt dauert eine einfache Bronchitis etwa drei Wochen an.

Eine chronische Bronchitis ist nicht ansteckend

Sollten die Beschwerden länger vorliegen, spricht der Arzt nach etwa acht Wochen von einer chronischen (also lang andauernden) Bronchitis. Diese wird allerdings selten durch Krankheitserreger verursacht und ist daher im Gegensatz zur akuten Bronchitis nicht ansteckend. Stattdessen reagieren die Bronchien überempfindlich auf die Reize, denen sie ständig ausgesetzt sind. Sind wir über Jahre Schadstoffen in unserer Atemluft ausgesetzt, z. B. durchs Rauchen, können sich Schleimhäute dauerhaft entzünden. Wer über drei Monate regelmäßig hustet, sollte das vom Lungenfacharzt abklären lassen. Gegen die chronische Lungenerkrankung (COPD) sind bronchienerweiternde und entzündungshemmende Medikamente wirksam. Auch Ausdauertraining hilft. Ist durch die Entzündungen bereits Gewebe zerstört worden, muss es entnommen werden, um den intakten Teilen der Lunge Platz zu geben.

Gesunde Bronchien und entzündete Bronchien

Im Vergleich: Links die gesunden Bronchien, rechts entzündete Bronchien


Kurz erklärt: Welche Aufgaben haben die Bronchien?

Die Bronchien sind dazu da, die eingeatmete Luft aus der Luftröhre in die Lungenbläschen zu leiten, wo Sauerstoff ins Blut aufgenommen und Kohlendioxid wieder abgegeben wird. Um die Luft in der ganzen Lunge zu verteilen, verzweigen sie sich wieder und wieder. Man spricht daher auch von dem Bronchialbaum, der aus vielen Bronchialästen besteht. Übrigens: Die Fläche aller Lungenbläschen, auf die unsere Bronchien die Luft verteilen, liegt bei einem gesunden Erwachsenen zwischen 100 und 120 m²! Außerdem haben die Bronchien die wichtige Aufgabe, die eingeatmete Luft zu reinigen und so die Lunge sauber zu halten. Einen Teil dieser Säuberungsmaßnahmen kennen wir gut: das Husten. Wenn wir uns beim Essen verschlucken oder viel Staub oder Rauch einatmen, wird dadurch alles, was nicht in die Lunge gehört, wieder nach oben transportiert.