Bluthochdruck (Hypertonie)

Bluthochdruck verursacht zwar häufig keine Beschwerden und hat oft auch keine bestimmte Ursache. Aber Ärzte warnen: Die Dauerbelastung erhöht das Risiko von Herzinfarkt, Schlaganfall und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Was ist Bluthochdruck?

Bluthochdruck (medizinischer Fachausdruck: Hypertonie) bezeichnet einen erhöhten Blutdruck, der normalerweise keine Beschwerden verursacht. Nur in seltenen Fällen löst Bluthochdruck bei stark erhöhten Werten Symptome wie beispielsweise innere Unruhe, Schwindel oder Kopfschmerzen aus. Viele Menschen wissen deswegen gar nicht, dass sie von Bluthochdruck betroffen sind.

Bluthochdruck – wer ist betroffen?

Dabei ist Bluthochdruck weit verbreitet: In Deutschland leiden etwa 35 Millionen Menschen an Hypertonie. Jeder vierte Deutsche ist betroffen, ab dem 50. Lebensjahr sogar jeder zweite. Eine Krankenkassen-Studie zeigt: Seit 2009 stieg die Zahl der Betroffenen mit Bluthochdruck um vier Prozent (Frauen) bzw. sechs Prozent (Männer).

Ab wann hat man Bluthochdruck?

Eine Hypertonie liegt dann vor, wenn die wiederholte Blutdruckmessung Werte von mindestens 140 zu 90 mmHg (Einheit: Millimeter Quecksilbersäule) liefert. Der höhere Wert ist dabei der sogenannte systolische Blutdruck. Er wird gemessen, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht (kontrahiert), um Blut in die großen Blutgefäße zu pumpen. Der niedrigere Wert ist der diastolische Blutdruck. Er misst den Blutdruck dann, wenn das Herz erschlafft ist. Grundsätzlich spiegeln die gemessenen Werte den Druck wider, den der Herzmuskel durch das Blut auf die Gefäßwände ausübt.

Allerdings fallen die Messwerte beim Arzt meist etwas höher aus als zu Hause, Ärzte sprechen vom "Weißkittel-Effekt". Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt in ihren Leitlinien für die Eigenmessung einen Grenzwert von 135/85 mmHg.

Person mit Bluthochdruck

Bluthochdruck, auch Hypertonie genannt, ist eine Erkrankung, bei der der Blutdruck dauerhaft erhöht ist


Wie kann ich meinen Blutdruck selbst messen?

Um den Blutdruck zu messen, bringen Sie ein Handgelenk-Gerät während der Messung auf Herzhöhe. Prüfen Sie zunächst, ob Ihr Blutdruck links oder rechts höher ist. An diesem Arm messen Sie nun regelmäßig zur selben Zeit, etwa vor dem Frühstück und vor der Einnahme von Blutdruck-Medikamenten.

Was ist die Ursache für Bluthochdruck?

Bei über 90 Prozent aller Betroffenen lässt sich keine bestimmte Ursache für Bluthochdruck finden. Der Arzt spricht dann von einer primären oder essentiellen Hypertonie. Ist die Ursache für den Bluthochdruck eine andere Erkrankung, beispielsweise der Nieren oder des Hormonsystems oder die Einnahme bestimmter Medikamente, dann liegt eine sekundäre Hypertonie vor.

Wann steigt der Blutdruck?

Eine entscheidende Rolle spielt die genetische Veranlagung: Die Neigung zu Bluthochdruck ist vererbbar. Es existieren auch behebbare Auslöser: Dazu zählen Nieren-Erkrankungen, Schilddrüsen-Probleme oder Gefäß-Engstellungen, die zum Teil angeboren sind. Manche Medikamente, wie Kortison oder Ibuprofen, können als unerwünschte Nebenwirkung den Blutdruck erhöhen. Die häufigste behandelbare Hypertonie-Ursache ist eine Schlafapnoe, also nächtliche Atemaussetzer. Sie behindern den Tiefschlaf, ein Schlafmangel lässt den Blutdruck ansteigen. Auch Übergewicht und Stress sind Faktoren, die das Risiko für Bluthochdruck erhöhen.

Welche Folgen kann Bluthochdruck haben?

