Blindheit

Blindheit ist für viele Menschen eine beängstigende Vorstellung – nicht umsonst spielt das Sehen die wichtigste Rolle in unserem Wahrnehmungsspektrum. Meist entwickelt sich die Blindheit aus einer Krankheit der Augen, aber auch Unfälle und neurologische Ursachen können dahinter stehen. Manche Menschen werden bereits blind geboren; die meisten Betroffenen erblinden allerdings erst im fortgeschrittenen Alter.

Was ist Blindheit?

Blindheit, im Fachjargon Amaurose genannt, bedeutet sowohl im medizinischen Sinne als auch im allgemeinen Sprachgebrauch, dass ein Mensch keinerlei Licht mehr wahrnimmt – also gar nichts mehr sieht. Sozialrechtlich gelten aber auch Personen als blind, die noch minimale optische Eindrücke wahrnehmen können. In Deutschland definiert die Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV) anhand der Bestimmungen der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, wer als blind eingeordnet wird.

Definition laut Gesetzgeber – als blind gilt:

  • ein Mensch, dem das Augenlicht vollständig fehlt
  • ein Mensch, dessen Sehschärfe auf keinem Auge und auch nicht beidäugig mehr als 0,02 (1/50) beträgt
  • ein Mensch mit anderen Sehstörungen, die so stark sind, dass sie dieser Sehschärfe gleichkommen – zum Beispiel bei einer Sehschärfe von 0,033 (1/30), wenn gleichzeitig das Gesichtsfeld dieses Auges bis auf 30 Grad oder weiter eingeschränkt ist

Blindheit

Eine vollständige Erblindung gilt als schwere Behinderung

Der Wert 0,02 entspricht dabei einer Sehschärfe von 2 Prozent. Die Betroffenen können dann im Grunde nur noch Hell und Dunkel wahrnehmen und sich nicht mehr an ihren Augen orientieren – sie sind praktisch blind.

Blindheit entwickelt sich meist im Laufe des Lebens

Obwohl manche Menschen bereits blind geboren werden, entwickelt sich eine Blindheit in den meisten Fällen erst spät im Laufe des Lebens. Auslöser einer Erblindung sind meistens Augenkrankheiten wie die Altersabhängige Makuladegeneration (AMD) und Grüner Star (Glaukom). Da diese Erkrankungen vornehmlich im fortgeschrittenen Alter auftreten, gehen in den Industrieländern die meisten Fälle von Blindheit auf Menschen über 80 Jahre zurück.

Hilfsmittel nach Erblindung

Bei einer Erblindung fällt mit dem Sehen die wichtigste menschliche Sinneswahrnehmung weg. Viele alltägliche Situationen sind für blinde Menschen demnach sehr viel schwieriger zu meistern. Hierfür gibt es heute diverse Hilfsmittel – vom klassischen weißen Langstock („Blindenstock“) über sprechende Uhren bis hin zu Spielkarten mit tastbarer Prägung. Dennoch ist es oft eine Herausforderung, sich trotz Blindheit im privaten und beruflichen Alltag selbstbestimmt zu bewegen.