Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)

Schmerzen im Oberbauch oder Rücken – kaum jemand denkt bei diesen Beschwerden an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Weil das Pankreaskarzinom in frühen Stadien häufig keine oder nur untypische Symptome hervorruft, wird es häufig erst spät entdeckt. Dies ist einer der Gründe, warum es die Krebserkrankung mit der ungünstigsten Prognose ist.

Bauchspeicheldrüsenkrebs – ein Tumor des Verdauungstrakts

Bauchspeicheldrüsenkrebs – medizinisch: Pankreaskarzinom – gehört zu den zehnthäufigsten Krebserkrankungen in Deutschland und ist der dritthäufigste bösartige Tumor des Verdauungstrakts. Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 15.000 Menschen an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen. Das Pankreaskarzinom tritt meist bei älteren Menschen auf: Männer sind durchschnittlich 70 Jahre und Frauen 76 Jahre alt, wenn die Erkrankung festgestellt wird.

Bauchspeicheldrüse produziert Verdauungssaft
Die Bauchspeicheldrüse produziert einen Verdauungssaft sowie die wichtigen Hormone Insulin und Glukagon

Die Bauchspeicheldrüse (das Pankreas) liegt im Bauchraum etwa mittig auf Höhe der oberen Lendenwirbel. Sie ist etwa 15 bis 20 Zentimeter lang und besteht aus einem Kopf, der am Dünndarm anliegt, einem Mittelteil (Körper) und einem Schwanz, der bis zur Milz reicht. Das Pankreas hat zwei lebenswichtige Funktionen:

  • exokrine/sekretorische Funktion: Die Bauchspeicheldrüse produziert einen Verdauungssaft, der verschiedene Enzyme enthält, die für die Verdauung der Nahrung notwendig sind. Über einen Verbindungsgang gelangt der Verdauungssaft in den Dünndarm.
  • endokrine Funktion: Bestimmte Teile des Pankreas – die Langerhans-Inseln – produzieren die Hormone Insulin und Glukagon, die für den Blutzuckerspiegel von entscheidender Bedeutung sind.

Geringe Lebenserwartung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Aufgrund dieser verschiedenen Funktionen unterscheiden Mediziner den endokrinen und den exokrinen Pankreas. Die Zellen, die die Hormone oder den Verdauungssaft produzieren, sind aber über die gesamte Bauchspeicheldrüse verteilt. Bauchspeicheldrüsenkrebs kann aus beiden Zellarten entstehen. Meist sind die Zellen betroffen, die den Verdauungssaft bilden (exokrine Zellen). Die hormonbildenden Zellen – also die Inselzellen – verändern sich deutlich seltener zu Bauchspeicheldrüsenkrebs. In etwa 70 Prozent sitzt das Pankreaskarzinom am Kopf der Bauchspeicheldrüse.

Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs ist die Lebenserwartung gering. Viele Patienten versterben an einem Pankreaskarzinom. Das liegt unter anderem daran, dass Bauchspeicheldrüsenkrebs meist erst spät erkannt wird und der Tumor oft nicht vollständig entfernt werden kann. Wie hoch bei Bauchspeicheldrüsenkrebs die Lebenserwartung genau ist, hängt unter anderem davon ab, ob der Tumor operativ entfernt werden kann und ob er bereits Tochtergeschwulste (Metastasen) gebildet hat. Insgesamt ist Bauchspeicheldrüsenkrebs unter allen Krebsarten mit der geringsten Lebenserwartung verbunden: Fünf Jahre nach der Diagnose leben noch etwa acht Prozent der Männer und sieben Prozent der Frauen.