Dauerhafter Bluthochdruck kann das Risiko für bestimmte Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und verschiedene andere Herz-Kreislauf- oder Gefäß-Erkrankungen beträchtlich steigern. Darüber hinaus können Schäden in Augen und Nieren auftreten. Das gilt vor allem dann, wenn Bluthochdruck gemeinsam mit Erkrankungen auftritt, die die Gefäße zusätzlich belasten können, wie Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“).

Herzinfarkt durch Bluthochdruck

Dauerhafter Bluthochdruck kann das Risiko für bestimmte Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und verschiedene andere Herz-Kreislauf- oder Gefäß-Erkrankungen beträchtlich steigern


Wie gefährlich ist Bluthochdruck in der Schwangerschaft?

Bluthochdruck mit Werten über 140/90 mmHg kann die Gesundheit von Mutter und Kind schwer gefährden, da es zu Gefäßverengungen und somit zu mangelhafter Durchblutung kommen kann. In Verbindung mit Ödemen (Wassereinlagerungen) sowie Eiweißausscheidungen im Harn (Proteinurie) spricht man auch von einer EPH-Gestose oder nur von Gestose (Schwangerschaftsvergiftung).

Die Verengung des Blutgefäßsystems im allgemeinen und der Gebärmutterwand sowie Plazenta im Besonderen hat Folgen: eine anhaltende Unterversorgung mit Sauerstoff, wodurch es wiederum zu Funktionsschäden der Organe kommen kann. Schlimmstenfalls geraten das Leben des Kindes und der Mutter in Gefahr.

Wie sieht die Behandlung einer Hypertonie aus?

Eine gute Bluthochdruck-Therapie basiert auf drei Säulen. Liegen eine oder mehrere der bereits genannten behebbaren Ursachen vor, müssen diese gezielt angegangen werden. Ein zweiter, wichtiger Schritt bei der Behandlung von Bluthochdruck ist eine Veränderung des Lebensstils: Dazu gehören eine fettarme, kaliumreiche Ernährung, Sport, Entspannung und der Abbau von Übergewicht. Die dritte Säule ist medikamentös.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Bluthochdruck in der Schwangerschaft kann unbehandelt für die Mutter und das Ungeborene zur tödlichen Bedrohung werden


Bluthochdruck – ab wann zum Arzt?

Ob ein Blutdruck-Anstieg akut ist, lässt sich als Laie vor allem daran erkennen, welche Beschwerden auftreten. Schmerzen im Brustkorb, Atemnot oder Sehstörungen können darauf hindeuten, dass die Wände der Blutgefäße oder die Herzkammern dem Druckanstieg nicht standhalten. Dadurch steigt das Risiko, dass innerhalb kurzer Zeit gefährliche Schäden am Herz-Kreislauf-System auftreten. Es drohen Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzversagen oder andere lebensgefährliche Folgeerscheinungen. Auch bei Schwindel, Lähmungen, Krämpfen, Sprachstörungen, starker Übelkeit (mit oder ohne Erbrechen) und Benommenheit sollte der Notarzt eingeschaltet werden.

Wie kann man Bluthochdruck vorbeugen?

Bluthochdruck ist weit verbreitet. Dennoch hat jeder vielfältige Möglichkeiten, den eigenen Blutdruck zuerst ohne die Hilfe von Medikamenten zu senken. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung trägt dazu ebenso bei, wie regelmäßige Bewegung und Sport. Beide Faktoren senken nachweislich den Blutdruck. Weitere Faktoren wie der weitgehende Verzicht auf Alkohol und Zigaretten wirken sich ebenfalls positiv aus. Darüber hinaus sollten Betroffene bestehendes Übergewicht langfristig und dauerhaft abbauen, um Bluthochdruck vorzubeugen.

Reicht die alleinige Umstellung des Lebenswandels nicht aus, um den vorhandenen Bluthochdruck ausreichend abzusenken, können Betroffenen blutdrucksenkende Medikamente einnehmen. Diese senken Bluthochdruck auf unterschiedlichen Wegen. Zu den Medikamenten zählen beispielsweise sogenannte Diuretika, Beta-Blocker oder ACE-Hemmer.

In jedem Fall gilt: Anhaltender Bluthochdruck sollte frühzeitig behandelt und so dauerhaft auf Normalniveau gesenkt werden. Je länger eine Hypertonie unbehandelt bleibt, desto mehr erhöht sich das Risiko von Folgeerkrankungen.

Video: Blutdruck Teil 2