Wann eine Blasenentzündung gefährlich wird, wie Sie Blut im Urin richtig einordnen, wann Sie selbst mit pflanzlichen Arzneimitteln behandeln können und wann Antibiotika nötig sind: Unser Überblick hilft bei der Entscheidung.

Blasenentzündung: Blut im Urin, Fieber, strenger Geruch – wann wird's gefährlich?

Woher weiß ich, ob eine Selbst-Behandlung der Blasenentzündung-Beschwerden – zum Beispiel mit Hausmitteln oder rezeptfreien pflanzlichen Arzneimitteln – nicht mehr ausreicht und ich mich in ärztliche Hände begeben sollte?

Bakterien verursachen eine schmerzhafte Infektion

Bei einer Nierenbeckenentzündung verursachen Bakterien, die aus der Blase zu den Nieren hochsteigen eine schmerzhafte Infektion


Checkliste: Mit diesen Blasenentzündung-Symptomen müssen Sie zum Arzt

Unsere Liste sensibilisiert dafür, wann ein Arztbesuch angezeigt ist.

1. Dreitageregel

Die Blasenentzündung hält länger als drei Tage an: Der Arzt wird entscheiden, ob eine Behandlung mit Antibiotika notwendig ist.

2. Blasenentzündung: Blut im Urin, was heißt das?

Ist bei einer Blasenentzündung Blut im Urin, sind die Blase oder die Nieren mit Sicherheit erkrankt. Immer, wenn im Urin Spuren von Blut auftauchen, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen – auch, wenn Blasenentzündung-Symptome wie Brennen beim Wasserlassen fehlen, können Erkrankungen wie Prostatakrebs, Diabetes mellitus oder Nierensteine dahinter stecken.

3. Urin ist getrübt

Es ist zwar kein Blut im Urin, aber der Urin ist sehr trübe und riecht unangenehm: Dies deutet auf einen schwereren Infekt hin.

4. Fieber

Es kommt Fieber hinzu: Auch erhöhte Temperatur ist ein Anzeichen für eine Nierenbeckenentzündung.

5. Rückenschmerzen

Die Schmerzen steigen ins Becken oder den unteren Rücken auf: Hier sollte ein Arzt prüfen, ob sich eine Nierenbeckenentzündung entwickelt hat.

6. Chronische Krankheit

Sie haben Diabetes und eine akute Blasenentzündung? Verzichten Sie auf Selbstmedikation, gehen Sie zum Arzt. Sie nehmen Mittel zur Immun-Unterdrückung –  beispielsweise wegen einer Autoimmunerkrankung wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Lupus erythematodes – oder leiden an einer Abwehr-Schwäche: In diesem Fall ist die Einnahme von Antibiotika nötig.

Mann mit Blasenentzündung

Beim Mann sollten Blasenenentzündung, Blut im Urin und alle Veränderungen beim Wasserlassen immer direkt mit einem Urologen besprochen werden


7. Schwangerschaft

Sie sind schwanger? Ein unbehandelter Infekt kann vorzeitige Wehen auslösen. Sie sollten das besser vom Arzt kontrollieren lassen.

8. Sie sind ein Mann

Beim Mann sollten Blasenenentzündung, Blut im Urin und alle Veränderungen beim Wasserlassen immer direkt (ohne drei Tage abzuwarten oder Hausmittel und Selbstmedikation zu probieren) mit einem Urologen besprochen werden. Er wird die Ursache abklären und darauf abgestimmt die richtige Behandlung veranlassen.

Warum Frauen anfälliger sind

Dass Frauen häufiger von einer Blasenentzündung betroffen sind, liegt vor allem am Körperbau: Die weibliche Harnröhre ist mit etwa vier Zentimeter Länge wesentlich kürzer als die männliche (etwa 20 cm). Bakterien können so schneller vom Darmausgang in die Blase gelangen. Auch ein sinkender Östrogenspiegel nach den Wechseljahren sorgt für erhöhte Anfälligkeit. Denn das Hormon hilft dabei, eine natürliche Schutzbarriere gegenüber Erregern aufzubauen.

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